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Ärzte raten zu Impfung: Grippewelle rollt auf Bayern zu

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Grippe
Richtig schlecht geht es den Patienten, wenn die Grippe sie erwischt hat. Meist ist hohes Fieber damit verbunden. Dann ist Bettruhe angesagt. © dpa / Maurizio Gambarini

Die Zahl der Grippefälle in Bayern steigt rasant, gleichzeitig ist der Impfstoff vielerorts knapp. Ärzte raten trotzdem, sich wenn möglich impfen zu lassen – denn die Grippesaison ist noch lang.

München – Die Grippe verläuft in diesem Jahr besonders schwer. Die Patienten seien richtig krank, sagt der Münchner Hausarzt und Landesvorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes, Wolfgang Ritter. Sie kämen mit 40 Grad Fieber und brennendem Husten und seien todmüde. Bei rund 20 Prozent der Erkältungskrankheiten handele es sich um die echte Influenza. Weit verbreitet sei laut Ritter in diesem Jahr das Influenza-Virus vom Typ A. Es sei recht aggressiv und führe häufiger zu Komplikationen.

Die Wartezimmer sind voll

Das merken auch die Krankenhäuser, etwa die Notaufnahme des Klinikums der Universität München. Bis vor kurzem behandelten die Ärzte dort zwei bis drei Grippefälle pro Woche. Aktuell seien es drei bis vier Patienten am Tag, berichtet ein Sprecher. Zudem sorgen normale Erkältungskrankheiten derzeit nach Angaben der Hausärzte für volle Praxen.

Mehr als 5800 Influenza-Fälle in Bayern registrierte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zwischen Oktober 2018 und dem 4. Februar 2019. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt fast 12 000 Fälle. Mindestens fünf Menschen starben in dieser Saison bereits an den Folgen der Krankheit.

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Wie sich die aktuelle Grippewelle entwickelt und ob sie so schlimm wird wie 2017, lässt sich nicht seriös sagen, erklärt Dr. Nikolaus Frühwein. Der Münchner Mediziner ist Präsident der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen. „Wir sind dieses Jahr später dran. Zwischen Mitte Februar und Mitte März erreicht die Grippe normalerweise den Höhepunkt“, sagt er. Was man sagen könne, ist, dass „die Zahl der Erkrankten schnell wächst“. Vor allem Ältere und Schwangere seien in Gefahr, so Frühwein.

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Vergangenes Jahr dauerte die Grippesaison bis in den April, eine Impfung lohne sich demnach noch – allerdings ist der Impfstoff vielerorts knapp. Einige Ärzte klagen, dass er seit Monaten nicht lieferbar sei. Andere haben alle Dosen bereits im November aufgebraucht. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sollen „größere Mengen an Impfstoff aus dem europäischen Ausland für den deutschen Markt zur Verfügung“ stehen. Immerhin: „Der Impfstoff entspricht dem, was vorhergesagt wurde“, sagt Dr. Frühwein. 

lby/kb

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