Großeinsatz für die Polizei

21-Jähriger bedroht Passanten mit Waffe

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Täuschend echt: Vorne die von dem Murnauer verwendete Soft-Air-Pistole, dahinter eine von der Polizei benutzte Dienstwaffe.

Murnau - Ein ortsbekannter junger Mann hat die Murnauer Polizei in Atem gehalten. Nach einem Einbruch hatte er einen Passanten mit einer Waffe bedroht, vermutlich um an Geld für Drogen zu gelangen.

Es war der besorgte Anruf eines Bürgers, der die Polizeibeamten in Murnau am Mittwochnachmittag aufhorchen ließ. Ein Mann stehe an der Unterführung südlich des Murnauer Bahnhofs, hieß es, und lade dort gerade eine Waffe durch. Umgehend machten sich zehn Streifen, unter anderem der Murnauer Inspektion, der Inspektion Fahndung und der Operativen Ergänzungsdienste, auf den Weg zu dem in der Vergangenheit häufig umstrittenen Jugend-Treff am Fußweg zum See. Dort war aber niemand aufzufinden. Erst am Bahnhof konnten die Beamten einen laut Polizeichef Joachim Loy bereits bestens bekannten Mann aufspüren – und festnehmen. Just in diesem Getümmel war nämlich ein zweiter Anruf eines weiteren Bürgers eingegangen, der angab, in einem Bushäuschen in der Nähe des Bahnhofs mit einer Waffe bedroht worden zu sein.

Diese wurde denn auch bei dem 21-Jährigen in der Manteltasche aufgefunden. Allerdings nicht eine echte, sondern eine verblüffend ähnliche Soft-Air-Imitation. Außerdem entdeckten die Beamten eine volle Flasche Whiskey, eine frische Tüte Tabak und Hasch im Geldbeutel des Mannes.

Kaum hatten die Polizisten den 21-Jährigen auf die Inspektion gebracht, tauchte dort ein Seehauser auf, um einen Diebstahl in seinem Haus am Grandlweg anzuzeigen. Von diesem Vorfall hatten die Beamten bis zu dem Zeitpunkt noch nichts gewusst. Als der Seehauser den Festgenommenen sah, entfuhr ihm spontan: „Das ist er.“

Der Mann hatte auf seiner Tour gegen 14.40 Uhr unter anderem auch noch die unversperrte Eingangstür des Einfamilienhauses geöffnet und daraus einen Geldbeutel entwendet. Dabei wurde er von dem 57-jährigen Hausbesitzer, der schon zuvor Geräusche gehört hatte, gesehen und konnte so identifiziert werden.

Nach einem Drogenschnelltest mit positivem Ergebnis entdeckten die Polizeibeamten bei einer Durchsuchung der Wohnung des 21-Jährigen etliche Substanzen, Pülverchen und Tabletten, die auf Drogen hindeuteten und jetzt im Labor untersucht würden. Ein Hund hatte auf diese Substanzen angeschlagen.

Der Täter gehöre zu einer Handvoll Jugendlicher und junger Männer, die immer wieder in Murnau auffällig geworden waren oder werden, sei es in Zusammenhang mit Drogen, Alkoholkonsum oder Diebstählen, sagt Loy. Da er eine Gemeingefährdung dargestellt hatte, wurde er in die Psychiatrie nach Garmisch-Partenkirchen gebracht. Außerdem erwarten ihn nun eine ganze Reihe an Anzeigen: wegen Bedrohung, wegen Diebstahls mit Waffe, wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Laut Loy war der Murnauer bereits wegen Diebstahls eingesessen.

Der Inspektionsleiter warnt eindringlich davor, den Besitz solcher wie in diesem Falle eingesetzter Soft-Air-Waffen zu verharmlosen. Gerade jetzt zur Volksfestzeit möchte er vor allem Eltern dafür sensibilisieren, was der Besitz dieser oft als Spielzeug angesehener Waffen für Folgen haben könnte. „Wenn ich als Polizist mit einer solchen täuschend echten Waffe bedroht werde, kann es durchaus passieren dass ich schieße.“

Dass eine Situation wie die am Murnauer Bahnhof nicht eskaliert sei, liege unter anderem an der großen Erfahrung seiner „Leute“.

Michaela Sperer

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