Die schönsten Autogrills vom Brenner bis Venedig

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Die schönsten Raststätten zwischen Brennerpass und Venedig.

München - Zwischen dem Brennerpass und Venedig gibt es 27 Raststätten. Doch welche ist die schönste, welche die familienfreundlichste? Diese zehn Autogrills haben im Test am besten abgeschnitten:

Rechtzeitig zur Reisezeit haben die Amici dell’ Espresso, das sind Johann Heyde, Philipp Rühle und Florian Klofat, die Raststättenlandschaft zwischen dem Brennerpass und Venedig unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ein praktischer Leitfaden für die Reiseplanung der Hauptroute aller deutschen Italienurlauber und beantwortet wichtige Autogrill-Fragen: wo herrscht das italienischste Flair? Wo gibt es den besten Espresso? Welche Autogrills sind die familienfreundlichsten?

Italienische Rastanlagen genießen einen guten Ruf: Mögen sie auch nicht die strengen ADAC-Testkriterien erfüllen, versprühen sie doch das unnachahmliche italienische Lebensgefühl und lassen bereits die Fahrt in den Süden zum Erlebnis werden - besonders zum gesellschaftlichen Erlebnis.

Die Top 10-Autogrills zwischen Brenner und Venedig

Der erste Autogrill auf dem Weg nach Venedig ist der Sirio-Grill Trens Ovest. Die Angestellten sprechen fast ausnahmslos Italienisch, der Cappuccino schmeckt wie in Rom, und der Tresen wirkt wie ein Stammtisch heimkehrender Brummifahrer. Trens Ovest ist der meistbesuchte Ort Südtirols, über 500.000 Menschen halten hier jedes Jahr. © Amici dell’ Espresso / Arch. Angelo Bianchetti
Paganella Ovest ist die erste Raststätte auf rein italienischsprachigem Terrain. Umgeben von einer Picknick-Wiese wirkt der Fini-Grill edel und mondän. Als Frühstückshalt ist er zu empfehlen, denn die Brioches sind grandios. Geheimtipp: Ist an der Kasse im Eingangsbereich eine lange Warteschlange, den „Scontrino“ für den Verzehr an der Bar einfach an der zweiten Kasse im Ausgangsbereich kaufen, dort ist meist deutlich weniger los. © dpa
Die Raststätte Nogaredo Ovest ist ein von der Betreiberfirma Hermes umgestalteter ehemaliger Grill der Alemagna-Kette. Dies erkennt man an der typischen Riegelform und den verbliebenen Metallmarkisen. Hier stören weder Touristenmassen noch „Konsumschleifen“. Der Espresso ist mit 90 Cent billig und zählt zu den besten. Fazit: ein unscheinbares Kleinod für Kaffee-Liebhaber. © Amici dell’ Espresso / Arch. Angelo Bianchetti
Die Brückenraststätte Scaligera Sud ist ein echtes Erlebnis! Sehenswert an diesem italienischen „Konsumtempel“ ist nicht nur das überbordende Angebot an Speisen und Getränken und die immense Auswahl an Souvenirartikeln. Zum prägenden Ereignis wird ein Besuch durch die Menschenmassen und den beeindruckenden Lärmpegel. Interessanterweise sind es vor allem Italiener, die an diesem Ort offenbar ihre Freizeit verbringen. © Amici dell’ Espresso
Der kleine Sirio-Grill Montecchio ist ein krasser Gegenentwurf zu den „Mega-Grills“. Die neue Raststätte ist nur auf wenigen Karten verzeichnet und daher leicht zu übersehen. Sie liegt nur drei Kilometer hinter Scaligera Sud. Hinter dem kleinen Kiosk (der Espresso kostet 85 Cent) gibt es zahlreiche Sitzmöglichkeiten und einen gepflegten Spielplatz – Agriturismo statt Autogrillwahnsinn! © dpa
