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Pick-ups: Trend bei uns schon vorbei, bevor er überhaupt durchstarten konnte

Mercedes X-Klasse, fahrend
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Schon wieder eingestellt: der Mercedes-Pick-up X-Klasse auf Nissan-Basis.

Nicht nur Mercedes hat nach kurzer Bauzeit seinen Pick-up wieder eingestellt. Darum funktionieren die in den USA so beliebten Pritschenwagen in Deutschland einfach nicht.

Stuttgart – Vorne wie ein SUV und entsprechend repräsentativ und abenteuerlustig, mit erhöhter Sitzposition, dazu kräftige Motoren und Allrad-Antrieb: Kein Wunder, dass Pick-ups ein Erfolgs-Segment sind. Vor allem in den USA. Dort boomen die stattlichen „Trucks“, erledigen robuste Transportaufgaben und tuckern lässig über die Boulevards der Citys. Also müsste das doch auch in Deutschlands funktioniren – dachten sich einige Hersteller. Moderne Modelle wie VW Amarok, Toyota Hilux oder die Mercedes X-Klasse sollten hierzulande den biederen Pritschenwagen der Gärtner, Bauleiter und Hausmeister zum Lifestyle-Produkt adeln. Doch der europäische Boom ist abgesagt, noch bevor er richtig begonnen hat. Viele Hersteller ziehen sich vom Markt zurück. Prominentestes Opfer ist die Mercedes X-Klasse. Nach gerade einmal zweieinhalb Jahren Bauzeit lief bereits im vergangenen Jahr das letzte Exemplar des gemeinsam mit Nissan gebauten Allradlers vom Band. Warum das in Amerika so beliebte Konzept des Pick-ups hierzulande nicht funktioniert, verrät die komplette Story auf 24auto.de*.

Auch die Verkaufszahlen der Volumenmarken sackten hierzulande nach einem kurzen Strohfeuer wieder ab. Stieg der Absatz in Europa laut Beratungsagentur Inovev von rund 50.000 Einheiten im Jahr 2013 innerhalb von fünf Jahren noch auf 114.000 Fahrzeuge, fanden nur ein Jahr später lediglich 105.000 Autos einen Käufer. Im Corona-Jahr 2020 sanken die Zulassungen auf 75.000 Einheiten. Und obwohl sich der Markt in Europa zuletzt wieder etwas erholt hat, rollten auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres kaum 50.000 neue Einheiten auf die Straße. Angesichts des gewachsenen Angebots war das deutlich zu wenig Nachfrage: Zwischenzeitlich musste sich ein gutes Dutzend unterschiedlicher Modelle die wenigen Interessenten teilen. *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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