Rückkehr in die Gewinnzone

Das Opel-Comeback

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Opel-Chef Karl-Thomas Neumann mit dem Opel GT Concept.

Kaum ein Autohersteller ist über Jahre hinweg dermaßen gebeutelt worden wie Opel. Heuer sind erstmals seit 17 Jahren wieder schwarze Zahlen drin. Schafft die General-Motors-Tochter das?

Nach Jahrzehnten des Niedergangs mit Milliardenverlusten und schmerzhaften Schrumpfprozessen erscheint jetzt ein Licht am Ende des Tunnels: Heuer könnte die GM-Tochter endlich wieder schwarze Zahlen schreiben – zum ersten Mal seit 17 Jahren.

Der Erfolg hat einen Namen: Karl-Thomas Neumann. Mit dem früheren VW-Manager Neumann ist die Hoffnung nach Rüsselsheim zurückgekehrt. „Umparken im Kopf“ lautete die Überschrift der Image-Kampagne, mit der Marketing-Chefin Tina Müller erfolgreich die Vorurteile über die allzu altbackene Marke aufs Korn genommen hat.

Nach Einschätzung des Auto-Experten Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach hängt einiges an der Persönlichkeit Neumanns, der bei den GM-Managern in Detroit mit Mary Barra an der Spitze Vertrauen erzeugt habe. Unverdrossen tragen die Amerikaner seit Jahren die Verluste mit, stellen immer neue Dollar-Milliarden für weitere Investitionen zur Verfügung. Ergebnis ist eine mit 2,9 Jahren Durchschnittsalter extrem junge Angebotspalette. Das wichtigste Opel-Modell Astra ist in der neuen Kombi-Ausführung gerade zu den Händlern gerollt, insgesamt liegen für das Auto des Jahres 2016 schon 150 000 Bestellungen vor. 

Da war die Opel-Welt noch in Ordnung: 1970 bringt Opel den Manta auf den Markt – hier präsentiert mit einem Model auf der Haube und in knallroter Lackierung. Der Opel Manta wurde bis 1975 knapp 500.000 Mal verkauft.

An Gewinne können sie sich in Rüsselsheim kaum noch erinnern. 1999 hat Opel letztmals schwarze Zahlen zum GM-Konzernergebnis beigetragen, zehn Jahre später wollte die selbst in Schwierigkeiten geratene US-Mutter ihre hässliche Europa-Tochter eigentlich nur noch loswerden. Seinerzeit galt GM als Mutterkonzern, der seine Tochter über Jahre hinweg ausgebremst hat – auch diese Sicht hat sich verändert.
Heute profitiert Opel bei weiteren Zukunftsthemen stark von der Konzernmutter GM. „Die ganzen Themen wie Vernetzung, autonomes Fahren, Carsharing und so weiter kommen alle aus den USA und können kostengünstig auf hiesige Verhältnisse übersetzt werden“, sagt der Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Am deutlichsten zeigt sich das bei der Elektromobilität: Opel lässt im kommenden Jahr das vollelektrische US-Modell Chevrolet Bolt als Ampera-E auf den Europamarkt rollen.

Opel hat seine Produktion gesteigert

Opel hat seine europaweite Produktion 2015 auf 1,14 Millionen Autos gesteigert und auch im ersten Quartal 2016 zogen die Opel-Verkäufe weit stärker an als im Gesamtmarkt. Das schafft auch Arbeitsplätze: In Rüsselsheim haben sie bereits die Rückkehr zum Dreischichtbetrieb im Stammwerk angekündigt. Von Ende 2013 bis 2019/2020 entstünden dort mehr als 3000 Arbeitsplätze. Insgesamt beschäftigt Opel in Europa etwa 35 600 Mitarbeiter. Erste Hinweise darauf, ob es heuer für einen Gewinn reichen könnte, geben die für Donnerstag angekündigten Zahlen für’s erste Quartal.

tz

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