Angst im Allgäu: Irrer köpft Katzen

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 „Pearley“ wurden Kopf und Schwanz abgehackt.

Kempten - Grausige Nachrichten sind derzeit das Gesprächsthema im Allgäu: Ein unbekannter Irrer tötet dort Katzen – er hackt ihnen den Kopf ab und reißt ihnen den Schwanz aus.

Schon drei Opfer gab es innerhalb kürzester Zeit. Elsa und Johannes E. aus Sankt Mang, einem Stadtteil von Kempten, haben ihre kleine Tigerkatze „Pearley“ (6) am 6. November das letzte Mal lebend gesehen. „Sie durfte eigentlich nachts nicht raus; es war das erste Mal, dass sie abends nicht heimgekommen ist“, erzählt Elsa E. (29). Sie rufen nach dem Kätzchen – vergeblich. Drei Tage lang sucht das Paar die Gegend ab. „Dann haben wir Zettel aufgehängt und eine Anzeige geschaltet.“

Darauf ein Anruf: Eine Frau erzählt, sie habe eine tote Katze gefunden. Auf einem Fabrikgelände in der Nachbarschaft. Elsa E. geht hin, will wissen, ob es tatsächlich Pearley ist. Sie ist es – Kopf und Schwanz wurden abgehackt. „Ich hab’ die Füßle gesehen, ich hab’ so einen Schock gekriegt … Pearley war so zutraulich. Wer weiß, was da vorgefallen ist.“

Das Ehepaar informiert die Polizei und das Tierheim. Da erfahren sie: Es gibt noch mehr Opfer. Der erste Fall war Katze „Candy“ (sieben Monate) aus Füssen. Die Besitzerin (46) fand sie am 10. November – mit abgerissenem Schwanz. Candy überlebte nur knapp. Im Tierheim Kempten erinnert man sich nun auch an einen weiteren Vorfall heuer am 15. Juli: Eine Spaziergängerin fand an der Rottach einen toten, flauschigen Malteser-Mischling. Ein Mitarbeiter: „Jemand hat ihm aus der Schulter ein Stück Fleisch rausgeschnitten. Auch ein Ohr war abgeschnitten.“

Diese Woche schlug der Allgäuer Katzenkiller ein drittes Mal zu. In Wiggensbach fand der Bewohner eines Bauernhofs sein sechs Monate altes Kätzchen tot auf einer Wiese – ohne Kopf. Mittlerweile haben Privatpersonen eine Belohnung von mehreren Hundert Euro zur Ergreifung des Täters ausgesetzt. Polizeisprecher Christian Owsinski: „Ob alle Fälle ein und dem selben Täter zuzuschreiben sind, lässt sich nur spekulieren. Fest steht: Die Vorgehensweise ist ungewöhnlich grausam.“ Die Katzenbesitzer hoffen nun sehr, dass jemand Hinweise auf den Killer liefern kann (bitte an die Polizei Kempten, 0831/9909-0.) Elsa E. ist überzeugt: „Da draußen läuft irgendjemand herum und sucht sich wieder neue Opfer.“

Andrea Stinglwagner

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