Fahrbericht

Mal Macho, mal Softie: Honda CB 1000 R+

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Als knackiges Macho-Bike kommt die neue Honda CB 1000 R+ zumindest optisch daher – und präsentiert sich beim Fahren von überraschend zarten Seiten.

Was einen wohl erwartet, zeigt die neue Honda auf beeindruckende Weise: Kurz und kompakt steht sie vor einem, der mächtige und eigenwillig gestylte Auspuff dominiert die rechte Seite, die Einarmschwinge samt Kennzeichenhalter sorgt am Heck für optische Akzente und der frei zur Schau gestellte Vierzylinder lässt ahnen, wie viel Power in diesem unverkleideten Bike steckt. Gegenüber dem Vorgängermodell um zwölf Kilogramm abgespeckt und dafür um 20 PS stärker, lässt sie uns mit ihren 145 PS und 212 Kilogramm Gewicht von qualmendem Gummi auf dem Asphalt träumen.

Den Schwermetallanspruch der CB 1000 R unterstreicht Honda unter anderem damit, dass es laut Hersteller gerade einmal sechs Plastikteile im sichtbaren Bereich gebe, wie die Japaner stolz mitteilen. Und bei der von uns gefahrenen "+"-Version gibt es noch diverses Leichtmetall obendrein: Aus Aluminium sind die Hinterradabdeckung, das Kühlergrill-Cover, das Windschild sowie der Gabelschutz.

Die Power der Honda CB 1000 R+

Das Herz der CB entstammt der Fireblade des Jahrgangs 2006. Der Vierzylinder mit 998 Kubikzentimetern Hubraum wurde so abgestimmt, dass er seine Leistung eher dezent abgibt. Erst bei 10.500 U/min ist die Nennleistung erreicht. Das erstaunt dann doch etwas, denn eigentlich erwartet man vom machohaften Äußeren ein eher krawalliges Bike, das bereits mit wenig Drehzahlen volle Pulle abgeht. Weit gefehlt. Die Honda geht sehr diszipliniert ans Werk und stellt den Fahrer nicht vor unlösbare Probleme. Wo man vielleicht einen Ritt auf der Kanonenkugel erwartet hätte, verwöhnt einen die CB 1000 R mit friedfertigem Verhalten. Bis Tempo 100 vergehen dennoch gerade einmal 3,4 Sekunden, und als Topspeed für das unverkleidete Motorrad gibt der Hersteller problemlos erreich- und fahrbare 230 km/h an.

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Die Fahrt

Im Fahrmodus Sport geht es natürlich schon ganz schön beherzt zur Sache, da kommt dank voller Leistungsabgabe und geringster Traktionskontrolle schon ab und zu der kleine Macho zutage. Neben den Fahrmodi Rain (geringere Leistung, früh regelnde Traktionskontrolle) und Standard (die goldene Mitte) kann man aber auch Leistungsabgabe, Traktionskontrolle und Intensität der Motorbremse zusätzlich im individuellen Programm User ganz auf die persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben einstellen. Zur Mehrausstattung der Plus-Version gehören neben den optischen Aufwertungen auch ein bestens funktionierender Quickshifter sowie eine Griffheizung – womit also mal der Macho, mal der Softie bedient werden.

Nachdem man sich im Sport-Modus mal ausgetobt hat, verliert man bald die Lust am Heizen und stellt sich im Fahrbetrieb mehr und mehr darauf ein, dass die CB 1000R ein zuverlässiger Untersatz für durchaus zügiges Vorankommen ist, ohne jedoch vom Fahrer ständig eine betont sportliche Fortbewegung zu fordern. Dafür gibt es andere Untersätze. Letztlich schont die zahmere Gangart Nerven und Kraftreserven, obendrein ist’s besser fürs Budget und Punktekonto. Freude macht sie auch so. Sie lässt sich handlich in die Kurven legen, folgt sauber der vorgegebenen Linie, hat stets genug Leistung in der Hinterhand, legt aber bevorzugt Wert auf eine stressfreie Ausfahrt. Klar, dass die Bremsen in jeder Lebenslage souverän und gut dosierbar verzögern – etwas anderes erwartet man bei Honda nicht.

