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Campingmobil: So schneidet der Grand California 680 im Vergleich zum VW California ab

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Von: Harald Joisten

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Fast sieben Meter lang und drei Meter hoch: Der Gand California 680 fährt sich dennoch recht handlich.
Fast sieben Meter lang und drei Meter hoch: Der Gand California 680 fährt sich dennoch recht handlich. © VW

Wem der VW-Camping-Bus California eine Spur zu klein ist, kann auf den größeren Bruder zurückgreifen. So schneidet der VW Grand California 680 im Test ab.

Das Reisemobil VW Grand California 680 auf Basis des Kastenwagens Crafter gibt es in den zwei Modellen 600 (6 Meter Länge) und 680 (6,80 Meter). Wir haben die Langversion getestet und Vor- und Nachteile im Vergleich mit dem Camper-Bulli California abgewogen. Der Grand California 680 ist zwei Meter länger und einen ganzen Meter höher (3 Meter). Daher können bis zu zwei Meter große Personen im Innenraum stehen. Im Gegensatz zum California gibt es auch ein festes Bett und eine Nasszelle.

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Es gibt viel Stauraum, auch der Heckkofferraum kann längere Gegenstände aufnehmen.
Es gibt viel Stauraum, auch der Heckkofferraum kann längere Gegenstände aufnehmen. © VW

VW Grand California 680 im Vergleich zum VW California

Das längs im Heck angebrachte Bett misst 2,00x1,67 Meter. Es schläft sich sehr bequem auf der recht dünnen Matratze mit darunter liegendem Tellerfeder-Lattenrost, allerdings mit kleinem Nachteil. Weil das Mittelteil des Bettes komplett hochgeklappt werden kann, um auf den darunter liegenden Laderaum zugreifen zu können, sind die Matratzen unterteilt. Die zwei Besucherritzen stören etwas beim Liegen und sollten mit einer durchgehenden Auflage oder „Doppelbett-Brücke“ ausgeglichen werden. Der Ein- und Ausstieg ins erhöhte Bett ist nicht ganz einfach. Dennoch ist es natürlich grundsätzlich praktisch, wenn im Gegensatz zum California der Innenraum nicht umgebaut werden muss, um ins Bett fallen zu können. Allerdings: Im California hat man neben dem Innenraum-Bett, das sich aus der Rücksitzbank aufbauen lässt, auch noch ein Hochbett im ausfahrbaren Dach zur Verfügung.

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Serienmäßige Außendusche wie beim Camper-Bully California

Der Küchenblock befindet sich – im Gegensatz zum kleineren Bruder California – hinter der Schiebetür.
Der Küchenblock befindet sich – im Gegensatz zum kleineren Bruder California – hinter der Schiebetür. © VW

Die Nasszelle ist der wohl größte Pluspunkt für den Grand California. Dort befinden sich eine feste Toilette, ein großer Spiegelschrank, Ablagemöglichkeiten und ein praktisch hochklappbares Waschbecken. Der Wasserhahn lässt sich abnehmen und als Duschkopf verwenden. Das Licht geht mit Bewegungsmelder an. Der Raum ist freilich nicht üppig groß, aber geräumiger als in manchem Luxus-Reisemobil. Wie im Front- und Heckbereich gibt es auch hier ein Dachfenster zum Lüften. Und wie beim California gibt es zudem eine serienmäßige Außendusche. Der Frischwassertank fasst 110 Liter.

Die Küchenblock ist direkt am Eingang der großen Schiebetür angebracht und damit nicht wie beim California auf der gegenüber liegenden Seite. Er enthält eine Spüle, zwei Flammen-Gasherde sowie einen 70-Liter-Kompressor-Kühlschrank, der schon in geringer Einstellung kräftig kühlt und auch ein Eisfach enthält.

