1. tz
  2. Bayern

Affenpocken in Bayern: Erster Fall zweifelsfrei nachgewiesen – Die wichtigsten Infos

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Felix Herz

Kommentare

Das Affenpockenvirus unter dem Mikroskop.
Affenpockenvirus: Erster Fall in Deutschland © picture alliance/dpa/Russell Regner/CDC/AP | Cynthia S. Goldsmith

Der erste Fall einer Infektion mit dem Affenpockenvirus in Deutschland wurde am heutigen Freitag offiziell nachgewiesen. Der Patient wird in München behandelt.

Update vom 21. Mai, 13.25 Uhr: Bei dem in Bayern bekannt gewordenen Affenpocken-Fall handelt sich nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek (CSU) um eine Infektion mit der milderen westafrikanischen Variante des Virus. Das habe die Genomsequenzierung des Virus am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München ergeben, teilte Holetschek am Samstag mit. Das allgemeine Infektionsrisiko für die Bevölkerung in Bayern werde vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit derzeit als gering erachtet, hieß es weiter.

Zentralafrikanische Virusvarianten bei Affenpocken sind laut Robert Koch-Institut (RKI) „deutlich virulenter“ als die westafrikanischen Virusvarianten, sie sind also ansteckender. Nach Auftreten der ersten Symptome hatte sich der aus Brasilien stammende Patient selbst in medizinische Untersuchung begeben.

Affenpocken in Bayern: Patient wird isoliert in Münchner Klinik behandelt

Erstmeldung vom 20. Mai: München – Nun gibt es also auch den ersten Fall in Deutschland: Nachdem bereits mehrere Ansteckungen mit dem Affenpockenvirus in verschiedenen europäischen Ländern wie Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien nachgewiesen worden waren, ist nun auch hierzulande ein infizierter Patient in Behandlung. Der 26-Jährige befindet sich in einer Münchner Klinik in Schwabing und wird dort isoliert versorgt.

Virusname:Affenpocken
Erster Fund:1958 in einem Labor in Dänemark
Übertragung:Tier zu Mensch, Mensch zu Mensch
Gängige Symptome:Fieber, Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen, Ausschlag

Affenpocken in Bayern nachgewiesen: die aktuelle Situation

Der 26-jährige Patient wird in einer Münchner Klinik im Stadtteil Schwabing behandelt. Der Mann befindet sich in Isolation und hat milde Symptome, berichtet der BR. Laut Clemens Wendtner, Chefarzt der Schwabinger Infektiologie, hat er leichte Schluckstörungen und erhöhte Temperatur.

Das Gesundheitsreferat der Stadt München ermittelt derzeit weitere Kontakte des Infizierten. Diese werden über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert, erklärt Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Außerdem werden die Gesundheitsämter Bayerns informiert. Eine Sequenzierung des nachgewiesenen Virus soll bis Mitte nächster Woche zeigen, ob es sich um die ungefährlichere Variante aus Westafrika oder die ernstere aus dem kongo handelt.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Affenpockenvirus: Übertragung und Ausblick

Die Affenpocken, die so heißen, weil sie bei ihrer Entdeckung bei einem Affen nachgewiesen worden waren, können sich von Tier zu Mensch (Zoonosen) und von Mensch zu Mensch übertragen. Die Übertragung geschieht laut Tagesschau über große Tröpfchen in der Luft. Außerdem sind die Pusteln, die bei den Hautausschlägen auftreten, infektiös. Wer damit in Kontakt kommt, kann sich anstecken.

Experten schätzen die derzeitige Lage mit dem Affenpockenvirus als nicht gefährlich ein. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht davon aus, dass der Ausbruch eingegrenzt werden könne, heißt es beim BR. Panik müsse man keine haben, die meisten Verläufe einer Ansteckung sind mild. (fhz)

Alle News und Geschichten aus Bayern sind nun auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Merkur Bayern zu finden.

Auch interessant

Kommentare