Für 24,3 Millionen Euro

Aschaffenburger Schloss wird generalsaniert

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Das Wahrzeichen der Stadt Aschaffenburg.

Aschaffenburg - Die Generalsanierung des Aschaffenburger Schlosses wird 24,3 Millionen Euro kosten. Sie gilt als eine der größten Baumaßnahmen der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Das mächtige Aschaffenburger Schloss Johannisburg ist das Wahrzeichen in der Stadt am Main. Mit seiner roten Fassade und seinen markanten eckigen Türmen wirkt es wie eine Mischung aus Schloss und Burg. Der Schlossbau aus dem 17. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten der deutschen Renaissance.

Nun soll das Schloss generalsaniert werden. Zehn Jahre werden die Arbeiten dauern und sie werden der Bayerischen Schlösserverwaltung zufolge 24,3 Millionen Euro kosten. Für Besucher bedeutet das: Nur noch bis zum Sonntag (4. Oktober) können die fürstlichen Wohnräume und die Gemälde der Staatsgalerie besichtigt werden. Danach bleiben diese Türen für mindestens drei Jahre verschlossen.

Ein Teil des Schlosses bleibt allerdings weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Korkmodellsammlung, das städtische Schlossmuseum und die Schlosskapelle können weiterhin besucht werden.

Normalerweise besuchen rund 30 000 Menschen das Schloss am Main. Mit diesen Zahlen rechnet der Vorstand der Schloss- und Gartenverwaltung Aschaffenburg, Konstantin Buchner, nicht mehr. „Da gehen wir in den nächsten Jahren natürlich auch in ein Tal der Tränen, wo es deutlich weniger Besucher geben wird“, sagte der studierte Landespfleger. Um einen Besuch dennoch attraktiv zu machen, sollen die Eintrittspreise von 5,50 auf 3,50 Euro gesenkt werden. „Für das Geld kann man sich schon ein Schloss anschauen.“

Die Generalsanierung gehört derzeit zu den größten Baumaßnahmen der Bayerischen Schlösserverwaltung. Zu den wichtigsten Bauarbeiten in den kommenden Jahren gehören die Erneuerung der Heizung, neue Fenster, die Instandsetzung des Gastronomiebereiches und die Reinigung und Ausbesserung der Fassade. Auch der Außenbereich soll verschönert werden.

Ein wichtiger Teil der Sanierung sei die Verbesserung der klimatischen Bedingungen, so Buchner. Im Sommer sei es im Schloss bislang schnell warm und ein bisschen muffig geworden. „Dann ist man nicht gewillt, lange zu verweilen und geht eher zügig durch die Ausstellung. Und das wollen wir ja gerade nicht.“

Die meisten Arbeiten konzentrieren sich also auf das Innere des Schlosses. „Es geht weniger darum, das Schloss schön zu machen, sondern mehr darum, den Bestand zu sichern“, sagte Buchner weiter. Diese Generalsanierung ist die erste große Sanierung des Schlosses seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. „Sie ist eine einmalige Chance, dass man das Schloss technisch auf einen modernen Stand bringen kann.“

Für Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog ist Schloss Johannisburg „Sinnbild für eine mehr als ein Jahrtausend währende Geschichte und bezeichnet für die Menschen, die hier leben, den Mittelpunkt ihres Gemeinwesens und ihrer Heimat“. Das Schloss erinnere mit seiner Zerstörung und dem Wiederaufbau ebenso an die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte wie an den starken Willen zum demokratischen Neuanfang.

dpa

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