Niemals "oben ohne"

Darauf sollten Sie beim Kauf von Motorradhelmen achten

Umfassender Schutz: Dem geschlossenen Integralhelm sprechen die Experten den größten Schutz für Motorradfahrer zu. Foto: David Daub/BMW Motorrad
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Umfassender Schutz: Dem geschlossenen Integralhelm sprechen die Experten den größten Schutz für Motorradfahrer zu.
Klassischer Kopfschutz: Aufgrund der angesagten Retrowelle bei den Maschinen erlebt der Jethelm aktuell eine Renaissance. Foto: Robert Günther
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Klassischer Kopfschutz: Aufgrund der angesagten Retrowelle bei den Maschinen erlebt der Jethelm aktuell eine Renaissance.
Nur bei bestimmten Modellen erlaubt: Das Fahren eines Klapphelms mit offenem Visier. Foto: Robert Günther
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Nur bei bestimmten Modellen erlaubt: Das Fahren eines Klapphelms mit offenem Visier.
Eingerastet: Solche Verriegelungen halten die Vorderteile von Klapphelmen offen. Foto: Robert Günther
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Eingerastet: Solche Verriegelungen halten die Vorderteile von Klapphelmen offen.
Verdunkelung: Hinter dem Visier bietet dieses Helmmodell noch einen zusätzlichen Sonnenschutz. Foto: Robert Günther
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Verdunkelung: Hinter dem Visier bietet dieses Helmmodell noch einen zusätzlichen Sonnenschutz.
Helm mit Köpfchen: Dieser Klapphelm hat auch eine Kommunikationsvorrichtung. Foto: Robert Günther
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Helm mit Köpfchen: Dieser Klapphelm hat auch eine Kommunikationsvorrichtung.
Till Ferges ist Redakteur beim Fachmagazin Motorrad News. Foto: MOTORRAD NEWS
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Till Ferges ist Redakteur beim Fachmagazin Motorrad News.
Schutz auf dem Roller: Hier nutzt ein Mann einen offenen Jethelm als Kopfschutz. Foto: Christophe Gateau
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Schutz auf dem Roller: Hier nutzt ein Mann einen offenen Jethelm als Kopfschutz.

Auf dem Motorrad gilt Helmpflicht – doch nicht alle Modelle bieten den gleichen Schutz. Und was ist mit günstigen Helmen – sind die immer unsicherer als sündhaft teure?

Oben ohne wie Peter Fonda einst im Kultstreifen "Easy Rider" – Traum von Freiheit? Nein, denn ohne Helm zu fahren, ist nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich. Aber welche Bauart ist am sichersten, und was kostet das?

Vollvisier- oder Klapphelm? Hauptsache sicher

"Der Vollvisier- oder Integralhelm ist der Klassiker", sagt Frank Braemer vom Bekleidungs- und Zubehör-Anbieter Polo. "Ein Universalhelm für alle Einsatzzwecke und jeden Motorradtyp, der die größte Sicherheit bietet, weil auch der Kinnbereich komplett geschützt ist." Dieser Helmtyp sei mittlerweile je nach Preis sehr aufwendig ausgestattet, etwa mit Sonnenblende oder sogar einem Funksystem.

Ralf Schefzig wiederum setzt auf den Klapphelm. "Der bietet durch den Klappmechanismus einerseits den Komfort eines Jethelms, etwa, wenn man im Sommer an der Ampel steht und mal durchatmen möchte", sagt der Motorradtrainer beim Auto Club Europa (ACE), "garantiert mir andererseits während der Fahrt aber die Sicherheit eines Vollvisierhelms." Mit hochgeklapptem Kinnteil zu fahren, davon rät Schefzig allerdings ab. Dann erfülle der Helm nicht mehr die ECE-Norm 22/05, die geprüfte Sicherheit im geschlossenen Zustand garantiert.

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Immer mit geschlossenem Helm fahren

"Es gibt Klapphelme, die zusätzlich als Jethelm geprüft werden", ergänzt Till Ferges. Der Redakteur des Fachmagazins "Motorrad News" verweist auf die sogenannte P+J-Homologation. Trotzdem rät auch er dann zum Fahren mit geschlossenem Helm. Man könne den Kiefer zwar noch als natürliche Knautschzone sehen, und Verletzungen in diesem Bereich müssten nicht zwangsläufig lebensbedrohlich sein. "Aber ich kenne Personen, die aufs Kinn gestürzt sind - die aus so einem Unfall resultierenden Folgeschäden wünscht man niemandem".

Schefzig glaubt, dass ein offen gefahrener Klapphelm bei einem Sturz gefährlicher werden könne als ein Jethelm. "Bei einem Sturz kann es passieren, dass man mit dem hochgeklappten Kinnteil irgendwo hängenbleibt und sich schlimmste Nackenverletzungen zuzieht."

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Jethelme wieder voll im Trend, aber nur bedingt empfehlenswert

Offene Jethelme erleben aktuell durch den ungebrochenen Retrotrend der Motorradbranche eine wahre Renaissance. Zum Flanieren auf den Boulevards mag das angehen, für hohe Geschwindigkeiten aber taugt der Jethelm nicht. "Jedes Insekt schlägt dann im Gesicht ein wie ein Stein", so ACE-Mann Schefzig. Und Ferges weiß aus eigener Erfahrung, "dass es statt Insekten auch mal hochgewirbelte Steinchen sein können". Das könne nicht nur schmerzhaft, sondern auch sehr gefährlich sein, wenn man plötzlich für einen Moment abgelenkt ist.