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Grand California: Sitzgruppe für maximal vier Personen

Ringsherum gibt es überall viel Stauraum.
Ringsherum gibt es überall viel Stauraum. © VW

Weil das fest installierte Bett im Heck rund zwei Meter Länge einnimmt, fällt der Wohnraum im Grand California nicht unbedingt geräumiger aus als im California. Die Sitzgruppe ist für maximal vier Personen geeignet – eher für drei, denn die Rückbank ist recht schmal geraten. Dort sitzt lediglich eine Person bequem. Die beiden Frontsitze können wie gewohnt zum Tisch umgedreht werden. Etwas umständlich: Wird der Tisch nicht gebraucht, muss er hinten auf dem Bett verstaut und mit einem Seil festgezurrt werden. Beim California wird er hingegen einfach an die Wand zurückgeklappt und seitlich in einer Schiene neben der Rückbank zurückgeschoben. Pluspunkt California.

In puncto Ladevolumen hat hingegen der VW Grand California freilich klar die Nase vorne. Es gibt im gesamten Fahrzeug zahlreiche Stauräume, auch der Kofferraum im Heck fällt recht üppig aus. Die Zuladung beträgt in der Allradversion 4Motion 575 Kilo (zulässiges Gesamtgewicht 3880 Kilo). Als Fronttriebler beträgt das zulässige Gesamtgewicht hingegen nur 3500 Kilo, kann aber durch Umrüstung aufgelastet werden auf 3,88 Tonnen. Zum Vergleich: Der California kann rund 550 Kilo aufnehmen.

Als einziger Motor verfügbar ist ein 177-PS-Diesel. Der Selbstzünder kommt in Kombination mit der Acht-Gang-Automatik bestens mit dem 3,3-Tonner zurecht und hat im Test gut zwölf Liter verbraucht. Auf der Autobahn kamen wir bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h auf einen Verbrauch von 10,3 Liter.

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Der Küchenblock enthält zwei Gasherde, eine Spüle und einen 70-Liter-Kühschrank.
Der Küchenblock enthält zwei Gasherde, eine Spüle und einen 70-Liter-Kühschrank. © VW

VW Grand California - Vorteile im Vergleich zum Camper-Bulli?

Fahrerisch hat der Camper-Bulli freilich große Vorteile. Er ist wenig und passt mit seinen 4,90 Metern Länge auf nahezu jeden normalen Parkplatz. Doch auch der Grand California 680 fährt sich erstaunlich handlich. Natürlich spürt man in Kurven die Höhe und das Gewicht. Doch Windturbulenzen halten sich auch auf der Autobahn in Grenzen. Die 6,84 Meter sind fast nur beim Rangieren zu merken. Die Frontsitze sind – wie beim California – ergonomisch exzellent, die ruhige Lenkung perfekt abgestimmt. Auch die serienmäßige Gasstandheizung ist ebenso angenehm leise und auch bei Nacht kaum zu hören. Lediglich der Kühlschrank macht sich akustisch dezent bemerkbar, wenn die Kühlung anspringt. Gesteuert wird die gesamte Technik über ein Display im Innenraum.

Preislich ist der California in der vergleichbar ausgestatteten Version „Ocean“ deutlich teurer als der große Bruder. Sein Grundpreis mit Allrad und Sieben-Gang-Automatik: 78.500 Euro. Der Grand California kostet mit 4Motion und Acht-Gang-Automatik knapp 69.000 Euro. Mit Frontantrieb und Acht-Gang-Automatik beginnt er sogar bei rund 64.160 Euro.

Wer also ein reines Reisemobil sucht, mit festem Bett und Nasszelle, der fährt mit dem Grand California sogar günstiger. Im Gegensatz zum kleineren Bruder ist der XXL-California aber beileibe kein Alltagsauto.

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Das große Bett im Heck ist bequem, allerdings durch zwei Besucherritze unterteilt, was beim Liegen etwas stört. Einen Lichtschalter gibt es dort nicht.
Das große Bett im Heck ist bequem, allerdings durch zwei Besucherritze unterteilt, was beim Liegen etwas stört. Einen Lichtschalter gibt es dort nicht. © VW

VW Grand California 680 TDI 4Motion - Technische Daten

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