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B 472: Ehepaar schleudert in Gegenverkehr

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Die beiden Wracks © Herold

Peiting - Trotz Crash-Rettung konnte ihr nicht mehr geholfen werden: Eine Frau aus Biessenhofen (60) erlag am Sonntag nach einem Frontalzusammenstoß auf der B 472 in Höhe Erbenschwang noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen.

Es sind die Augenblicke, die auch die Retter nicht so schnell vergessen. Der Polizei-Hubschrauber kreist über der Unfallstelle, um im Bild die Geschehnisse festzuhalten, deren Folgen Notfallseelsorger Dirk Wollenweber vor Ort hilft zu verarbeiten. Eine Frau hat hier, an dieser Stelle auf der B 472 bei Erbenschwang, vor nicht einmal zwei Stunden ihr Leben verloren.

Ein Leben, das nicht mehr zu retten war. Bei aller Anstrengung. „Extrem schwierig“ sei die Bergung des Opfers gewesen, schildert Kreisbrandmeister Johann Deschler vor Ort. Warum? Das wird schnell mit Blick auf die beiden Autowracks klar. Die hatten sich beim Frontalzusammenstoß offenbar erst miteinander verkeilt und waren offenbar über dem Straßengraben hängend zum Stehen gekommen. „Die Beifahrer-Seite, wo die Frau eingeklemmt war, war fast nicht zugänglich.“

Zwischen zwei Bäumen hängen die Unfallwracks über den Straßenrand hinaus. Ein schrecklicher Anblick, der vermuten lässt, wie massiv der Zusammenstoß gewesen sein muss. Der Unfallverursacher, ein 63-jähriger Mann aus Biessenhofen kommt um 10.50 Uhr auf der B 472 in einer leichten Linkskurve aufs Bankett. Das Auto gerät ins Schleudern – und rauscht mit der Beifahrerseite voraus in den Gegenverkehr, den Wagen eines Ingenrieders (42).

Die Ehefrau des Unfallverursachers (60) wird regelrecht in den entgegenkommenden Wagen hineingeschoben. Sie ist auf dem Beifahrersitz dessen eingeklemmt, was einmal ein Auto war und jetzt mit der Fahrzeugseite schräg hin zur Wiese herunterhängt.

„Wir mussten das Fahrzeug gegen Verrutschen sichern, bevor wir mit der Bergung beginnen konnten“, schildert Johann Deschler dramatische Momente der Rettung. Alles muss blitzschnell gehen. „Crash-Rettungs“, heißt das Vorgehen im Fachjargon. Das Ziel: Eine schwerstverletzte Person so schnell wie möglich retten.

Doch selbst die schnellste Hilfe kommt in diesem Fall zu spät. Der Notarzt kann nur noch den Tod der Biessenhofenerin feststellen. Ihr Ehemann (63) schwebt in Lebensgefahr. Er wird mit dem Rettungshubschrauber ins Unfallklinikum nach Murnau eingeliefert.

Mit dem Leben und nur leichten Verletzungen davongekommen ist bei diesem schrecklichen Unfall ein Autofahrer aus Ingenried (42), der im entgegenkommenden Wagen saß: Er wurde ambulant im Schongauer Krankenhaus behandelt und wieder entlassen – kaum zu glauben, sieht man das völlig zerstörte Unfallwrack, dem er entstiegen ist.

Ein schrecklicher Unfall. Auch für die 45 Feuerwehrmänner aus Schongau und Ingenried, die mit acht Fahrzeugen im Einsatz sind. „Vor allem für unsere Leute an vorderster Front ist das schon eine Extrem-Situation“, sagt der Kreisbrandmeister an diesem Mittag.

Die B 472 bleibt für mehrere Stunden gesperrt. Der Gutachter muss rekonstruieren, was hier passiert ist, in diesen wenigen Momenten, die alles verändert haben.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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