Urteil ist da

Genervt von ihrem Esoterik-Hang: Eliteschüler tötet seine Mutter auf brutale Weise

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Ute W. wurde ermordet. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest. Unter anderem ihren Sohn. Ein Polizist am Fundort der Leiche. 

Uli W. hat eingeräumt, seine Mutter Ute (53) umgebracht zu haben. Der ehemalige Eliteschüler musste sich vor Gericht für die Bluttat verantworten. Jetzt ist das Urteil gesprochen.

Update 29.3., 13.15 Uhr: Weil er seine psychisch kranke Mutter mit einem Hammer erschlagen hat, hat das Landgericht Traunstein ihren Sohn Uli W. zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt. Das Gericht sei am Freitag von Totschlag, nicht von Mord ausgegangen, teilte ein Sprecher mit. Auch die Staatsanwaltschaft hatte den ursprünglichen Vorwurf des Mordes während des Prozesses fallengelassen. Uli W. hatte die Tat im Vorfeld im Wesentlichen eingeräumt.

Der damals 20 Jahre alte Sohn hatte im September 2017 seine 53-jährige Mutter im Streit durch das ganze Wohnhaus verfolgt, gewürgt und schließlich erschlagen. Im November 2017 entdeckten Kinder beim Spielen im Wald bei Schnaitsee im Landkreis Traunstein die dort vergrabene Leiche.

Immer stärkerer Hang zur Esoterik

“Er wollte sie erlösen, weil die Mutter durch die Bissverletzung an der Lippe entstellt war und er nicht mehr mit ihr zusammenleben wollte”, zitiert „innsalzach.24*“ den Vorsitzende Richter Klaus Weidmann. Und weiter: “Indizien deuten auf eine psychische Erkrankung der Mutter hin. Sie hat sich immer mehr mit irrationalen Dingen beschäftigt, das hat den Angeklagten zunehmend genervt und führte zu Spannungen in der Familie.” Nach Zeugenaussagen entwickelte die Mutter einen immer stärkeren Hang zur Esoterik.

Den Vorwürfen zufolge hatte der Täter die Tote mit einem damals 19 Jahre alten Freund in den Wald gebracht und dort verscharrt. Der Freund musste sich zunächst unter anderem wegen Strafvereitelung verantworten. Er wurde aber zwischenzeitlich freigesprochen.

Gegen beide wurde - weitgehend nichtöffentlich - vor einer Jugendkammer verhandelt. Der Anklagevertreter hatte für den Haupttäter auf neun Jahre Haft wegen Totschlags plädiert. Die Verteidigung sprach sich für eine Haftstrafe von fünf Jahren aus.

Frau mit Hammer erschlagen - Sohn wegen Mordes vor Gericht

Update vom 23. Oktober 2018: 

Kinder hatten beim Spielen in einem Wald bei Schnaitsee im Landkreis Traunstein die Leiche einer Frau entdeckt - nun muss sich am nächsten Mittwoch (31. Oktober) der Sohn der 53-Jährigen wegen Mordes vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Der damals 20 Jahre alte Mann soll im September 2017 seine psychisch kranke Mutter im Streit bedrängt, gewürgt und schließlich mit einem Hammer erschlagen haben.

Gemeinsam mit einem Freund soll er die Leiche dann in den Wald gebracht und dort verscharrt haben. Der Freund, zur Tatzeit 19 Jahre alt, muss sich unter anderem wegen Strafvereitelung verantworten. Er soll auch geholfen haben, das Haus nach der Tat von Blut und anderen Spuren zu reinigen. Erst im November 2017, vor einem Jahr, fanden Kinder dann im Wald die Leiche.

Beide hatten die Tat im Wesentlichen eingeräumt. Verhandelt wird vor einer Jugendkammer. Damit ist aber nicht klar, ob beide auch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Beim Jugendstrafrecht stehen nicht Strafe und Sühne im Vordergrund, sondern der Erziehungsgedanke.

Bis zum 16. November sind sieben Verhandlungstage angesetzt. Geladen sind mehr als ein Dutzend Zeugen sowie drei Sachverständige.

19-jähriger Schüler tötet eigene Mutter

Altenmarkt/Schnaitsee - Nach dem Leichenfund in Schnaitsee (Landkreis Traunstein), wurde am Freitag ein zweiter Tatverdächtiger festgenommen, ein 19-jähriger Freund des Sohnes der Toten. Sein Haftbefehl wurde unter Auflagen wieder außer Vollzug gesetzt. Im Laufe der Ermittlungen hätten sich Hinweise auf die Beteiligung eines weiteren Mannes ergeben, erläuterte die Polizei. 

Das Motiv für die Tat liegt derweil weiter im Dunkeln. Weshalb Ulrich, fragen sich die Leute in Altenmarkt an der Alz, der Gemeinde der Familie. Er gilt als zurückhaltend, doch auch als intelligent und höflich. Ein Nachhilfelehrer, der ihn in der 10. Klasse im Gymnasium in Französisch betreute, sagt über ihn: „Die Nachhilfe hätte er gar nicht gebraucht. Der Uli war schlau, vielleicht ein wenig faul. Aber ich hatte selten so einen guten Schüler.“

Schüler im Elite-Gymnasium Schloss Stein

Doch das Rätsel bleibt, welche Beweggründe hinter der furchbaren Tat stecken. Mutter Ute W. und Uli bewohnten das im Jahr 2012 erstandene Haus in Altenmarkt an der Alz alleine. Die Frau war geschieden, ihr Ex-Mann arbeitet in führender Position. Uli W. selbst war auf das Privatgymnasium Schloss Stein gegangen, ein paar Kilometer von Altenmarkt entfernt. Hierher schicken viele einflussreiche Leute, auch viele aus dem Ausland, ihre Kinder. In den oberen Klassen kostet die Unterbringung im Internat über 3300 Euro – und das pro Monat. 

Uli dürfte allerdings ein Externer gewesen sein, daheim gewohnt haben. Vergangenes Jahr legte er sein Abitur ab. Bei der Feier war er als Einziger seines Jahrgangs nicht dabei, doch in der örtlichen Zeitung wurde er wegen seines Abschlusses lobend erwähnt.

Der Nachhilfelehrer: „Seine Mutter wollte, dass er bessere Noten schafft.“ Ihm fiel auf, dass Uli nach den Stunden schnell auf sein Zimmer ging – oft, ohne sich zu verabschieden. „Seine Mutter Ute war jedoch sehr nett und aufgeschlossen.“ Die Vermisstenmeldung war damals von einem Reitstall aufgegeben worden, weil sich niemand um Utes Pferd gekümmert hatte. 

Wie berichtet, hatten fünf spielende Kinder am Buß- und Bettag die Hand der Toten entdeckt. Sie ragte aus dem Waldboden zwischen Schnaitsee unbd Kienberg heraus. Der Rest der Leiche war noch vergraben.

Video vom Fundort der Leiche

*innsalzach24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Markus Christandl

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