14-Jährige angefahren

Todesdrama nach dem Faschingszug

Großeibstadt - Eine 14-Jährige ist nach dem Faschingszug von Aubstadt im Kreis Rhön-Grabfeld auf dem Nachhauseweg von einem VW Golf erfasst und getötet worden. Ihre beste Freundin musste alles miterleben.

Der Faschingzug im kleinen Aubstadt gehört mit Recht zu den Muss-Veranstaltungen im Kreis Rhön-Grabfeld. Über 60 Themenwagen und Gruppen sorgten am Sonntag für Amüsement und Spaß bei den gut 5000 Besuchern. Unter ihnen waren auch die 14-jährige Kathrin, genannt Kathi, aus dem immerhin gut 30 Kilometer entfernten Nüdlingen (Kreis Bad Kissingen) und ihre gleichaltrige Freundin. Der Fasching der Abschter Fosenöchter – er gilt halt auch im fränkischen Nachbarlandkreis als Kult. Doch als der Umzug vorbei war, kam es zu einem schrecklichen Unfall – Kathrin wurde auf dem Nachhauseweg von einem VW Golf erfasst und getötet, neben der Schülerin war ihre beste Freundin spaziert, die alles miterleben musste.

Die beiden Mädels waren von der Mutter von Kathi in das schmucke Dorf gebracht worden. Und die Mama war es auch, die die Schülerinnen wieder abholen wollte. Doch wie es aussieht, wollten die zwei Jugendlichen der Frau entgegen gehen, damit sich die Heimfahrt verkürzt.

Es war erst 18.30 Uhr, aber natürlich bereits stockdunkel. Zudem sorgte ein peitschender Sturmwind, der ein paar Flocken vor sich hertrieb, für eine weitere Verschlechterung der Sicht. Eine unselige Kombination, zumal die beiden Mädchen dunkel gekleidet waren.

Einen Kilometer waren sie schon in Richtung Großeibstadt gelaufen, als den Mädchen, die vorschriftsgemäß auf der linken Seite unterwegs waren, das Auto entgegenkam. Der Fahrer erkannte die Freundinnen, die zudem gerade hinter einer kleinen Kuppe waren, zu spät. Sein VW Golf erfasste mit dem rechten Kotflügel die 14-jährige Kathi. Das Mädchen schlug gegen die Windsschutzscheibe.

Vollbremsung – der Unglücksfahrer sprang aus seinem Wagen und rannte zu den beiden Mädchen. Er versuchte alles, was ihm möglich war, leistete Erste Hilfe und rief zeitgleich den Notarzt. Aber der armen Kathi war nicht mehr zu helfen, sie erlag an der Unfallstelle ihren Verletzungen. Ihre Freundin, die auf dem Bankett marschiert war, kam mit einem Schock davon.

Tief erschüttert zeigte sich gestern der Vorstand der Abschter Fosenöchter, die den Umzug organisiert hatten. Frank Nenninger, der auch bei der Feuerwehr ist: „Wir wurden zum Absperren der Unfallstelle gerufen. Es ist eine furchtbare Tragödie.“ Unklar war gestern, ob die Mutter der Verunglückten an den beiden marschierenden Mädchen vorbeigefahren war, ohne sie zu sehen. Zeugen glauben aber, die Mama von Kathi im Aub­stadt bemerkt zu haben. Die Frau sei in der Festhalle gewesen, wo die Abschlussparty nach dem Umzug stattfand. Dort habe sie nach ihrer Tochter und deren Freundin gesucht: Unter den fröhlich-lärmenden Feiernden ...

MC

Rubriklistenbild: © dpa

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