Litauer mit Luxusskiern aus Spitzing über alle Berge

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Das Skigeschäft von Martina Loch in Spitzing. Seit 24 Jahren habe sie ihren Laden aber solch ein "Ausmaß der Dreistheit" habe sie noch nicht erlebt.

Miesbach - Im Skigebiet Spitzingsee hat eine Fünfer-Gruppe aus Litauen eine hochmoderne Skiausrüstung ausgeliehen, aber nicht mehr zurückgebracht. Für die Besitzerin des Geschäfts ist es eine "finanzielle Katastrophe".

Seit 24 Jahre hat Martina Loch ihren Skiverleih an der Stümpflingbahn am Spitzingsee schon - doch solch ein "Ausmaß an Dreistheit" hat sie in dieser Zeit noch nicht erlebt.

Fünf Paar Ski, fünf Paar Skischuhe und fünf Paar Stöcke - weg. Alles, was sie noch hat, ist ein Zettel mit einer Adresse und die Aussage der Polizei: "Da lässt sich wahrscheinlich nichts machen."

Eine fünfköpfige Gruppe aus Litauen hatte bei ihrem Skiverleih eine hochmoderne Skiausrüstung für drei Tage ausgeliehen. Gesamtwert: 3000 Euro. Jeden Abend kamen die vier Männer und eine Frau zu ihr ins Geschäft, um die ausgeliehenen Sachen abzugeben. Am dritten Tag kam niemand mehr.

Es war Mittwochabend, 13. Januar, als Martina Loch vergeblich wartete. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ihr klar, dass sie die teure Ausrüstung nicht mehr wiedersehen wird. "Am Nachmittag ist immer wieder die Frau der Fünfer-Gruppe ins Geschäft gekommen und hat sich umgeschaut", meint Martina Loch. An dem Ort, wo die Gruppe sonst ihre Straßenschuhe abgestellt hatte, "war am Abend nichts mehr dagestanden", klagt die Geschädigte. 

Martina Loch ist sich sicher: Die Gruppe hatte nie vor, die Ausrüstung wieder zurückzubringen. Bereits beim Verleih hätten die Litauer "richtig drauf geachtet, dass sie nur das Neuste vom Neuen bekommen."  

Als die letzten Skigäste sich am Mittwochabend auf den Heimweg machten, griff die Besitzerin des Skiverleihs zum Telefon. "Ich habe die Polizei angerufen, Anzeige erstattet und mich erkundigt, ob die Gruppe in einem Hotel im Ort untergekommen war", erzählt die Inhaberin des Skiverleihs. Doch helfen konnte ihr niemand.

Dabei ist es die Regel, dass der Skiverleih bei Abgabe von Ausrüstung einen Ausweis als Sicherheit entgegennimmt, "doch am dritten Tag ist das in der Hektik irgendwie untergegangen", erklärt Martina Loch. Für sie ist der Diebstahl eine Katastrophe. "3000 Euro, das ist für mich unglaublich viel Geld", klagt sie.

Geschädigte hofft auf die Hilfe der Skigäste

Jetzt hofft Loch auf die Hilfe der Skigäste, die die Gruppe mit ihrer Ausrüstung gesehen haben könnten. Den Leihvertrag hat ein kleinerer, circa 45-jähriger Mann unterschrieben, der sich mit einem litauischen Pass ausgewiesen hatte. Zwei der Männer waren relativ groß. Die circa 30-jährige Frau hatte eine zierliche Figur und längere, schwarze Haare. Die Gruppe könnte sich in der Nähe des Skigebiets Spitzingsee eingemietet haben. Hinweise nimmt die Polizei Miesbach entgegen. Tel: 08025 / 299-0

Christoph Seidl

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