Finger weg von Brain Caps

Noch weit weniger Sicherheit bieten sogenannte Brain Caps. Diese Halbschalen enden bereits oberhalb der Ohren, werden aber wegen des lässigen Looks gerade von Chopper-Fahrern gerne getragen. "Lässig vielleicht, zulässig aber auf gar keinen Fall", warnt Schefzig. "Wer von der Polizei erwischt wird, muss mit einem Verwarngeld rechnen, zudem kann die Weiterfahrt untersagt werden".

Fahrbericht: Die mit dem Teufel tanzt – Ducati XDiavel S.

Auslaufmodelle oft wesentlich günstiger

Mindestens 100 Euro müsse man für einen guten Jet-, um die 150 Euro für einen Vollvisierhelm anlegen, sagt Schefzig. Ferges hat gerade einen Jethelm getestet, der gar stolze 400 Euro kostet. "Auch eine Frage des verwendeten Materials", sagt der Redakteur. Tipp: Auslaufmodelle von Markenherstellern seien oft wesentlich günstiger, aber nicht unbedingt schlechter als die neuesten Modelle.

Welchen Helm die Biker brauchen, hängt auch vom Einsatzzweck ab: "Wenn man einen 50-ccm-Roller mit 40 km/h Spitze fährt, kann man bereits für 100 Euro einen Helm bekommen, der den Schutzanforderungen entspricht", sagt Braemer. "Kauft man aber ein Hochleistungsmotorrad mit 200 PS, reicht ein solcher Helm mit entsprechend geringer Ausstattung nicht aus". Er rät, sich im Fachgeschäft zu informieren und nicht ungesehen aus dem Internet zu kaufen, "nur weil das Helmdekor zur Maschine passt". Nur vor Ort könne man testen, ob ein Helm wirklich passt.

Fahrbericht: Harley-Davidson Sport Glide.

dpa/tmn

Motorradtypen: So finden Sie das passende Modell

Sporttourer: kompakte, vollverkleidete Motorräder mit sportlicher Sitzposition wie die Honda VFR 800. Foto: Honda/dpa-tmn
Sporttourer: kompakte, vollverkleidete Motorräder mit sportlicher Sitzposition wie die Honda VFR 800.  © Honda
Motorrad im Custom-Stil: Für die R-nineT-Reihe bietet BMW ein großes Zubehörprogramm an. Foto: BMW/dpa-tmn
Motorrad im Custom-Stil: Für die R-nineT-Reihe bietet BMW ein großes Zubehörprogramm an.  © BMW
Motorrad mit Muskeln: Großer Hubraum und hohes Drehmoment kennzeichnen Muscle Bikes wie die Triumph Rocket III. Foto: Triumph/dpa-tmn
Motorrad mit Muskeln: Großer Hubraum und hohes Drehmoment kennzeichnen Muscle Bikes wie die Triumph Rocket III.  © Triumph
Chopper-Klassiker: Die Softail-Modelle von Harley-Davidson. Foto: Harley-Davidson/dpa-tmn
Chopper-Klassiker: Die Softail-Modelle von Harley-Davidson. © Harley-Davidson
Einen klassischen Auftritt legen neue Maschinen wie die Triumph Bonneville Bobber hin. Foto: Triumph/dpa-tmn
Einen klassischen Auftritt legen neue Maschinen wie die Triumph Bonneville Bobber hin. © Triumph
Supermoto: leichte, spartanische Motorräder wie die KTM 690 SMC. Foto: Rudi Schedl/KTM/dpa-tmn
Supermoto: leichte, spartanische Motorräder wie die KTM 690 SMC. © Rudi Schedl
Ab ins Gelände: Dafür eignen sich Enduros wie die KTM 690 Enduro R. Foto: Heinz Mitterbauer/KTM/dpa-tmn
Ab ins Gelände: Dafür eignen sich Enduros wie die KTM 690 Enduro R. © Heinz Mitterbauer
Allrounder: Nicht spezialisierte Maschinen mit vielen Fähigkeiten wie etwa die Honda CB 500 F. Foto: Honda/dpa-tmn
Allrounder: Nicht spezialisierte Maschinen mit vielen Fähigkeiten wie etwa die Honda CB 500 F.  © Honda
Crossovermodelle kennzeichnen zum Beispiel eine höhere und aufrechtere Sitzposition wie bei der Ducati Multistrada. Foto: Ducati/dpa-tmn
Crossovermodelle kennzeichnen zum Beispiel eine höhere und aufrechtere Sitzposition wie bei der Ducati Multistrada. © Ducati
Bei den Supersportlern wie der Ducati 1299 Superleggera steht die Dynamik unverkennbar im Vordergrund. Foto: Ducati/dpa-tmn
Bei den Supersportlern wie der Ducati 1299 Superleggera steht die Dynamik unverkennbar im Vordergrund. © Ducati
Retro-Bike: Die Ducati Scrambler ist ein neues Motorrad mit einer Optik, die an klassische Maschinen erinnert. Foto: Giuliana Casadei/Ducati/dpa-tmn
Retro-Bike: Die Ducati Scrambler ist ein neues Motorrad mit einer Optik, die an klassische Maschinen erinnert. © Giuliana Casadei
Nackte Tatsachen: Ein typisches, unverkleidetes Naked-Bike ist die Ducati Monster. Foto: Ducati/dpa-tmn
Nackte Tatsachen: Ein typisches, unverkleidetes Naked-Bike ist die Ducati Monster. © Ducati
Die BMW 1200 GS gehört zu den große Reiseenduros. Foto: Arnold Debus/BMW/dpa-tmn
Die BMW 1200 GS gehört zu den große Reiseenduros. Foto: Arnold Debus/BMW/dpa-tmn © Arnold Debus
Vollverkleidet für die große Reise: Reisetourer wie die BMW K 1600 GTL. Foto: Arnold Debus/BMW/dpa-tmn
Vollverkleidet für die große Reise: Reisetourer wie die BMW K 1600 GTL. © Arnold Debus

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