Verhaltensregeln

Reh, Katze, Hund: Das ist bei Unfällen mit Wild- und Haustieren zu beachten

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Bei Unfällen mit Wild- und Haustieren gibt es wichtige rechtliche Unterschiede.

Bei einem Unfall mit Tieren sitzt der Schreck erst einmal tief in den Knochen. Das sollte Sie aber nicht davon abhalten, wichtige Verhaltensregeln zu beachten.

Eine der Gefahren beim Autofahren im Herbst ist der Wildwechsel. Rehe, Hirsche und Wildschweine halten sich nicht an Vorfahrtsregeln und sind immer wieder Ursache für schlimme Unfälle.

Wildunfall: Auf keinen Fall weiterfahren

Ist man mit einem Wildtier kollidiert, darf man keinesfalls einfach weiterfahren – das ist Unfallflucht mit allen negativen Konsequenzen. Richtig ist, anzuhalten, die Unfallstelle abzusichern und die Polizei zu benachrichtigen. Dabei sollte man sich so verhalten, dass man sich nicht selbst in Gefahr bringt!

Nach einem Wildunfall besteht Meldepflicht! Schäden am Auto bezahlen Teil- oder Vollkaskoversicherungen. Oft aber nur dann, wenn es sich um sogenanntes Haarwild (Reh, Wildschwein, Fuchs) handelt. Andere Tiere (Vögel, Kühe) gehören nicht dazu. Details dazu stehen in der Versicherungspolice. Der Unfall muss gegenüber der Versicherung nachgewiesen werden, darum vor Ort Beweisdokumente wie zum Beispiel Fotos anfertigen und vom Jagdpächter eine Bescheinigung einholen.

Wer einem Tier ausweicht, um einen Zusammenprall zu verhindern, und dabei einen Unfall baut, erhält nur von einer Vollkaskoversicherung seinen Schaden ersetzt. Nach einem Zusammenprall sollte man noch lebende Tiere auf gar keinen Fall anfassen. Tote Tiere darf man nicht mitnehmen – das wäre Wilderei.

Passend dazu: Wildunfall - So groß ist die Gefahr bei Tempo 60.

Unfall mit Haustier

Anders als bei einem Wildunfall begehen Autofahrer, die einen Hund oder eine Katze überfahren und danach nicht anhalten, keine Fahrerflucht. Vielmehr hat der Tierhalter die Pflicht, auf sein Tier aufzupassen. Da Haustiere juristisch als Sache behandelt werden, geht es bei einem Unfall normalerweise um Sachbeschädigung.

Kommt es zu einem Unfall und das Haustier wird verletzt, sollte man als Autofahrer anhalten, da man sich gemäß Tierschutzgesetz der Tierquälerei schuldig machen kann, wenn das überfahrene Tier noch lebt. Dann sollte man die Unfallstelle absichern und die Polizei rufen. Dem Tier nähern muss sich der Fahrer nicht. Zudem sollte man darauf achten, sich beim Versuch, das verletzte Tier vor dem Verkehr zu sichern, nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Besitzer ausfindig machen

Ist das Tier tot, ist man zwar nicht verpflichtet, die Polizei zu rufen, sollte es aber dennoch tun, wenn man das Tier nicht selber bergen kann und es eine Gefahr für andere Fahrer darstellt. Wer anhand des Tierhalsbandes den Besitzer ausfindig macht und informiert, muss keine Entschädigungsansprüche fürchten. Die Pflichtverletzung liegt beim Tierhalter. Und sind durch den Unfall Schäden am Fahrzeug entstanden, haftet sogar der Tierbesitzer.

Ebenfalls interessant: Hund im überhitzten Auto: Darf ich die Scheibe einschlagen?

Volker Pfau

Wildtierunfall: Das passiert beim Aufprall

Kommt es zum Crash mit einem Reh oder Wildschwein wirken starke Kräfte: Die Wucht mit mit der ein Wildtier bei Tempo 60 in die Frontpartie eines Autos einschlägt ist enorm.  
Kommt es zum Crash mit einem Reh oder Wildschwein wirken starke Kräfte: Die Wucht mit mit der ein Wildtier bei Tempo 60 in die Frontpartie eines Autos einschlägt ist enorm.   © ADAC
Ein Rothirsch - entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten: Fünf Tonnen. © ADAC
Wildschwein - 3,5, Tonnen © ADAC
Damhirsch - 2,5 Tonnen © ADAC
Rehbock - 0,8 Tonnen © ADAC
Ab Tempo 80 ist ein Wildunfall gefährlich. Denn bis Tempo 80 kann ein Autofahrer sein Fahrzeug noch rechtzeitig zum Stehen bringen, wenn in 60 Meter Entfernung plötzlich ein Reh auf die Straße springt. © ADAC
Bei Tempo 60 beträgt der Anhalteweg 35,2 Meter. Abstand zum Hindernis: 60 Meter. © ADAC
Bei Tempo 80 beträgt der Anhalteweg 55,1 Meter. Abstand zum Hindernis: 60 Meter. © ADAC
Bei Tempo 100 kann ein Autofahrer sein Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig stoppen. Der Anhalteweg beträgt 79,2 Meter. Die Aufprallgeschwindigkeit: 61,1 km/h. © ADAC
Bei Tempo 110 beträgt der Anhalteweg 92,8 Meter. Aufprallgeschwindigkeit: 79,8 km/h. Der ADAC empfiehlt den Autofahrern, auf gefährdeten Strecken besonders vorsichtig und allzeit bremsbereit sein. Hier gehts zum Artikel... © ADAC

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