Aus Bergnot gerettet

Amerikaner mit Haselnuss-Stecken zur Zugspitze

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Schwieriger Einsatz: Ein Bergwacht-Retter lässt sich an der Zugspitze zu den Amerikanern in Bergnot abseilen. Sie warten hinter dem Abhang auf Hilfe.

Garmisch-Partenkirchen - Notwendig gewesen wären für die Route zumindest Steigeisen und Pickel. Allein mit Bergschuhen, Winterjacke und einem Haselnuss-Stecken wollten zwei Amerikaner bei winterlichen Verhältnissen vom Platt zum Zugspitzgipfel steigen.

Nur dank der Bergwacht kamen sie dort an.

Am Sonntagmittag hatten sich die zwei Amerikaner aufgemacht, die rund 450 Höhenmeter zu bezwingen. Sie wollten offenbar einer Skispur folgen, dachten wohl: Wenn da einer hinunter fahren kann, kann man da auch hochklettern. Im Sommer ist die Route ein Wanderweg, auch die Teilnehmer des Zugspitz-Berglaufs rennen dort hinauf zum Gipfel. „Doch im Winter sieht das halt alles ganz anders aus“, meint ein Sprecher der Garmisch-Partenkirchner Bergwacht.

Kurz nach 15 Uhr kamen die Bergsteiger deshalb nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Sie riefen die Bergwacht um Hilfe. Zur Unterstützung der Kameraden aus Penzberg, die an diesem Tag Dienst auf der Zugspitze hatten, machten sich auch drei Helfer aus Garmisch-Partenkirchen auf den Weg zum Grat.

Sie stiegen zunächst so weit wie möglich zu den Amerikanern. Die restliche Strecke seilten sich zwei Retter ab. Sie querten etwa 40 Meter die Wand und sicherten die zwei Bergsteiger. Mit Hilfe eines eilig eingerichteten Flaschenzuges wurden die 21-Jährigen anschließend aus ihrer misslichen Lage nach oben gezogen.

Zwischenzeitlich wurde es bereits dunkel, auch das erschwerte die Arbeit der Ehrenamtlichen. Die Amerikaner blieben nahezu unverletzt, einer zog sich leichte Erfrierungen an den Händen zu.

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