Erste Details für Verkehrssünder

Wie viele Punkte gibt es künftig wofür?

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Der neue Punkte-Tacho und ein neues Bewertungssystem sind Eckpunkte der Flensburger Punktereform.

Berlin - Das Punktesystem in Flensburg soll umgestellt werden. Grundprinzip: Bisher gibt es je nach Schwere bis zu 7 Punkte pro Verstoß, künftig sind es 1, 2 oder 3 Punkte. Einige Beispiele:

Für bestimmte leichtere Verstöße sollen Autofahrer künftig keine Punkte in Flensburg mehr bekommen, plant Verkehrsminister Ramsauer. Deshalb sollen auch manche schon gespeicherte Punkte wegfallen.

Ohne Plakette in einer Umweltzone oder Fahren ohne passendes Saisonkennzeichen: Punkte für Verkehrsverstöße, die nicht die Sicherheit gefährdet haben, sollen in der Flensburger Datei gelöscht werden. In das Register sollen nur noch Delikte eingetragen werden, „die eine direkte Bedeutung für die Sicherheit des Straßenverkehrs haben“, wie es in einem Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums heißt. Eine generelle Amnestie soll es aber nicht geben, sagte ein Sprecher am Dienstag.

Punkte neu bisher
unzulässig in einer Umweltzone 0 Punkte bisher 1 Punkt
21 bis 25 km/h zu schnell 1 Punkt (bisher 1)
gefährliches Überholmanöver 1 Punkt (bisher 2)
Vorfahrt missachtet 1 Punkt (bisher 3)
Innerorts 31 bis 40 km/h zu schnell 2 Punkte (bisher 3)
51 bis 60 km/h zu schnell 2 Punkte (bisher 4)
Fahren im Alkohol-Vollrausch 3 Punkte (bisher 7)

Den aktuellen Punktekatalog nach der StVO finden Sie hier unter www.kba.de.

