Fahrbericht

Mercedes GLB: Die Stuttgarter blasen zum Angriff auf BMW

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Kann Mercedes mit dem neuen GLB den Markt für Kompakt-SUVs aufmischen?

Und noch ein SUV. Mit dem GLB schickt Mercedes Benz ein Platzwunder ins Rennen. Ein Siebensitzer - und das schon in der Kompaktklasse.

Bei Daimler hat man nicht nur das Automobil erfunden, was in der Tat eine Pionierleistung war, sondern sogar den modernen SUV. Vor 40 Jahren kam die G-Klasse von Mercedes auf die automobile Welt. Und jetzt steht sie da, vom Aussehen her kaum verändert und fast schon verschämt ganz links. In einer Reihe mit fünf weiteren SUVs mit Stern. GLS, GLE, GLC, GLA - und dem brandneuen GLB. Familie SUV mit Oheim und Nesthäkchen.

Der Mercedes GLB soll die SUV-Verkäufe weiter steigern

Weltpremiere in den Bergen von Utah. Irgendwie passt der Hollywood-Schriftzug "The all-new GLB" zwar nicht ganz in die Landschaft, aber er drückt das aus, was man bei Mercedes von dem Neuen erwartet. Die Fortschreibung der Erfolgsgeschichte in diesem Fahrzeugsegment.

Denn schon jedes dritte verkaufte Auto bei Daimler ist ein SUV. Und jedes Vierte ein Kompaktwagen. Was passiert nun, wenn man die beiden Mengen miteinander kreuzt? Richtig, dann ergibt sich eine Schnittmenge. Früher nannte man das Mengenlehre. Und mit Mengenlehre hat auch der Neue was zu tun. Der GLB soll die Menge der verkauften Fahrzeuge noch erhöhen.

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Mercedes GLB: Das neue SUV-Gesicht

Der GLB ist ein kompakter SUV, der zweite nach dem Bestseller GLA. Aber was für einer: Mit seiner Länge von 4,63 Metern ist er nur vier Zentimeter kürzer als sein größerer Bruder, der GLC. Aber bietet dank der dritten Sitzreihe Platz für sieben Personen. Damit ist der GLB schon fast ein kleiner Bus. Möglich macht das ein besonders langer Radstand von 2,83 Metern. In der hintersten Reihe, verspricht Mercedes, darf der Passagier immerhin bis zu 1,64 Meter groß sein, um noch bequem zu sitzen.

In der Basisvariante kostet der Mercedes GLB ab 34.000 Euro.

Langer Randstand, kurze Überhänge, steile Windschutzscheibe? Bei Kennern hat es bereits geklingelt. Richtig, das klingt nach G-Klasse. Und genau diese Stilikone, die Mercedes in der x-ten Generation erst im vergangenen Jahr neu erfunden hat, hat Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener im Sinn gehabt, als er sein neues Baby gestaltet hat.

Offenbar hat ihm das Ergebnis gut gefallen. "Das ist das neue SUV-Gesicht", meint Gorden und deutet damit an, dass der jüngste Spross vielleicht sogar stilprägend für die nächste Generation sein könnte. So wie die neuen schmalen Rücklichter, die dem ansonsten doch recht bulligen Heck mit seinen kräftigen Schultern einen eleganten Federstrich verleihen. Eingebaut sind die nämlich auch im neuen GLS, dem Flaggschiff der SUV-Flotte.

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Mercedes GLB: Genug Platz für Kind und Kegel

Doch zurück zum Newcomer, der als automobiler Allrounder Ende des Jahres auf den Markt kommen soll. Als Siebensitzer eben oder als Lastesel, in dem man bis zu 1.755 Liter packen kann. Und damit mehr als in den Audi A 4 Avant oder in das T-Modell der C-Klasse. Flexibel zu gestalten durch die teilbaren Rücklehnen und die auch in der Länge um bis zu 14 Zentimeter verschiebbare hintere Sitzbank.

Bei den Motoren gibt es hingegen keine große Überraschung. Zum Marktstart werden die modernen Vierzylinder-Maschinen angeboten, ob Diesel oder Benziner, von 136 bis hin zu 190 PS. Wer Mercedes kennt, weiß, dass später auch noch kernigen AMG-Motoren (306 PS) zum Einsatz kommen. Dafür wird es aber keinen echten Hybrid-Antrieb geben, diese Entwicklungsstufe will man überspringen und gleich Anfang 2021 mit einem reinen Elektro-Fahrzeug durchstarten, dem EQB.

Bis zu sieben Personen haben im Kompakt-SUV Platz.

Bis es soweit ist, muss man eben auf herkömmliche Art und Weise unterwegs sein. Mit Handschalter und Vorderradantrieb in der Basisvariante (ab 34.000 Euro) oder mit dem bekannten Allradantrieb 4matic, der das Antriebsmoment flexibel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen kann.

Und natürlich kann der GLB auch Gelände. Das ist bei Mercedes mehr als eine bloße Pflichtübung, so etwas nimmt man in Stuttgart immer sehr ernst. Zwar wird der GLB kein Steinbock werden wie die älteren Geschwister, aber als veritable Bergziege dürfte er die Bedürfnisse von Großbauern oder Jagdpächter locker erfüllen.

Unser Fazit zum Mercedes GLB

Mit dem GLB schließt Mercedes die letzte SUV-Lücke im eigenen Haus. Undrückt damit wieder zu BMW auf, die von X1 bis X8 bislang die meisten Modelle im Angebot hatten. Und den größten, mit Verlaub, hatte man bei Mercedes sowieso. Den GLS. Der kommt, vollmundig angekündigt als S-Klasse der SUVs, schon ziemlich bald. Wir durften ihn schon fahren, nur Geduld, bis zum 24. Juni. Es rentiert sich. Der elektrifizierte Achtzylinder ist nämlich eine kleine Weltsensation.

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Rudolf Bögel

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