Die Ausstattung

Auf die Informationsflut im Cockpit, die in etwas gewöhnungsbedürftiger Weise präsentiert wird, muss man sich erst einmal einstellen, bis man alles im Blick hat. Einen netten Gag haben sich die Techniker ausgedacht: Am rechten Rand des Displays ist eine Anzeige, die jeden der sechs Gänge in einer anderen Farbe markiert. Beim ersten Gang ist’s Gelb, beim zweiten Rosa, beim dritten Violett, der vierte Gang leuchtet in Blau, der fünfte in Aqua (türkis) und wenn Grün aufleuchtet, ist Gang sechs eingelegt. Im Leerlauf leuchtet dagegen unten in der Mitte das gewohnte N auf.

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Die Kosten

Als Verbrauch übermittelte uns der Bordcomputer einen sehr akzeptablen Wert von 5,2 Liter auf 100 Kilometer  – die sanftere Fahrweise wirkt sich auch positiv aus. Für die Plus-Version der CB 1000R stehen 14.790 Euro auf dem Preisschild. Schaltautomatik, Griffheizung und diverse feine Metallteile rundum lassen den Mehrpreis gegenüber des 13.290 Euro teuren Basismodells gerechtfertigt erscheinen.

Fazit

Die Honda CB 1000 R ist lange nicht so aggressiv wie sie aussieht, macht aber durchaus Spaß und kann auch flott bewegt werden. Aber je länger man sie fährt, desto mehr gewinnen die Softie-Anteile die Oberhand über den kleinen Macho.

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Volker Pfau

Technische Daten

Motor

flüssigkeitsgekühlter Vierzylindermotor

mit 998 ccm Hubraum

Leistung

145 PS (107 kW) bei 10.500 U/min

Drehmoment

104 Nm (bei 8.250 U/min)

Höchstgeschwindigkeit

230 km/h

Radstand

1.455 mm

Sitzhöhe

830 mm

Gewicht (vollgetankt)

212 Kilogramm

Tankinhalt

16 Liter

Testverbrauch

5,2 Liter

Preis Testmotorrad

14.790 Euro

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Retrobike mit 82 kW/111 PS: Die Kawasaki Z900 RS zu Preisen ab 11 650 Euro. Foto: Kawasaki
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Die Honda CB 300 R mit 23 kW/31 PS ist ab 5090 Euro zu haben. Foto: Honda
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Honda CB 1000 R mit 107 kW/145 PS zu Preisen ab 13 290 Euro. Foto: Honda
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Seine Africa Twin CRF1000L mit 70 kW/95 PS verkauft Honda zu Preisen ab 13 290 Euro. Foto: Honda
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Die Husqvarna Vitpilen 701 kommt mit 55 kW/75 PS zu Preisen ab rund 10 000 Euro zu den Bikern. Foto: Rudi Schedl/Husqvarna
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Straßenmaschine mit bis zu 77 kW/105 PS: Die KTM 790 Duke ab rund 11 000 Euro. Foto: KTM/dpa-tmn
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Retroanleihen: Die Suzuki SV650X leistet 56 kW/76 PS und kostet ab circa 7000 Euro. Foto: Suzuki
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1200-ccm-Zweizylinder mit 57 kW/77 PS: Triumph Bonneville Speedmaster. Foto: Triumph
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Tiger-Duo auf Tour: Die Triumph Tiger 1200 XC kommt mit 104/141 PS zu Preisen ab 17 800 Euro. Foto: Triumph
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Kommt voraussichtlich im Juli zu noch unbekannten Preisen auf den Markt: Das Dreirad Niken von Yamaha mit rund 85 kW/115 PS. Foto: Yamaha
Kommt voraussichtlich im Juli zu noch unbekannten Preisen auf den Markt: Das Dreirad Niken von Yamaha mit rund 85 kW/115 PS. Foto: Yamaha © Yamaha
Reichweite mit einer Batterieladung: Zwischen 170 und 260 Kilometer im E-Motorrad Zero DS ZF14.4. Foto: zero
Reichweite mit einer Batterieladung: Zwischen 170 und 260 Kilometer im E-Motorrad Zero DS ZF14.4. Foto: zero © zero
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