Die Pappe lebt - 20 Jahre nach dem letzten Trabi

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Die Pappe lebt - 20 Jahre nach dem letzten Trabi

Auf den Straßen sieht man das kleine Kultauto kaum noch. Doch auch 20 Jahre nachdem in Zwickau der letzte Trabant vom Band rollte, hat die Pappe viele Fans - sogar jenseits des Atlantiks.

Ein letztes Mal stand die “Legende auf Rädern“ vor 20 Jahren im Rampenlicht. Unter Blitzlichtgewitter und deutschlandweitem Medieninteresse rollte der letzte Trabant mit der Fahrzeugnummer 3.096.099 am 30. April 1991 in Zwickau vom Band. Zwei Jahrzehnte später muss die Pappe in Pink dieses Jubiläum allein verbringen - im Depot des Zwickauer August Horch Museums.

33 Jahre lang war die sächsische Stadt die Wiege des Trabant: Vom P50, der ab 1957 unter dem Sachsenring-Logo produziert wurde, über den P60 bis hin zum berühmten P601, der mit seinen Kulleraugen und der bevorzugten himmelblauen Farbe die Straßen der DDR prägte - und auch zum Symbol für Stagnation und die Verbohrtheit der politischen Führung wurde.

 “Nach der Wende wollten alle nur noch ein West-Auto. Dabei ist der Trabi auf der Strecke geblieben“, sagt Wolfgang Kießling. Er ist Trabi-Fan und Vorsitzender des Internationalen Trabant-Registers. Der Verein führt Statistik über die aussterbende Art. Demnach sind von den einst drei Millionen Pappen, wie die Wagen auch genannt wurden, heute nur noch etwa 30.000 übrig.

Selbst das knallige Pink und der Viertakt-Lizenzmotor von VW mit seinen 40 PS konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der 1.1er trotz aller Neuerungen ein 28 Jahre altes Auto war. Als die Serienproduktion des letzten Modells im Mai 1990 endlich anlief, verhandelten der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Staatssekretär Günter Krause auf Seiten der DDR bereits über den Einigungsvertrag. 

Heute produziert auf dem historischen Sachsenring-Gelände an der Crimmitschauer Straße, wo zuvor schon August Horch Autos baute, ein Zulieferer Teile für Fahrwerk und Karosse. Außerdem arbeiten hier 600 Mitarbeiter für einen Fahrzeugentwickler. Auf dem Gelände am Rande der Zwickauer Innenstadt selbst erinnert nichts mehr an das Kultauto. 