Die 50 häufigsten und dümmsten Autofahrer-Ausreden bei TÜV Süd

Wenn es um die Begründung von Mängeln am Auto geht, werden die Fahrer offenbar kreativ: Der TÜV Süd hat in seinen Service-Centern außergewöhnliche Ausreden gesammelt, wie er am Dienstag in München mitteilte. Heraus kam, dass die “die guten, die schrägen und die skurrilen Ausreden“ keineswegs ausgestorben sind. Nachfolgend 50 Ausreden, die wohl jeden TÜV-Prüfer verzweifeln lassen. Es seien die "häufigsten, respektive originellsten", so TÜV Süd. © dpa
1. „Das Auto kriegt morgen meine Frau zum Geburtstag als Überraschung, ich muss jetzt sofort TÜV haben." © dpa
2. „Mit dem Wagen fährt nur meine Frau." © dpa
3. „Da habe ich keine Ahnung, mit dem Auto fährt nur mein Mann." © dpa
4. „Meine Frau bringt mit dem Auto bloß die Kinder zur Schule." © dpa
5. Attraktive Frau: „Mein Freund meinte, wenn ich beim TÜV vorfahre, bekommen wir vielleicht die Plakette." © dpa
6. Kundin: „Mein Mann hat gesagt, ich soll alles unterschreiben, wir verkaufen das Auto eh an die Werkstatt." © dpa
7. „Der Ölverlust kommt vom Danebenleeren beim Einfüllen." © dpa
8. „Ich fahr eh bloß bei Tag." (bei Beleuchtungsmangel) © dpa
9. „Die Nebelschlussleuchte brauch ich nicht, bei so Wetter bleib ich sowieso zuhause." © dpa
10. „Da passiert doch nichts, den Riss hab ich schon seit einem Jahr in der Scheibe." © dpa
11. „Versprochen, nächste Woche mach ich Winterreifen drauf." © dpa
12. „Da hinten sitzt bei mir nie jemand." (fehlende Sicherheitsgurte) © dpa
13. „Ist alles in Ordnung, hab isch original im ebay ´kauft." © dpa
14. „Wozu brauch ich eine Handbremse, das ist doch ein Automatik!" © dpa
15. „Da ist nur schlechter Sprit drin vom Urlaub, normal sind die Abgaswerte gut." © dpa
16. „Je lauter mein Auspuff, desto sicherer, weil man mich besser herannahen hört." © dpa
17. „Müssen Sie so streng sein, das könnte ja genauso noch nach der Prüfung hier kaputt gehen." © dpa
18. „Da darf kein Mangel im Prüfbericht stehen, ich will den Wagen verkaufen!" © dpa
19. „Wenn ich das machen lass, dann hält das eh' wieder nicht lange!" © dpa
20. „Schreiben Sie´s ruhig drauf, ich mach es eh' nicht!" © dpa
21. „Dann meld´ ich den halt ab. Dann gehen dem Staat aber die Steuern weg, wollen Sie das verantworten?" © dpa
22. „Nach hinten brauch ich nichts sehen, mich überholt keiner!" © dpa
23. „Ich fahre doch nicht viel." © dpa
24. „Vor zwei Jahren hat der Kollege kein Wort gesagt, dass mit den Bremsen etwas nicht stimmt." © dpa
25. „Die Ersatzteile für den amerikanischen Wagen sind erst in drei Monaten wieder lieferbar." © dpa
26. „Das ist das Auto von meinem Nachbarn." © dpa
27. „Ich bin doch auch hergefahren, da kann es ja nicht so schlimm sein." © dpa
28. „Man kann ein Auto auch tot-reparieren." © dpa
29. „Den Defekt hat mein Auto seit Jahren, das hat noch nie gestört." © dpa
30. „Die Nebelschlussleuchte brauche ich nie, ich weiß nicht einmal, wo ich die einschalten muss." © dpa
31. Bei der HU werden fehlende Wischerblätter bemängelt: „Gestern war die noch dran, jetzt hat die schon wieder jemand geklaut." © dpa
32. „Die Mängel jetzt zu beheben ist völlig sinnlos. Das Auto ist für einen Crashversuch vorgesehen, braucht aber für den Crash einen gültigen TÜV." © dpa
33. „Ich brauch den TÜV aber jetzt, mein Kurzzeitkennzeichen läuft ab." © dpa
34. Prüfer: „Ihr Verbandskasten ist abgelaufen." Sie: „Das macht nichts, ich bin Krankenschwester!" © dpa
35. Prüfer: „Sie haben starken Ölverlust am Motor." Autofahrer: „Macht nix, ich habe in der Garage eine Wanne unters Auto gestellt. © dpa
36. "Abgefahrene Reifen an Zugmaschinen: „Wir fahren kaum auf der Straße". © dpa
37. Bei der Abgasuntersuchung an einem Fahrzeug, das hinten komplett mit Matratzen ausgelegt ist, sagt die Dame aus dem Rotlichtmilieu: „Wenn das Abgas nicht klappt, ist es nicht schlimm, ich stehe nur an der Ingolstädter Straße und brauche den Motor nur zum Heizen. © dpa
38. "Bei der HU funktioniert kein Abblendlicht. „Ich fahre nicht bei Dunkelheit." © dpa
39. Bei der HU reißt ein Handbremsseil. In der schriftlichen Beschwerde findet sich der Satz: „Das Seil ist nur gerissen, weil der Prüfer an der Handbremse gezogen hat wie ein Ochse." © dpa
40. Prüfer: „Ihre Federn scheinen lahm zu sein." Autofahrer: „Wundert mich nicht, ich habe 5 Zentner Kartoffeln im Auto." © dpa
41. „Wenn ich die Scheibe austauschen muss, wer zahlt mir dann meine Vignette?" © dpa
42. Bei einem Eintrag wurde die zulässige Achslast um 100 kg reduziert. Daraufhin der Kunde: „Dann kann ich mei Oide nimma mitnehmen." © dpa
43. Anruf an der Prüfstelle: „Wieso hat mein Nachbar den TÜV bekommen? Der versaut mir immer die Straße!" © dpa
44. Bei der HU: „Bitte schaun Sie genau hin und schreiben alles auf. Ich will ein neues Auto und meine Frau hat es mir verboten. Vielleicht schaffe ich es so, sie zu überzeugen." © dpa
45. An einem russischen Auto funktioniert die Hinterradbremse nicht. „Das ist ein russischer Wagen, der hat hinten keine Bremse. © dpa
46. "Vor der Probefahrt mit dem Motorrad bemerkt der Prüfer den zu geringen Reifenluftdruck. Er misst nach und sagt dem Besitzer, dass nur 0,3 bar Druck auf dem Reifen sind. Kunde: „Ich dacht schon: Mein Gott, sind die Straßen schlecht!" © dpa
47. Anfrage eines Kunden, für dessen Wohnwagen die TÜV-Plakette abgelaufen war: „Mein Wohnwagen steht in Spanien, reicht es, wenn ich Ihnen Bilder zeige und sie machen mir dann den Stempel in die Papiere? © dpa
48. Bei einem Traktor funktioniert die Hupe nicht, sagt der Landwirt: „Ja mei, ich kann ja schreien, ist eh alles offen, da hört man mich schon." © dpa
49. „Brauchst nicht genau schauen bei meinem Traktor – mit dem fahre ich nur im Obstgarten." © dpa
50. „Früher habe ich mich vor dem TÜV mehr gefürchtet, als vor dem Zahnarzt. Aber heute hat es mir echt gut gefallen." © dpa

Insgesamt sind in Flensburg rund 47 Millionen Punkte erfasst. Das Register solle bereinigt werden, erläuterte der Sprecher. Wie das Ministerium schon bei der Vorstellung der Pläne im Februar angekündigt hatte, sollen bei der Umrechnung Delikte herausfallen, für die es künftig keine Punkte mehr gibt - Ordnungswidrigkeiten, die die Sicherheit auf der Straße nicht gefährden. Dazu gehören laut Entwurf auch Verstöße bei Sonntagsfahrverboten, Saisonkennzeichen und Fahrtenbüchern oder das Parken an Feuerwehrzufahrten. Die Löschungen könnten dazu führen, dass etwa eine Million Bürger aus der Kartei verschwindet.

Wenn es für solche Verstöße keine Punkte mehr gebe, müssten auch entsprechende gespeicherte Punkte im Register wegfallen, argumentiert das Ministerium. Darüber berichtete auch die „Bild“-Zeitung (Dienstag). Schwere Delikte wie Alkohol am Steuer, das Überfahren roter Ampeln oder Rasen sollen aber gespeichert bleiben.

Kern der Reform, der Bundestag und Bundesrat zustimmen müssen, ist eine Umstellung des Punktesystems. Die Bewertung von Verstößen nach einer Skala von 1 bis 7 Punkten soll dafür stark vereinfacht werden. Künftig soll es nur noch drei Kategorien geben: je nach Schwere des Vergehens 1, 2 oder 3 Punkte. Dafür soll der Führerschein nach 8 statt nach 18 Punkten entzogen werden. Punkte sollen zudem jeweils separat verjähren, aber auch länger gespeichert werden. Neu konzipiert werden auch Fahreignungsseminare.

dpa

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