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Fahrdienstleiter vor Gericht

Nach Zugunglück: Sohn von getöteter Frau rechnet mit Bahn ab - Jetzt gibt es ein Urteil

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Nach dem Unglück nahmen rund 200 Angehörige und Helfer an einem Gedenkgottesdienst in Aichach teil.

Mit bewegenden Worten richtete sich im Herbst ein Sohn, der bei dem Zugunglück von Aichach seine Mutter verloren hat, an den Fahrdienstleiter. Der akzeptiert nun seine Strafe.

Update vom 12. Februar 2019: Nach einem schweren Zugunglück mit zwei Toten in Aichach bei Augsburg ist der Strafbefehl gegen den Fahrdienstleiter rechtskräftig. Der 25 Jahre alte Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) habe keinen Einspruch gegen die zehnmonatige Bewährungsstrafe eingelegt, berichtete der Sprecher des Augsburger Amtsgerichts, Julian Küffer, am Dienstag. 

Das Gericht hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft den Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen sowie fahrlässiger Körperverletzung in 13 Fällen erlassen.

Am 7. Mai 2018 war beim Aichacher Bahnhof ein Personenzug ungebremst auf einen stehenden Güterzug aufgefahren. Der 37 Jahre alte Lokführer des Zuges der Bayerischen Regiobahn und eine 73 Jahre alte Passagierin starben, weitere Fahrgäste wurden teils schwer verletzt. 

Nach den Ermittlungen hatte der Fahrdienstleiter zwei Fehler begangen, wodurch der Regionalzug auf das besetzte Gleis geleitet wurde. Die DB will nun bundesweit zahlreiche ältere Stellwerke mit Sicherheitstechnik nachrüsten, damit künftig solche Unglücke nicht mehr passieren können.

dpa

Ursprünglicher Artikel vom 14. Mai 2018

Aichach - Zwei Menschen wurden bei dem Zugunglück am vergangenen Montag aus dem Leben gerissen: Der 37-jährige Lokführer Pavel B. und die Passagierin Inge S. (73). Ein junger Fahrdienstleiter steht unter Verdacht, den Unfall durch Fahrlässigkeit verschuldet zu haben. Laut Medienberichten sei er abgelenkt gewesen, wodurch er die Gleise verwechselt haben soll. Offenbar hätte der von Augsburg nach Ingolstadt fahrende Regionalzug auf Gleis eins einfahren sollen. Die tragische Folge: Um 21.16 Uhr kollidierten auf Gleis zwei des Aichacher Bahnhofs der Zug der Bayerischen Regionalbahn frontal mit einem stehenden Güterzug. 

Auf Gleis 2 kam es zur Tragödie am vergangenen Montag. Zwei Menschen starben, 14 wurden verletzt.

“Wir alle machen andauernd Fehler“

Wie die Bild berichtet, hat nun ein Sohn der Toten über Facebook eine Botschaft an den Fahrdienstleiter gerichtet. Daniel S., einer von sieben Kindern von der Toten, vergibt dem Verdächtigen, dessen Schuld juristisch noch nicht geklärt ist. „Wir alle machen andauernd Fehler. Wenn sie solche tragischen Konsequenzen haben, können wir sie uns nur schwer verzeihen. Dass ihm dies gelingt, wünsche ich dem jungen Mann ebenfalls von Herzen.“

Für Daniel S. hat nicht der Fahrdienstleiter die Hauptschuld an dem Unfall, sondern die „politisch Verantwortlichen für die Investitions- und Sicherheitsentscheidungen der Bahn.“ Er will es sich zur Lebensaufgabe machen, dass alle Stellwerke und Bahnübergänge auf den neuesten Sicherheitsstand nachgerüstet werden. „Es kann nicht sein, dass mein Auto mich vor allen möglichen Gefahren und meinen und den Fehlern anderer automatisch schützt, während die Bahn für das Leben Hunderttausender Kunden täglich nicht mehr tut, als die Verantwortung auf die Fahrdienstleiter zu schieben und sie mit Technik aus dem letzten Jahrtausend alleinzulassen“, schreibt Daniel S.

„Pavel war ein toller Kollege“

Derweil sammelt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Spenden für die Familie von Pavel B. In einer Traueranzeige auf Facebook heißt es: „Pavel war ein toller Kollege, ein gewissenhafter Eisenbahner, ein engagierter Gewerkschafter. Er wird uns fehlen“. Der 37-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder. 

Am Samstag nahmen rund 200 Menschen an einem ökumenischen Trauergottesdienst in der Stadtpfarrkirche in Aichach teil. Der Gottesdienst richtete sich an die Hinterbliebenen der Todesopfer, an die Angehörigen der 14 Verletzten, die anderen Menschen aus dem Unglückszug, an Rettungskräfte und andere Helfer.

„Es war gespenstisch ruhig“: Ersthelfer nach dem Zugunglück in Aichach erzählt

Lesen Sie auch: Tragischer Unfall-Tod: Radiomoderator von Zug erfasst

Zu einem Zugunglück kam es auch in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen. EinZug der Zugspitzbahn stieß an einem unbeschränkten Bahnübergang mit einem Paketlieferfahrzeug zusammen, berichtet Merkur.de*.

Im Mai 2018 kam es in Aichach zu einem schweren Zugunglück. Zwei Personen kamen ums Leben. Der Sohn eines Opfers hat jetzt eine emotionale Bitte.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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