Wegen zweifachen Mordes angeklagt

Amokschütze aus Mittelfranken steht vor Gericht

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Blumen und eine Kerze am Tatort in Tiefenthal-Leutershausen bei Ansbach. Gut ein Jahr nach der Tat muss sich der 47-jährige Täter nun vor Gericht verantworten.

Ansbach - Etwa ein halbes Jahr nach der Amokfahrt mit zwei Toten in Mittelfranken muss sich der mutmaßliche Schütze ab diesem Montag vor Gericht verantworten.

Ab Montag muss sich der Amokläufer aus Mittelfranken vor Gericht verantworten. Zwei Menschen kamen bei seiner Fahrt vor rund einem halben Jahr ums Leben. Wegen einer bei ihm diagnostizierten paranoiden Schizophrenie gilt der 47 Jahre alte Mann als schuldunfähig. Die Staatsanwaltschaft will in dem Sicherungsverfahren daher erreichen, dass der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Angeklagt ist der 47-Jährige wegen zweifachen Mordes.

Im Juli 2015 soll er in zwei Ortsteilen von Leutershausen bei Ansbach zuerst eine 82 Jahre alte Frau und danach einen 72 Jahre alten Radfahrer aus einem Auto heraus erschossen haben. Auf seiner weiteren, rund 30 Kilometer langen Amokfahrt nach Bad Windsheim schoss er den Ermittlungen zufolge auch auf eine Autofahrerin sowie auf einen Traktorfahrer. An einer Tankstelle konnten Mitarbeiter den Mann schließlich überwältigen und festhalten, bis die Polizei eintraf.

Kurz nach Beginn des Prozesses gegen den mutmaßlichen Amokschützen aus Mittelfranken ist die Sitzung am Montag unterbrochen worden. Der Anwalt des 48 Jahre alten Mannes hatte vor dem Landgericht Ansbach beantragt, dass die Öffentlichkeit von dem Verfahren ausgeschlossen wird. Die Kammer zog sich daraufhin zur Beratung zurück.

Nach Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit kurzzeitig von dem Verfahren ausgeschlossen. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes hörte sich die Kammer eine Erklärung des Mannes in nicht öffentlicher Sitzung an. Wie Gerichtssprecher Jürgen Krach anschließend berichtete, stritt der Beschuldigte die Vorwürfe nicht ab.

In der Erklärung, die der Verteidiger des Mannes verlas, betonte dieser jedoch, er habe eine andere Sichtweise und Wahrnehmung der Geschehnisse und wolle sich dazu möglicherweise später noch äußern. Er bedauere die Vorfälle zutiefst und er bat die Angehörigen um Entschuldigung für die Folgen seines Handelns, die Verluste und die von ihm verursachten Ängste.

 

dpa

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