Autopflege im Winter

Scheibenwischer aufstellen - bringt's das?

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Die Gummilippen vom Scheibenwischer sind sehr sensibel.

Wer keine Garage hat, den hält der Winter morgens ganz schön auf Trab. Lästiges Eiskratzen oder Schneefegen gehören zum Programm. Um Zeit zu sparen, schwören Autofahrer auf verschiedene Tricks.

Es ist lästig und gerade in der Früh ein echter Zeitfresser: die Scheiben vom Eis zu befreien. Je nach Temperaturen und Witterung ist das eine echte Qual. Aber eine freie Sicht an der Frontscheibe muss sein, ein Guckloch reicht nicht aus. Windschutzscheibe und Seitenfenster müssen laut Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) einen freien Blick auf die Straße gewähren.

Um sich das lästige Eiskratzen zu sparen, sind einige Autofahrer sehr erfinderisch. Die besten Tipps und Tricks haben wir hier zusammengestellt. Von einigen sollten Sie aber lieber die Finger lassen!

1. Pappe auf die Windschutzscheibe

Mit einem großen Stück Karton decken einige Laternenparker die Autoscheibe am Abend ab. Pappe ist zwar oft schnell und leicht verfügbar, doch das Material hat seine Tücken. Es kann aufweichen und dann wieder festfrieren. Die Papierreste sind dann nur mühsam vom Glas zu entfernen.

2. Mit kochendem Wasser die Scheibe enteisen

Klingt vernünftig, heißes Wasser bringt Eis zum Schmelzen. Doch Vorsicht! Das kann einige Male funktionieren, aber bei einem Temperaturschock können die Scheibe Risse bekommen.

3. Schutzfolie an der Windschutzscheibe

Spezielle Isolierfolie aus dem Autozubehör kann die Eisbildung auf der Windschutzscheibe verhindern. Bei Wind oder bösen Fußgängern ist die Folie schnell weg. Auch muss der Schutz vor der Fahrt im Wagen verstaut werden und sollte dort trocknen.

4. Scheibenwischer hochklappen

Bei frostigen Temperaturen raten Experten die Scheibenwischer aufzustellen. So können die sensiblen Gummilippen nicht festfrieren und bleiben länger intakt. Denn schon bei kleinen Macken an den Wischblätter zieht der Scheibenwischer beim Reinigen fiese Schlieren.

Allerdings verkürzt der Winter die Lebensdauer von Scheibenwischern enorm. Neben dem Schneematsch und Dreck müssen sich auch mit dem Streusalz kämpfen.

Vor dem Parken ist es deswegen sinnvoll, die Auto-Wischanlage zu betätigen. Vorher aber bitte Antifrostmittel in die Scheibenwaschanlage füllen.

Falls die Wischerlippen an der Scheibe festgefroren sind, auf Gewalt verzichten. Experten raten das empfindliche Gummi vom Glas mit Frostschutzmittel aufzutauen und besonderes vorsichtig zu lösen.

Festgefrorene Wischer auf keinen Fall einschalten! Im schlimmsten Fall brennt die Sicherung durch.   

5. Heiße Wärmeflasche ins Auto

Eine heiße Wärmflasche hilft im Bett gegen kalte Füße und im Auto vor vereisten Scheiben. Dafür muss die heiße Wärmflasche 20 Minuten vor der Abfahrt aufs Armaturenbrett gelegt werden. Durch die Wärme löst sich der Eisfilm am Glas. Innen beugt sie einem Beschlagen vor.  

6. Auto "warmlaufen" lassen

Früher war es normal, den Motor im Stand "warmlaufen" zu lassen und damit das lästige Eiskratzen zu verkürzen. Wer dabei weder auf die Nachbarn noch auf die Umwelt Rücksicht nimmt, kann wegen unnötigen Lärms und Abgasbelästigung gebührenpflichtig verwarnt werden.

7. Der besondere Eiskratzer  

Die Zeitschrift auto motor und sport und der TÜV Süd haben 14 Eiskratzer-Modelle getestet. Ergebnis: Nur fünf sind „empfehlenswert“, vier fielen sogar mit „nicht empfehlenswert“ durch.

Der Tipp der Experten zur Wahl des richtigen Eiskratzers: Auf eine stabile und zugleich anpassungsfähige Klinge achten. Außerdem sollten die Eiszähne robust sein, der Griff rutschfest. Nur dann könne man ausreichend Kraft auf die Scheibe übertragen.

Blitzeis & Co.: Das ABC der Winterglätte

Blitzeis, Eisregen oder gefrierende Nässe - Frost und Feuchtigkeit bringen im Winter selbst erfahrene Autofahrer ins Schleudern. Das ABC der gefährlichen Glätte: © dpa
BLITZEIS entsteht, wenn Schneekristalle auf dem Weg zur Erde bei geringen Temperaturschwankungen zu Regen werden und auf Frostboden fallen. Dort gefrieren die Tropfen in Sekundenschnelle zu einer Eisschicht. © dpa
Beim GEFRIERENDEN REGEN treffen mit mehreren Minusgraden unterkühlte Tropfen auf den Boden und gefrieren sofort nach dem Kontakt mit eiskaltem Grund. © dapd Eisregen 2002
Bei EISREGEN gefrieren die Tropfen bereits in der Luft und schlagen als Eiskörner auf. © dpa
GEFRIERENDE NÄSSE ist besonders tückisch. Obwohl das Thermometer im Auto für die Umgebung Plusgrade anzeigt, kann die Straße glatt sein, weil die Temperatur am Erdboden unter Null abgesunken ist und Niederschlag dort gefriert. © dapd
REIF: Sinkt bei trockenem Wetter die Temperatur der feuchten unteren Luftschichten unter null Grad, setzt sich Reif auf der Erde ab und gefriert. © dapd
SCHNEE macht Straßen rutschig, wo er festgefahren auf dem Asphalt liegt. Auch geschmolzener Schnee kann Glätte verursachen, wenn er auf der Straße wieder anfriert. © dpa

ml

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