Krebskranker Nils (4) kämpft um sein Leben / Neue Antikörper-Therapie könnte ihn retten

„Aber im Himmel treffe ich meine Oma wieder"

Trotz seiner schweren Krankheit hat er nie seinen Lebensmut verloren: Der kleine Nils (4)

Weihnachten musste der kleine Nils (4) im Krankenhaus feiern. Ohne Christbaum und ohne Kerzen.

„Natürlich hätten wir lieber zuhause gefeiert“, sagt seine Mutter Anita W. (39, Name geändert). „Doch man wird bescheiden. Wir waren einfach nur dankbar, dass es ihm an diesem Tag gut ging.“

So können Sie helfen:

So können Sie dem kleinen Nils helfen:

Der Vierjährige, der in einem kleinen Ort am Ammersee lebt, leidet am Neuroblastom, einer besonders aggressiven Krebsart. Vor zwei Jahren wurde die furchtbare Diagnose gestellt. „Nils klagte immer wieder über Bauchschmerzen, war oft müde“, erinnert sich Anita W. Der Kinderarzt tippt auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Doch als sich Nils’ Zustand auch eine Woche später noch nicht bessert, bringt ihn seine besorgte Mutter ins Krankenhaus. Per Ultraschall stellen die Ärzte dort einen Tumor an der linken Nebenniere fest.

„Das war der schrecklichste Tag unseres Lebens. Für uns ist eine Welt zusammengebrochen“, sagt die 39-Jährige. Schon zwei Wochen später beginnt die Chemotherapie. Die Ärzte geben Nils eine Überlebenschance von 30 Prozent. Doch der tapfere Bub kämpft um sein Leben – und gewinnt. Im November 2007 wird er operiert, geht ein halbes Jahr später sogar wieder in den Kindergarten. „Am meisten hat sich Nils auf seine Freunde gefreut.“

Doch nur vier Monate später der nächste Schock. Bei einer Kontrolluntersuchung finden die Ärzte einen neuen Tumor – der Behandlungsmarathon beginnt von Neuem. „Wir wussten, dass die Rückfallquote sehr hoch ist. Trotzdem war es eine furchtbare Nachricht“, sagt Anita W. Auch Nils denkt jetzt viel über den Tod nach. „Er soll keine Angst vor dem Sterben haben. Wir haben ihm erklärt, dass die Seele in den Himmel kommt und er Oma und Opa wiedertrifft“, so die Mutter. Und Nils hat keine Angst, er ist nur neugierig. „Aus seinem starken Lebenswillen schöpfen wir viel Kraft.“

Auch gibt es neue Hoffnung: Kurz vor Weihnachten wurden Nils in der Universitätsklinik Tübingen Stammzellen von seiner Mutter transplantiert, die gut angewachsen sind. Nun müsste Nils dringend mit einer Antikörpertherapie beginnen, damit sein Immunsystem die Tumorzellen besser zerstören kann. Um den dafür nötigen Antikörper zu finanzieren, hat die Familie für Nils und andere am Neuroblastom erkrankte Kinder eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Anita W.: „Wir sind es Nils schuldig, alles zu probieren. Wenn jemand diesen Kampf schafft, dann er!“

Christina Schmelzer

Quelle: tz

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