Bus war auf dem Weg nach München

Nach Großeinsatz auf der A9: Haftrichter schickt Tatverdächtigen in psychiatrische Klinik

Mutmaßlich bewaffneter Fahrgast in Reisebus: A 9 voll gesperrt
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In dem Reisebus auf der A9 bei Hilpoltstein hat ein Mann mehrere Menschen angegriffen.

Nach dem Vorfall auf der A9 bei Hilpoltstein ist der Tatverdächtige festgenommen worden. Er wurde nun in eine psychiatrische Klinik eingeliefert.

Update, Mittwoch, 22.09., 16.15 Uhr: Nach dem Großeinsatz auf der A9 bei Hilpoltstein ist der 30-jährige Tatverdächtige in eine psychiatrischen Fachklinik eingewiesen worden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten, habe der Ermittlungsrichter einen Unterbringungsbefehl erlassen. Es sei nicht auszuschließen, dass sich der Mann in einem psychischen Ausnahmezustand befinde. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt.

Er soll am Dienstagabend in einem Reisebus auf der A9 einen 20-Jährigen unvermittelt angegriffen, ihn auf den Boden geschleudert und ihm mehrmals gegen den Kopf getreten haben. Der 20-Jährige kam ins Krankenhaus, wurde aber noch in der Nacht zum Mittwoch entlassen. Außerdem soll der mutmaßliche Täter einer 24-Jährigen ins Gesicht geschlagen haben. Der Vorfall löste einen Großeinsatz aus, die Polizei sprach zunächst von einer „Bedrohungslage“ und einem möglicherweise bewaffneten Mann. Eine Geiselnahme und eine Bewaffnung konnte später aber ausgeschlossen werden. 

Nach Großeinsatz auf A9: Versuchter Mord statt versuchter Totschlag?

Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst Haftantrag wegen versuchten Totschlags gestellt. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, der Ermittlungsrichter habe dann auf den Vorwurf des versuchten Mordes entschieden. Denn das 20-Jährige Opfer soll geschlafen haben, als es angegriffen wurde - das könnte das Mordmerkmal „Heimtücke“ erfüllen.

Ein psychiatrischer Sachverständiger habe mit dem Beschuldigten gesprochen und sei zu dem Schluss gekommen, dass eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen sei, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Diese wäre aber Voraussetzung für einen Haftbefehl. Zur Tat äußerte sich der 30-Jährige nicht, das Motiv ist weiter unklar.

Großeinsatz auf A9: Ermittler schließen Geiselnahme aus

Erstmeldung, Mittwoch, 22.09., 16.30 Uhr: Hilpoltstein - Nach einem Großeinsatz auf der A9 bei Hilpoltstein ist ein 30-jähriger Mann festgenommen worden. Ihm wird nun versuchter Totschlag vorgeworfen. Am Dienstagabend (21. September) soll er in einem Reisebus zwei Fahrgäste mit Schlägen und Tritten verletzt und dabei Todesdrohungen geäußert haben, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Eine Geiselnahme schlossen die Ermittler aber aus.

Einen vor ihm sitzenden und schlafenden 20-Jährigen soll der Serbe nach Polizeiangaben unvermittelt angegriffen haben. Er soll ihn auf den Boden geschleudert und ihm mehrmals gegen den Kopf getreten haben. Der 20-Jährige kam ins Krankenhaus, wurde aber noch in der Nacht zum Mittwoch entlassen. Außerdem soll der mutmaßliche Täter einer 24-Jährigen ins Gesicht geschlagen haben.

Nach Großeinsatz auf der A9: Polizei sprach zuerst von einer Bedrohungslage

Der Vorfall in dem Reisebus sorgte für eine Menge Aufmerksamkeit: Noch vor den ersten Erkenntnissen hatte die Polizei von einer „Bedrohungslage“ und einem möglicherweise bewaffneten Mann gesprochen, der noch mit einigen Personen in dem Reisebus sei. Nach stundenlangem Großeinsatz und einer Vollsperrung der Autobahn nahmen Spezialeinsatzkräfte der Polizei den Tatverdächtigen auf der A 9 zwischen Hilpoltstein und Greding widerstandslos fest.

Am Mittwochmorgen erklärte ein Polizeisprecher, dass eine Geiselnahme zu keinem Zeitpunkt vorgelegen hat. Auch der Verdacht, dass der Mann eine Waffe bei sich getragen habe, habe sich nicht bewahrheitet. Von außen konnte die Lage laut dem Sprecher nicht sofort geklärt werden. Fahrgäste hätten von einer bedrohlichen Lage und auch einer Waffe gesprochen. Es gebe aber keine Anhaltspunkte dafür, dass der 30-Jährige die Busfahrer - die sich zuletzt noch mit ihm in dem Reisebus aufhielten - gewaltsam festgehalten habe. Die Fahrer hätten sich vielmehr freiwillig in dem Bus aufgehalten.

Vorfall auf der A9: Tatverdächtiger noch nicht vernommen

Zum Motiv des Tatverdächtigen lässt sich derzeit noch nicht viel sagen. Dieses war laut Polizei zunächst unklar. Der 30-Jährige sei noch nicht vernommen worden. Aussagen zum Motiv könnte es bei der Vorführung vor den Ermittlungsrichter geben. Bislang gebe es keine Hinweise, dass der Mann unter dem Einfluss berauschender Mittel gestanden habe, teilte die Polizei mit.

In dem Bus waren elf Fahrgäste und drei Busfahrer. Er war unterwegs in Richtung München und sollte laut Polizei weiter nach Serbien fahren. Nach serbischen Medienberichten handelt es sich um einen Linienbus des Unternehmens Lasta auf der Linie Dortmund-Belgrad. Diese Busse werden vor allem von ausländischen Arbeitskräften und deren Angehörigen genutzt. Nach Angaben der Polizei wurden die Fahrgäste von Notfallseelsorgern betreut, ihnen sei eine Hotelübernachtung und ein Ersatzbus für die Weiterfahrt nach Belgrad organisiert worden. (ly/dpa)

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