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Lamborghini Veneno Roadster
Die Wahl der Farben ist wohl eine Frage der Emotion. Gerade beim Auto. Wer fährt welche Farbe und wie wirkt sie? Der Aspekt Sicherheit spielt für den Käufer keine große Rolle mehr. Rot gilt als Signalfarbe wirkt frech und sportlich. Allerdings nimmt das menschliche Auge Rot in der Dämmerung kaum war. © Lamborghini
Mazda3
Rot ist jedoch die ideale Auto-Farbe für Leute die aufallen möchten. Der Fahrer ist impulsiv und kontaktfreudig. Auch legt er sich gerne mal an und trägt Zweikämpfe aus. © Mazda
Auto Farbe Lack
Je nach Dunkelheit des Grau (von silbergrau bis graphit) setzt sich die Farbe schwer gegen die Straße ab. Die Entfernung eines grauen Wagens wird leicht überschätzt. Daher sind graue Fahrzeuge häufig in Unfälle verwickelt.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Die Farbe Silber verspricht Sinn für Stil. Doch wer diese Farbe wählt, hält sich auch für etwas Besseres.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Gelb ist wohl die auffälligste Farbe im Straßenverkehr und wirkt auch in der Dämmerung. Wer auch im Leben nicht übersehen werden will, wählt gelb. Der strahlende Ton ist etwas für Individualisten und Optimisten.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Babyblau und Hellblau wirken leicht und lassen manche schweren Modelle jedoch auch weniger stabil wirken.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Ein zuverlässiger und vorausschauender Typ bevorzugt Hellblau. Der Fahrer gilt als Team-Player, doch leider auch als phantasielos. © Hersteller
Auto Farbe Lack
Vornehm, frisch und dynamisch - das steht für Blau. Die perfekte Wahl für eine Diplomaten-Karossen oder ein Dienstfahrzeug. Denn Blau wirkt etwas weniger erhaben als Schwarz. Charakter des Fahrers bzw. Chauffeurs: Team-Player, doch leider auch phantasielos. © Hersteller
BMW Z4
Braun steht für Bourgeoisie: Die Töne gelten als undynamisch und bürgerlich. Vielleicht liegen die Brauntöne deshalb bei Fahrern der höheren Preisklasse im Trend.  © BMW
Auto Farbe Lack
Dunkles Orange, Rostbraun, Schwarzbraun und das Gold der Erde strahlen dagegen Sicherheit und Wohlgefühl aus.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Beige ist besonders in der Nacht leicht erkennbar. Die Farbe wird als leicht, sportlich und auch fromvergrößernd wahrgenommen. Der Farbpsychologen beschreibt den Fahrer jedoch als introvertiert mit einer Neigung zu Depressionen. © Hersteller
Auto Farbe Lack
Schwarz verleiht einem Wagen mehr Gewicht, Vornehmheit und Seriösität. Der Fahrer gilt als autoritär, selbstbewußt, ehrgeizgetriebener Erfolgsmensch. Die Farbe demonstriert Macht, doch verzichtet der Fahrer auch mal großzügig auf die Vorfahrt. © Hersteller
Caterham Aero Seven
Der Fahrer ist auf alle Fälle kontaktfreudig, löst sich vom Statusdenken und ist offen für Neues. © Caterham
Grün gilt als sicher, leicht und naturfroh. Es ist eine echte Sommerfarbe, denn im Winter kann hellgrün auch giftig wirken. 
Grün gilt als sicher, leicht und naturfroh. Es ist eine echte Sommerfarbe, denn im Winter kann hellgrün auch giftig wirken.  © Auto-Medienportal.Net
Auto Farbe Lack
Weiße Autos werden bei jeder Witterung gesehen, doch wirken weiße Modelle leichter. Der Fahrer gilt als unauffällig, sensibel, zurückhaltend und pflichtbewusst. Sie waschen häufig ihre Wagen und beachten die Straßenverkehrsordnung. © Hersteller
Jaguar XJR
Mehr zum Thema Farbe, Wirkung und die Charaktereigenschaft des Fahrer finden Sie im Internet unter www.farbeundleben.de © Jaguar

Ihr Ende nahm die Geschichte des Trabant bereits am heutigen Standort des Zwickauer Automobilbaus. Im Stadtteil Mosel erfolgte seit 1988 auf einer neuen Taktstraße die Endmontage. Heute baut Volkswagen an dieser Stelle, wo vor 20 Jahren um 14.51 Uhr der letzte Trabant vom Band rollte, Golf und Passat.

Doch auch nach all den Jahren ist die Liebe der Fans zu dem kleinen Stinker ungebrochen: Mehr als 150 Fanclubs huldigen in Deutschland ihrem Lieblingsgefährt. In Zwickau selbst wird vom 24. bis 26. Juni das Internationale Trabantfahrer-Treffen (ITT), das in seinen Glanzzeiten als weltweit größte Trabi-Veranstaltung bis zu 50.000 Besucher lockte, nach zwei Jahren Auszeit wieder auferstehen.

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Bis in die Vereinigten Staaten reicht die Pappenbegeisterung, wie die Internetseite “Trabant USA“ beweist. Nach Schätzung der US-Fans gibt es etwa 250 Trabis jenseits des Atlantiks. Auf den Trabant gekommen ist Seitenbetreiber Matt Annen durch seinen Vater Mike, der mittlerweile 20 der kleinen Autos importiert und restauriert hat.

“Ich sage den Leuten, dass Trabis mein Leben verändert haben“, schreibt Mike Annen in einer E-Mail. Denn der Amerikaner, der nach eigener Aussage zuvor nie etwas anderes als seine Heimat gesehen hatte, reist seitdem regelmäßig nach Europa, um weitere Trabis zu kaufen. Vergangenes Jahr war er sogar in Zwickau. Reisemitbringsel waren zwei Sachsenring P70 von 1958.

dpa

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