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Vermeintlicher Spar-Trick: Darum ist Salatöl aus dem Supermarkt kein Ersatz für Diesel

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Von: Anne Hund

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Salatöl aus dem Supermarkt gehört ins Essen. Im Tank hat es jedoch nichts verloren, betont man beim ADAC. © Nessi Panthermedia/Imago

Die Spritkosten sind auf Rekordniveau. Womöglich mag deshalb der ein oder andere Autofahrer nach scheinbar günstigen Alternativen suchen. Der ADAC berichtet.

Die hohen Spritpreise sind für viele Autofahrer aktuell ein Ärgernis. Wer jemals daran gedacht haben sollte, alternativ Salatöl aus dem Discounter oder gar Heizöl in den Tank zu füllen, um Geld zu sparen, wird von den ADAC-Fachleuten schnell eines Besseren belehrt. Denn die Experten raten dringend davon ab. Aus verschiedenen Gründen.

ADAC: Salatöl aus dem Supermarkt keine Alternative zu Diesel

Rapsöl beispielsweise im Supermarkt sei zwar für etwa 1,50 bis 1,80 Euro pro Liter erhältlich – „im Vergleich zum aktuellen Dieselpreis geradezu ein Schnäppchen mit einer Ersparnis von 10 bis 25 Prozent“, schreibt der ADAC auf seiner Homepage. Heizöl stehe aktuell bei durchschnittlich 1,46 Euro pro Liter (Stand: 8. März 2022).

Doch jetzt kommt das große Aber: Weder das herkömmliche Pflanzenöl (aus dem Supermarkt) noch das ebenfalls deutlich preiswertere Heizöl eignen sich als Alternativen für den Fahrzeugtank, wie es in dem Beitrag heißt. Im Gegenteil. Denn die ADAC-Fachleute betonen: „Das größte Problem ist der deutliche Viskositätsunterschied im Vergleich zu herkömmlichem Diesel.“ Pflanzenöle führen demnach zu Startschwierigkeiten und „wirken sich negativ auf Leistung und Lebensdauer des Motors aus“.

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Salatöl im Tank? Moderne Dieselmotoren vertragen es nicht, so der ADAC

Darüber hinaus seien Einspritzpumpe und Einspritzdüsen von modernen Dieselfahrzeugen nicht für das zähflüssigere Pflanzenöl ausgelegt, heißt es weiter auf ADAC.de, „wodurch die Verbrennung nicht optimal verläuft. Es ist nicht nur mit verminderter Motorleistung ist zu rechnen, mittelfristig kommen Motor und Kraftstoffsystem zu Schaden.“

Zudem könnten sich laut ADAC.de „in Kraftstofffilter und -leitungen Ablagerungen und Verstopfungen bilden“. Unverbranntes Pflanzenöl könne auch ins Motoröl gelangen, „was wiederum zu Motorschäden führen kann“. Außerdem könnten „saure Bestandteile von Pflanzenölen Dichtungen angreifen und auf Dauer zerstören.“ Autohersteller gäben „keine Freigabe für die Betankung mit Pflanzenöl“, heißt es weiter in dem Beitrag.

Nicht nur deshalb raten die Experten dringend davon ab, einfach Salatöl aus dem Supermarkt in den Tank zu geben. Seit 2008 werde Pflanzenöl als Kraftstoff gemäß Energie StG besteuert, heißt es in dem Beitrag des ADAC. „Die Verwendung von Pflanzenöl (Salatöl) aus dem Supermarkt stellt damit grundsätzlich eine Steuerhinterziehung dar!“

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Heizöl statt Diesel laut ADAC gesetzlich verboten

Heizöl als Kraftstoff für Dieselmotoren sei zudem „wegen der unterschiedlichen Besteuerung gesetzlich verboten“, so der wichtige Hinweis auf ADAC.de. Zudem sei es „technisch problematisch“, mit Heizöl zu fahren. Es bestehe das Risiko, dass es durch eine schlechtere Cetanzahl zu einer unvollständigen Verbrennung durch zu großen Zündverzug kommen könne. „Auswirkungen sind geräuschvolles ‚Nageln‘ des Motors und Leistungsminderung, höhere Schadstoffemissionen durch mehr Ruß im Abgas sowie die Verschmutzung des Motors durch stärkere Ablagerungen“, heißt es in dem Beitrag. Wegen der geringeren Schmierfähigkeit besteht demnach zudem das Risiko, dass es auch zu einer „Leistungsminderung“, höheren Schadstoffemissionen sowie zu einem „erhöhten Verschleiß in den Kraftstoffförder- und Einspritzpumpen“ kommen kann. (ahu)

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