Ausstellung seit Donnerstag für Publikum geöffnet

100 Bruno-Besucher in der ersten Stunde

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Bruno ist jetzt auch für die Öffentlichkeit zu bewundern.

Der ausgestopfte Braunbär Bruno hat zunächst weniger Besucher angelockt als erwartet. Doch auch als ausgestopfter Honigdieb rührt er noch die Gemüter.

“Ich finde es nicht gut, dass er ins Schaufenster gekommen ist“, sagt der neunjährige Paul und spricht damit den meisten Menschen aus der Seele, die am Donnerstagmorgen als erste den vor fast zwei Jahren erschossenen Bären als Ausstellungsstück in der Vitrine des Münchner Museums Mensch und Natur besuchen. Der präparierte Bruno ist dabei beim Plündern von Bienenkästen zu sehen. Wie gerade beim Naschen überrascht wendet er den Kopf dem Besucher zu. Die Szene ist Brunos echtem Leben nachempfunden. Am 16. Juni 2006 räuberte der Bär im oberbayerischen Kochel am See einen Bienenstock.

Rund 100 Besucher kamen in der ersten Stunde nach Öffnung des Museums, um einen Blick auf Bruno zu erhaschen, rund 500 waren es bis zum Mittag. Staunend und fast andächtig stehen sie vor der Vitrine, zwischendurch leuchtet der Blitz einer Kamera. “Ich hätte ihn lieber im Tierpark gehabt“, sagt der kleine Paul. Seinem siebenjährigen Bruder Felix gefällt, dass der Bär beim Naschen gezeigt wird: “Ich finds gut - weil Bären brauchen auch was zu essen.“

Vorbei an zahlreichen anderen Bären eilen die Besucher, um dem Ansturm zuvorzukommen. Allerlei exotische Präparate wie Wollaffen, Faultiere, Zwergameisenbären und andere Tiere interessieren erst einmal nicht. Auch Brunos letzter bayerischer Artgenosse, ein vor 171 Jahren in Ruhpolding erlegter Braunbär, der zwischen Margeriten und Butterblumen in der Vitrine steht, lässt die Besucher kalt. Nach ihm war Bruno im Sommer 2006 der erste Bär in Freiheit, der seine Tatzen wieder auf deutschen Boden setzte. Weltweit verfolgten die Medien damals das Schicksal des aus Italien eingewanderten Bären namens “JJ1“, erster Sohn von Jurka und José.

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Ausgestopfter Bruno – ein Honigräuber!

Ohne jede Scheu vor Menschen tappte der Bär durch Ferienorte, riss Schafe, knackte Hühnerställe und holte sich Honig. Seine Dreistigkeit wurde ihm jedoch zum Verhängnis. Die Behörden fürchteten ein blutiges Zusammentreffen mit Passanten und gaben ihn zum Abschuss frei. Am 26. Juni 2006 wurde er im Genbiet um den Spitzingsee nahe Schliersee erschossen. Tierschützer protestierten lautstark.

Vor dem Museum halten am Donnerstag rund 25 Abschussgegner eine Mahnwache und protestieren gegen die “Trophäenschau“. Wenn der Bär zur Schau gestellt werde, müsse auch der Schütze “ausgestopft“ gezeigt werden, verlangtn sie auf Transparenten. Im Museum hinterlassen derweil Bruno-Fans ihre Botschaften auf einer eigens für Kommentare eingerichteten Wand. “Bruno war ein netter Bär“, heißt es da auf dem allerersten Zettel.Das Museum zeigt auch eine Chronologie des “Falles Bruno“ und gibt allgemeine Informationen über Bären. “Es wäre schade gewesen, ihn nicht der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt Bernd Schnappinger, der mit seinen Kindern Bruno besucht. “Gut ist, dass die Leute hier noch einmal alles nachlesen können: die peinliche Zeit vom Willkommen über den “Problembären“ bis hin zum Abschuss.“

Brunos Rückkehr

“Es ist schade, dass er erschossen wurde“, sagt auch Robert Alvera, der mit Frau und Tochter Marie schon eine Viertelstunde vor der Öffnung vor der Museumstüre stand. Wie für die meisten ist Bruno auch für diese Familie nicht irgendein Bär. Die anderen präparierten Tiere könne sie sich viel leichter ansehen, gibt Ehefrau Margarete zu. Zu Bruno, dessen Schicksal wochenlang die Medien beherrschte, gebe es eben doch einen “ganz anderen Bezug“.

Quelle: DPA

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