Raserei mit Folgen

1.347 Kilometer in neuneinhalb Stunden: Raser unternimmt gefährliche Spritztour - und landet vor Gericht

Mann sitzt in Auto mit Hand an Kupplung.
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Ein Mann fuhr eine 1.347 Kilometer lange Strecke in unter zehn Stunden.

Verkehrssicherheit ist ein allgegenwärtiges Thema. Auch in Großbritannien, wo sich ein Mann wegen seiner rekordverdächtigen Fahrt vor Gericht verantworten musste.

Laut Anklage soll ein junger Brite auf seinem Weg von John o‘Groats nach Land‘s End massiv aufs Gaspedal getreten haben. Eigentlich braucht man bei Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen* für die Strecke von 1347 Kilometern ungefähr 15 Stunden. Der Fahrer eines Audi A5 soll diese Reise von Nordschottland nach Westengland aber in deutlich geringerer Zeit unternommen haben.

Raser vor Gericht: Eliger Ausflug gefährdet Verkehrssicherheit

Die rasante Fahrt blieb nicht lange unerkannt: Nationale Zeitungen und Radiosender berichteten prompt darüber. Und auch die Polizei erfuhr durch die Medien von der Prahlerei und erschien direkt an der Tür des Rasers. Bei einer Razzia durch sein Haus, in Nordwales, wurden Scanner gefunden, mit denen es möglich ist, gefälschte Nummernschilder und Radarkameras zu erkennen. Die Beweislage sprach gegen den Angeklagten in vier Punkten. Wie das Nachrichtenportal Guardian berichtet, wurde der Fahrer unter anderem „wegen gefährlicher Fahrweise und Pervertierung des Rechtsweges angeklagt“.

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Erstaunliche Verhandlung gegen Raser mit überraschendem Urteil

Der Brite verteidigte sich vor Gericht selbst und gab an, die Fahrt zwar gemacht zu haben, aber nicht als Fahrer. Wie er dem Gericht sagte, war er mit anderen Auto-Enthusiasten unterwegs, die er online kennengelernt hatte. Außerdem gab er an, dass er in seinem Bericht, welcher in einem Blog veröffentlicht wurde, übertrieben habe und die Fahrt eigentlich nur 12 Stunden dauerte. Seiner Aussage nach hätte er von mindestens einem der 50 Blitzer erfasst werden müssen, wenn die Behauptungen über seine rasante Fahrt wahr wären.

Die Staatsanwaltschaft, die ihren Fall um den Blogeintrag herum aufbaute, musste sich am Ende jedoch geschlagen geben. Das Gericht sprach den Angeklagten in alle Punkten frei. Neben zwei Vorwürfen bezüglich des gefährlichen Fahrens wurde er auch von den Klagen „die darauf abzielten, den Lauf der Gerechtigkeit zu verfälschen“ freigesprochen.

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Einsicht und Reue des Fahrers - zu spät?

Die Tat soll sich 2017 abgespielt haben. Wie der Mann vor Gericht beteuerte, sei er „nicht mehr derselbe Mann wie vor drei Jahren“, er wurde seinen Fehler so nicht mehr begehen, da er schlicht dumm war. Auch sehe er sein Fehlverhalten ein und würde die Dinge nun anders machen. Am Ende freute er sich über den Freispruch. (swa) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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