1. tz
  2. Bayern

Teenager (15) aus Franken verschwunden: Jetzt sucht auch Aktenzeichen XY nach ihm

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Eldersch

Kommentare

Till aus Mittelfranken ist verschwunden. In Aktenzeichen XY wird er gesucht.
Rudi Cerne sucht in seiner ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ nach dem verschwundenen 15-jährigen Till aus Mittelfranken. © Screenshot ZDF

Seit fünf Jahren fehlt von einem Jugendlichen aus Mittelfranken jede Spur. Jetzt landete der Fall auch bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“.

Markt Bibart/München – Ein Teenager reißt von zu Hause aus, weil es in der Schule nicht läuft und daheim häufig gestritten wird. Ein Szenario, welches mit Sicherheit häufiger in Deutschland vorkommt. Aber in der Regel kehren die Jugendlichen nach ein paar Tagen wieder zurück zu ihrer Familie. Nicht so Till Ramming. Seit fünf Jahren gibt es kein Lebenszeichen des Jungen aus Markt Bibart im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim mehr. Jetzt hat sich sogar die ZDF-Kultsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ eingeschaltet.

„Aktenzeichen XY … ungelöst“: Vermisster Teenager reißt von zu Hause aus und verschwindet

Ein häufiger Grund für Streits zwischen dem damals 15-jährigen Till und seinen Eltern war das Zocken an der PlayStation. Und damit beginnt auch die letzte bekannte Reise des Teenagers. Am 16. September 2017 behauptet Till, dass einen Probearbeitstag bei einer Firma absolviert. In Wahrheit hebt er all sein Erspartes ab – rund 215 Euro – und fährt zu einem Freund, den er über das Spielen kennengelernt hat. Der erwachsene Mann wohnt im etwa 450 Kilometer entfernten Lingen an der Ems in Niedersachsen. Es war nicht das erste Mal, dass er dorthin aufbrach. Jedoch kam er beim letzten Mal selbständig einen Tag später wieder zurück.

Dieses Mal wollte er aber nicht mehr zurückgehen. Er bittet seinen Bekannten, bei ihm bleiben zu dürfen. Der wiegelt allerdings ab und informiert das Jugendamt. Am 18. September 2017 wird Till von einem Mitarbeiter des Jugendamts in den Zug Richtung Heimat gesetzt. Das letzte Mal, dass der Teenager gesehen wurde. Die Polizei Ansbach, die den Fall übernommen hat, geht davon aus, dass Till an einer der folgenden Stationen ausgestiegen sein muss. In Markt Bibart kam er jedenfalls nie an.

„Aktenzeichen XY … ungelöst“: Spurensuche der Kripo führt ins Leere

Das letzte Lebenszeichen des Jugendlichen kommt vier Wochen später. Er war bei der Freiwilligen Feuerwehr und schrieb dort einem seiner Freunde eine Nachricht auf dem Handy. Er sei in Berlin und traue sich nicht nach Hause zu kommen. Danach blockierte er den Kontakt und war verschwunden. Manfred Hänßler von der Kripo Ansbach betreut den Fall. In der ZDF-Sendung spricht er davon, dass Tills Spuren nach Dortmund, an die holländische Grenze, nach Hamburg, Berlin, Freiburg, Bielefeld und Hannover führten. „Wir müssen davon ausgehen, dass er heute irgendwo und überall sein kann“, so der Kripo-Beamte.

Der heute 20-jährige Till wird bereits seit fünf Jahren vermisst. So sah er mit 15 Jahren aus, als er verschwand.
Der heute 20-jährige Till wird bereits seit fünf Jahren vermisst. So sah er mit 15 Jahren aus, als er verschwand. © Polizei Ansbach

Seine Eltern hoffen und gehen davon aus, dass sich der inzwischen 20-Jährige irgendwo ein neues Leben aufgebaut hat. Sie hoffen, dass es ihm gut geht und er sich bei ihnen meldet. In der Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ sagt Mutter Rosa: „Till, bitte melde dich. Du musst nicht heim, wenn du nicht willst, aber bitte melde dich, dass ich weiß, dass es dir gut geht. Das wäre mein größter Wunsch. Ich hab sonst keinen Wunsch.“

(Übrigens: Unser Nürnberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Mittelfranken und der Franken-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

Polizei Ansbach gibt Personenbeschreibung und Belohnung für Hinweise aus

Auch wenn Till inzwischen fünf Jahre älter ist, gibt die Polizei dennoch eine Personenbeschreibung heraus. Der heute 20-Jährige wird wie folgt beschrieben:

Wer Hinweise zum Aufenthaltsort des Vermissten geben kann, soll sich bei der Kriminalpolizei Ansbach unter Telefon (0800) 7 76 63 20 melden. Ab dem 30. Juni ist auch folgende Telefonnummer für Hinweise freigeschaltet worden: (0981) 90 94 0. Wer bei dem Auffinden des 20-Jährigen helfen kann, kann sich auch über eine Belohnung von 5000 Euro freuen. (tel)

Alle News und Geschichten aus Bayern sind nun auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Merkur Bayern zu finden.

Auch interessant

Kommentare