Zum Abi-Debakel in Schweinfurt

Ministerium: Schule war selber schuld

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Bis auf 2 Schüler an der privaten Fachoberschule in Schweinfurt sind alle in dieser Klasse durch das Fachabitur gefallen.

München - An einer Schweinfurter Privatschule ist fast ein gesamter Jahrgang durch das Abitur gefallen. Die Fehleranalyse im Bildungsausschuss des Landtags: Faule Schüler trafen auf schlechte Lehrer.

Das Kultusministerium plant nach der Abiturpleite an einer Schweinfurter Wirtschaftsschule keine Verschärfung der Vorschriften für Privatschulen. Genehmigte Privatschulen hätten nach der Rechtsprechung große Freiräume, berichtete Ministerialrat Günter Liebl am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags.

An der Fachoberschule Schwarz waren 25 von 27 Schülern durch die Abiprüfung gefallen. Mehrere Mängel hatte das Kultusministerium dort festgestellt: Demnach hatte über die Hälfte der Schüler schon bei der Aufnahme in die Fachoberschule einen sehr schwachen Notenschnitt. Außerdem hätten die Lehrer es nicht verstanden, die Schüler zu motivieren. Die Schule habe keine ausreichenden Konsequenzen aus dem mangelhaften Verhalten der Schüler gezogen. Außerdem wurden die Schüler erst zu Beginn der 12. Klasse über die Anforderungen der Abiprüfung informiert.

Ausnahmsweise wurde das Kultusministerium nicht einmal von SPD und Grünen übermäßig scharf kritisiert. „Zum Lernen gehören immer mehrere, aber auch der Schüler“, stellte die Grünen-Abgeordnete Simone Tolle fest. „Auch wenn es nicht beliebt ist in der Welt, dass man die Schüler in die Pflicht nimmt.“ Die SPD-Abgeordnete Simone Strohmayr verwies ebenso darauf, dass die Schule schwache Schüler aufgenommen habe und die Lehrer den Qualitätsansprüchen nicht genügt hätten. Der Ausschussvorsitzende Martin Güll betonte, dass an der Freiheit der Privatschulen auch nicht gerüttelt werden soll.

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Scharfe Kritik kam lediglich von den Freien Wählern: „Hier liegen sehr wohl Versäumnisse des Ministeriums vor“, sagte der unterfränkische Abgeordnete Günther Felbinger. Er habe Beschwerdeschreiben von zwei Lehrern des Privatschulunternehmens an das Ministerium weitergeleitet, dort seien die Informationen versandet.

Ministerialrat Liebl wies das zurück: Bei den Beschwerden sei es um einen Streit zwischen den Lehrern und dem Fachbereichsleiter gegangen, „rein fachliche Dinge“. Der CSU-Bildungsexperte Georg Eisenreich sagte, in diesem Fall sei die Gründung der Fachoberschule „gründlich schief gegangen“.

Ungeachtet der Bekenntnisse zur Freiheit der Privatschulen prüft das Ministerium derzeit, ob der Schweinfurter Schule die Genehmigung entzogen wird oder ob ihr verschärfte Auflagen gemacht werden.

dpa

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