Ex-Drogenfahnder vor Gericht

Anklage im Kemptener Kokainskandal

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Der oberste Drogenfahnder im Allgäu besaß 1,8 Kilo Kokain.

München -Die Staatsanwaltschaft München I hat Anklage gegen den Ex-Cef der Kemptener Drogenfahndung erhoben. Es geht um Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und um Alkohol am Steuer.

Armin N. (53) war Erster Kriminalhauptkommissar und als solcher Chef der Kemptener Drogenfahndung. Das hieß indes noch lange nicht, dass er integer war. Vor acht Monaten wurde er von seinen Kollegen nach einem Sexangriff auf seine Ehefrau im gemeinsamen Haus in Sulzberg (Kreis Oberallgäu) auf der Flucht verhaftet. In der Folge fanden sich in seinem Spind 1,8 Kilo Kokain. Die Staatsanwaltschaft München I hat am Montag Anklage gegen den Polizisten erhoben – es geht um Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und um Alkohol am Steuer.

Herausgekommen war das mutmaßliche bizarre Doppelleben des Top-Krimimalers in der Nacht auf den 15. Februar. Nach dem Abendessen hatte die Ehefrau nach einem Angriff ihres Mannes die Polizei gerufen. Armin N. soll sie laut Anklage gewürgt und zum Sex gezwungen haben. Laut BR war er da mit einem Kampfanzug bekleidet.

Anschließend fuhr er betrunken und unter Medikamenteneinfluss auf der B 19 Richtung Kempten. In Waltenhofen wurde er von der Polizei gestoppt. Bereits einen Monat davor, das ergaben die Ermittlungen, habe er ebenfalls die Ehefrau gewürgt und ihr gedroht, sie umzubringen. Auf der Flucht über den Balkon verletzte sie sich am Rücken.

Einen Termin für die Verhandlung vor dem Landgericht Kempten gibt es nicht. Noch immer ist unklar, woher N. das Kokain (Wert: 200 000 Euro) hatte.

tz

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