Luft aus Reifen gelassen

Anmachmasche bringt "Helfer in der Not" Knast ein

Nürnberg - Es gibt langweilige Anmache, und es gibt Anmache, die an Belästigung grenzt. Ein Mann (26) aus dem Großraum Nürnberg hat sich eine kriminelle Masche einfallen lassen, um anzubandeln.

Der schmächtige Typ hatte auf Parkplätzen vor Fitness-Centern, Supermärkten, Möbelgeschäften oder am Nürnberger Hauptbahnhof etwas Luft aus Autoreifen gelassen. Autos, die von Frauen gefahren wurden. Als diese zurückkamen, mimte er den Kavalier und Helfer in der Not, wies seine Opfer auf die halb platten Reifen hin und ließ dann einen voll platten Spruch los: „Soll ich mit zur Tankstelle fahren?“ Wo er dann natürlich das Aufpumpen übernahm. Doch die Masche sprach sich in der Region unter jungen Frauen he­rum, es wurde sogar laut Nürnberger Nachrichten eine Facebook-Gruppe gegründet, wo Erfahrungen mit dem Mann ausgetauscht wurden.

Luft aus Autoreifen zu lassen ist kein Kavaliersdelikt, sondern Sachbeschädigung, weil es eine „erhebliche Gebrauchsbeeinträchtigung“ eines Autos darstellt. Und so musste sich der Anbandler in der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Ein Richter am Amtsgericht hatte ihm sieben Monate Knast aufgebrummt.

Die zweite Instanz war vollkommen umsonst – das heißt: Auf den Strolch wartet jetzt der Knast. Somit müssen sich die Frauen rund um Nürnberg zurzeit nicht vor platten Reifen fürchten. Vor dämlichen Sprüchen möglicherweise schon …

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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