Frage an den tz-Bürgeranwalt

Professionellen Autobumser anzeigen?

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München - Leserin Verena S. wendet sich an das Team des tz-Bürgeranwalts. Sie vermutet, es mit einem professionellen Autobumser zu tun gehabt zu haben.

Ich stand am Dienstag am Luise-Kiesselbach-Platz. Vor mir an der roten Ampel ein Mercedes Sprinter. Plötzlich fuhr der Transporter rückwärts. Zum Glück habe ich sofort gehupt, und die Leute in den anderen Autos schauten her. Da bremste der Transporter ab, Millimeter vor meiner Stoßstange. Das war bestimmt ein professioneller Autobumser. Soll ich den jetzt anzeigen, obwohl nichts passiert ist?

Verena S., Starnberg

Den Vorfall der Polizei zu melden schadet nicht, sagt ein Sprecher der Polizei: „Wir nehmen das als verdächtige Wahrnehmung auf, und wenn das andere Auto in einen Unfall verwickelt wird, dann können die Kollegen darauf zurückgreifen.“ Auch er habe bereits einen Fall erlebt, in dem eine Frau angab, das Auto vor ihr an der Ampel fuhr plötzlich rückwärts, dessen Fahrer aber behauptete, die Frau sei ihm von hinten draufgefahren. „Wir konnten anhand der Spuren an der Stoßstange feststellen, dass tatsächlich das hintere Auto gestanden war“, sagt der Beamte. Katharina Lucà, Pressesprecherin des ADAC, erklärt: „Autobumserbanden sind gar nicht so selten, und wenn es ihnen gelingt, einen Unfall zu provozieren, an dem auf den ersten Blick jemand anderes schuld ist, dann ist es meist sehr schwer, ihnen das zu beweisen.“ Fachanwälte schätzen sogar, dass jeder zehnte Unfall provoziert ist.

Passiert so ein provozierter Unfall, sollte man sofort nach Zeugen suchen und die Polizei rufen. Allerdings bestehen auch die Autobumser oft auf Polizei, um das Unfallgeschehen glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Misstrauisch sollte man werden, wenn der Unfallgegner äußerst routiniert mit der Situation umgeht oder wenn sich plötzlich scheinbar unbeteiligte Personen freiwillig für den Unfallgegner als Zeugen zur Verfügung stellen. Am besten fotografieren und sich Rat bei einem Fachanwalt für Verkehrsrecht holen. Der Polizei sollte man sagen, dass man von einem provozierten Unfall ausgeht und auch seiner Versicherung den Verdacht schriftlich melden.

tz

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