Der Autogrill Limenella Sud ist ein Klassiker. Die Brückenraststätte stammt aus den 60er Jahren und erinnert mit seiner Bauform und den siebeneckigen Fenstern an eine Raumstation. Dieser über die gesamte Fahrbahn gespannte Bautypus war früher in Italien besonders beliebt. Die Raststätte etwas in die Jahre gekommene Raststätte gestattet den Reisenden einen ehrfürchtigen Blick zurück in das goldene Zeitalter der Autogrills. © Amici dell’ Espresso / Arch. Angelo Bianchetti
Der vielleicht bodenständigste Grill ist sicherlich keine hygienische Offenbarung. Wer sich aber nach dem Italien der 80er Jahre sehnt, ist genau richtig. Der Alemagna-Grill ist äußerlich schon etwas heruntergekommen und innen super-italienisch. Man trifft kaum Touristen, bestellt Arbeiter-Kaffee, drängelt an die Theke, isst trockene Brioches, meidet die Steh-Toilette und summt trotzdem melancholisch Gianna Nanninis „Bello, bello e impossibile...“. © Amici dell’ Espresso
Paganella Est ist der einzige echte „Autogrill“, also die letzte noch vom gleichnamigen Konzern betriebene Raststätte, auf der gesamten Route Brenner-Verona. Bereits aus diesem Grund ist sie daher für Nostalg iker einen Halt wert. Dieser letzte Mohikaner ist eine äußerst betriebsame Raststätte mit hohem Touristen- und Cappuccino-Durchlauf. Dass „Willkommen“ an der Tür steht, lässt einen langsam wehmütig werden… © Amici dell’ Espresso / Arch. Angelo Bianchetti
Der Sirio-Grill Isarco Est liegt in den norditalienischen Bergen, idyllisch vor einer Berghütte am Rande eines Abhangs. Der Gast darf eine fast dörflich anmutende Aussicht auf das mittlerweile recht enge Etsch-Tal genießen. Der Barraum im Inneren ist behaglich gestaltet, die Kaffee-Qualität gewährleistet. Insgesamt eine empfehlenswerte Raststätte für Individualisten, die den großen Touristenansturm zu vermeiden suchen. © Amici dell’ Espresso / Arch. Angelo Bianchetti
Dieser „Almhütten“-Grill, die vorletzte Anlage auf italienischem Boden, ist eine groteske Ausnahmeerscheinung und unbedingt besuchenswert: Im Innenraum meint man, den Musikanten-Stadel betreten zu haben. Bei genauem Hinsehen entdeckt man eine italienische Bar mit professionellen Baristi. Das Zirbelstuben-Ambiente wird verstärkt durch diverse Südtiroler Souvenir-Spezialitäten. Fazit: Unglaubliche Mischung aus alpenländischer Jodelarchitektur und italienischer Barkultur. © Amici dell’ Espresso / Arch. Angelo Bianchetti

Dies verdeutlicht der Blick in die Geschichte der "punti di ristoro": Der Mythos Autogrill hat seine Wurzeln im Jahr 1947. Um seine begehrten "Pavesini-Backwaren direkt an die Kunden zu verkaufen, eröffnete der Kekshersteller Mario Pavesi einen Kiosk an der Ausfallstraße Mailand-Turin. Drei Jahre später verwandelte er ihn in ein Restaurant mit Bar und erschuf damit die erste Auto-Raststätte, den Autogrill Pavesi. Diese Wortneuschöpfung dient bis heute als Synonym für italienische Autobahnraststätten insgesamt.

Pavesi weitete sein innovatives Geschäftsmodell zu einer ganzen Kette aus. Zusammen mit seinem Partner, dem Architekten Angelo Bianchetti, der mit seinen avantgardistischen Ideen die italienische Raststättenlandschaft nachhaltig prägte.

Zwar liegt die romantische Epoche des – mittlerweile privatisierten – Autogrill-Konzerns schon eine Weile zurück; gleichwohl bleibt der Besuch einer Autogrill-Bar ein nicht wegzudenkender Bestandteil einer Fahrt auf der "Autostrada del Sole".

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