Nach dem Fernseherfolg: Jetzt sind Bayerns Landwirte auf Brautschau

Ab heute in der tz: Bauer sucht Frau

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Sucht Traummann fürs Landleben: Hedwig M. (44).

München - Die Stars heißen Günne, der sportliche Milchbauer, Georg, der gemütliche Getreidebauer und natürlich Heinrich, der singende Schäfer - – heute Abend um 21.15 Uhr werden Millionen Deutsche das letzte Mal bei der RTL-Reihe „Bauer sucht Frau“ mitfiebern.

In der tz aber geht’s weiter: Ab Dienstag stellen wir Ihnen jeden Tag einen bayerischen Landwirt vor, der noch auf der Suche nach der großen Liebe ist. Zum Auftakt unserer Aktion gehen wir erst mal der Frage nach, wie es um das Liebesleben unserer Landwirte tatsächlich bestellt ist. Haben es Bauern wirklich schwerer, die Frau fürs Leben zu finden? Wenn ja, warum? tz-Reporterin Nina Bautz hat mit einem Diakon der Bäuerlichen Familienberatung gesprochen und einer Münchnerin, die schon lange ihren Traum-Bauern sucht.

Freilich gibt’s auch unter den Landwirten so manche fesche Burschen, die keine Probleme bei der Partnersuche haben. Aber, so sagt Andreas Klein, Diakon bei der Bäuerlichen Familienberatung der Erzdiözese München-Freising, im Allgemeinen hätten Bauern tatsächlich mit „erschwerten Bedingungen zu kämpfen“.

Bauer sucht Frau: So lieben die Bauern aus der letzten Staffel

Bauer sucht Frau: So lieben die Bauern aus der letzten Staffel © RTL
MAIK (37) AUS NIEDERSACHSEN: Der Pfundskerl aus dem Harz hat geheiratet! Zwar keine Frau aus der Sendung, dafür die 39-jährige Judith. Sie arbeitet als Arzthelferin in der Praxis von Maiks Hausarzt, war aber erst durch RTL auf den niedersächsischen Bauern aufmerksam geworden. © RTL
Gemeinsam mit ihrer zwölfjährigen Tochter zog sie dann recht schnell zu ihm auf den Hof und ist seitdem „total happy“. © RTL
BERNHARD (44) AUS NIEDERSACHSEN: Der etwas raubeinige Bauer aus Osnabrück sorgte für einen kleinen Skandal in der letzten Staffel. Denn er und Kandidatin Beate hatten sich verliebt, wollten das vor der Kamera aber nicht ausleben. © RTL
Also täuschten sie einen Streit vor: Sie verließ die Sendung, blieb ihrem Bernhard aber hinter den Kulissen treu. Die beiden leben heute gemeinsam mit ihrer Mutter auf seinem Hof. © RTL
BRUNO (46) AUS OBERFRANKEN: Der liebevolle Bayer Bruno und seine Anja – sie waren das Traumpaar der vergangenen Staffel. Wie die tz schon ausführlich berichtete, leben die beiden sehr glücklich zusammen auf seinem Hof in Oberfranken. © RTL
Konkrete Hochzeitspläne haben die zwei (noch) nicht. Allerdings hat Anja auf der Hochzeit von Maik und Judith (siehe unten) den Brautstrauß gefangen. Noch Fragen …? © RTL
ANDI (23) AUS DEM ALLGÄU: Eigentlich wollte Andi ja mit seiner Kati nach der Sendung glücklich werden. Sie war sogar schon bei ihm eingezogen. © RTL
Doch die beiden haben sich wieder getrennt. Sie ging zurück zu dem Vater ihres Kindes und ist sogar wieder schwanger. Andi, der fleißige Jungbauer, ist also wieder zu haben. Derzeit teilt er seinen Hof „nur“ mit drei Brüdern, 38 Milchkühen und einigen anderen Tieren. © RTL
JÜRGEN (41) AUS SCHLESWIG-HOLSTEIN: Jürgen war der Problem-Bauer in der vergangenen Staffel. In Liebesdingen komplett (!) unerfahren, ging er in der Kuppel-Show leer aus – zunächst. © RTL
Denn nach der Show meldete sich Julia (31), eine Altenpflegerin aus Bad Pyrmont. Sie hatte Jürgen bei RTL gesehen und sich verliebt. Die beiden lernten sich kennen und sind seit einigen Monaten sehr glücklich miteinander. © RTL
ANDREAS (43) AUS SCHLESWIG-HOLSTEIN: Der gutmütige Ostfriese hat das große Liebesglück noch nicht gefunden. RTL hatte keine Herzdame für ihn, und auch nach dem Ende der Sendung hat es bei Andreas noch nicht gefunkt. © RTL
Aber wer weiß, was die Zukunft für ihn bringt … © RTL
MICHAEL (31) AUS BADEN-WÜRTTEMBERG: „Nichts Festes“ hat Kuhbauer Michael vorzuweisen, wie er selbst sagt. Er amüsiert sich hier und da, die Liebe seines Lebens war bisher aber nicht dabei. © RTL
So bewirtschaftet er seinen Biohof noch allein mit seinen Eltern und zwei Geschwistern. © RTL
MARKUS (33) AUS BADEN-WÜRTTEMBERG: So romantisch war er, der Markus, doch verlieben wollte sich bis jetzt keine Frau in ihn … © RTL
Er, der RTL im vergangenen Jahr vorwarf, das eh alles nur „fake“, also vorher abgesprochen, sei, ist wählerisch geblieben. © RTL
FURTHI (29) AUS FRANKEN: Furthi ist auch noch allein. Vielleicht ist der Franke, den man außerhalb Bayerns nur schwer verstand, einfach ein bisschen zu gut für diese Welt … © RTL
Aber er will die Hoffnung nicht aufgeben. Gut so! © RTL

Darum sind Landwirte oft lange Single:

Der Landwirt, der ewige Sohn: Hier geht es nicht um die böse Schwiegermutter, auf die die Frau immer treffen kann. Das Problem ist viel komplexer: Die Landwirtschaft ist eine der letzten Berufsbranchen, in der Familie und Arbeit unter einem Dach sind. Das macht es den Söhnen oft schwer, sich zu lösen und selbstständig zu werden. „Es fehlt die Möglichkeit, sich außerhalb der Familie zu behaupten. Die einzigen Vorbilder bleiben die Eltern – auch in einer Phase, in der das naturgemäß nicht mehr so sein sollte“, so Klein. „Gerade das Mutter-Sohn-Verhältnis bleibt oft zu eng.“

Immer wieder berichteten Bauern, dass es schon Konflikte gäbe, wenn sie in eine eigene Wohnung ziehen wollen – oder eben eine eigene Familie gründen. „Frauen schreckt die enge Bindung oft ab, weil sie sich fragen: ‚Wo habe ich in diesem festen Gefüge meinen Platz?’“

Das Vorurteil: „Bauern sind alle reich“: Immer wieder berichteten Landwirte bei der tz-Recherche, dass es Damen eindeutig auf ihr Geld abgesehen hätten. Gerade über Partnervermittlungen meldeten sich demnach häufig solche Frauen, auch aus dem Ausland. Diese wollten gleich beim ersten Treffen Verträge aushandeln: „Ich bleib bei dir – was gibst du mir dafür?“

Bei vielen Landwirten ist das ohnehin vergebene Liebesmüh: „Viele sehen nur den Verkehrswert von Haus und Grund“, sagt Experte Klein. „Was den Bauern aber zum Leben übrig bleibt, ist oft wenig – und wird angesichts von Subventionsstreichungen und sinkenden Absatzpreisen immer weniger.“ Die Moral von der Geschicht: Die, die es aufs Geld abgesehen haben, ziehen bald wieder enttäuscht ab.

Das vermeintlich idyllische Landleben: Diskussionen in landwirtschaftlichen Internetforen beweisen es: Es gibt tatsächlich Frauen, die einen Landwirt als Mann wollen, weil sie „total tierlieb“ sind, Kühe knuffig finden und gerne Blumensträuße pflücken. Dass Kuhstall und Misthaufen stinken und das Leben als Landwirtin ein Sieben-Tage-Job ist, erkennen viele zu spät. Wer vom Land kommt, weiß das – aber genau deshalb nehmen viele Frauen dort gleich Reißaus, wenn sie erfahren, dass der Mann ihrer Träume Landwirt ist.

Die Schüchternheit: Wegen der genannten Punkte werden Landwirte oft enttäuscht. „Sie trauen sich kaum mehr auf Frauen zuzugehen und schieben dann auch mal die Arbeitsbelastung vor“, erklärt Klein den Teufelskreis.

Trotzdem haben unsere tz-Bauern, die wir ab Dienstag vorstellen, die Hoffnung nicht aufgegeben. Vielleicht meldet sich ja endlich die Richtige?!

Tausche Stadt gegen Prachtkerl vom Land

Das Hexenhäuserl von Hedwig M. (44) in Berg am Laim ist 80 Quadratmeter groß – aber das ist ihr zu klein. „Egal, wo ich in der Stadt bin – ich fühle mich eingeengt.“ Die gebürtige Münchnerin hat zweimal für mehrere Jahre auf dem Land gelebt. „Wenn mein Sohn im Sommer mit der Schule fertig ist, muss ich wieder raus – die Liebe zum Land ist größer.“ Zum perfekten Glück fehlt ihr nur der Mann, der dieses Leben teilt.

So schwer dürfte das eigentlich nicht sein: Als die Schreinerin in einer Wohnung auf einem Bauernhof nahe Sauerlach lebte, hat sie viel gelernt. „Ich kann Ziegen und Kühe melken, Stall ausmisten, mit dem Traktor rausfahren und Felder odeln oder Weizen scheiden – als naive Großstädterin kann man mich nicht bezeichnen.“

Warum aber hat’s bislang nie geklappt mit dem Bauernglück? Versuche gab es genug, auch über Bekanntschaftsanzeigen. „Leider stimmt das Vorurteil: Einige Landwirte halten sehr an alten Rollenbildern fest.“

Wenn Hedwig M. sich den perfekten Mann backen könnte, käme ein Mann wie Hollywood-Star Antonio Banderas in Gummistiefeln auf dem Misthaufen raus. „Aber ich bin schon zufrieden, wenn er keine Putzfrau oder Ersatzmama sucht.“ Es sei schon vorgekommen, dass Landwirte beim ersten Treffen abgefragt hätten, was sie im Haushalt alles könne. Einer sagte gleich zur Begrüßung: „Weißt, es fehlt halt ’ne Frau im Haus …“

Wenn ein Bauer jedoch mit einer eigenständigen Frau klarkommt, noch dazu über 40 Jahre alt ist, die Familienplanung abgeschlossen hat, nicht konfliktscheu, aber sehr liebevoll ist, gerne wandert und in die Sauna geht – dann hat er echte Chancen bei Hedwig M. „Wie in allen anderen Berufen gibt es ja auch unter den Bauern unterschiedlichste Charaktere. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.“

Nina Bautz

Quelle: tz

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