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Fall bei „Aktenzeichen XY“: „Schwere Gewalt“ an Hanna (23), dann in den Fluss geworfen – Hinweise eingegangen

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Von: Felix Herz

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Im Studio von „Aktenzeichen XY“ wurde das Tötungsdelikt an der Studentin Hanna W. (23) besprochen. Die Ermittler erhoffen sich weitere Hinweise aus der Bevölkerung.
Im Studio von „Aktenzeichen XY“ wurde das Tötungsdelikt an der Studentin Hanna W. (23) besprochen. Die Ermittler erhoffen sich weitere Hinweise aus der Bevölkerung. © Screenshot „Aktenzeichen XY“ / ZDF Mediathek

Anfang Oktober wurde die Leiche der 23-jährigen Studentin Hanna gefunden. Der Fall landete nun öffentlichkeitswirksam bei „Aktenzeichen XY“.

Update 10. November, 12 Uhr: Der Schritt zu „Aktenzeichen XY“ zu gehen, scheint sich für die Ermittler auszuzahlen. Laut Pressemitteilung der Polizei gingen im Laufe des Abends insgesamt fast 100 Hinweise bei den Beamten ein: 50 im Studio und weitere 38 am Hinweistelefon bei der Kripo in Rosenheim. Die meisten Hinweise betreffen die spezielle Armbanduhr der Marke „Holzkern“. Sie werden nun geprüft und ausgewertet.

Zusätzlich vermeldete die Soko „Club“, dass sich weitere Gäste aus dem Musikclub „Eiskeller“, wo sich die 23-Jährige in der Mordnacht aufgehalten hatte, gemeldet hatten. Seit Freitag, 4. November, teilten mehr als 140 Gäste „über das freigeschaltete Medien-Upload-Portal der Kripo aktiv ihre Kontaktdaten mit“, heißt es. Mit diesen werde man sich nun in Verbindung setzen.

Update, 20.38 Uhr: Kriminaldirektor Hans-Peter Butz, Leiter der Soko „Club“, stellte in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ den Fall von Hanna Wörndl vor. Bislang fehlt vom Täter jede Spur, deshalb hofft man jetzt bei der Kripo Rosenheim über die TV-Sendung Zeugen zu finden. Noch ist völlig unklar, ob Hanna auf ihren Mörder bereits im Club „Eiskeller“ getroffen oder ihm auf dem Weg nach Hause begegnet war. Konkret würden alle Personen gesucht, die in der Nacht auf den 3. Oktober, zwischen 2 und 3 Uhr in Hohenaschau unterwegs waren.

Besonderes Augenmerk legt die Kripo auf die nahe dem Tatort gefundene Uhr

Besonderes Augenmerk lenkt Kriminaldirektor Butz noch auf die Uhr, die in der Nähe des Tatorts gefunden wurde (siehe Bild unten). Die besagte Armbanduhr der Marke Holzkern wurde unweit eines Rings von Hanna im Bärbach gefunden. Noch ist unklar, ob sie dem Täter gehört haben könnte oder ob sie jemand zufällig dort verloren hat. Deshalb ist es für die Polizei entscheidend, dass sich ein möglicher, früherer Besitzer bei den Beamten meldet. Möglich ist auch, dass die Uhr (Modell „Charly“) dem Angreifer im Kampf von Handgelenk gerissen wurde, weil das Armband beschädigt ist.

Der mögliche Uhrbesitzer, aber auch Zeugen, die Hanna an dem Abend noch gesehen haben, werden am Ende des Beitrags gebeten, sich bei der Kripo Rosenheim zu melden. Die Telefonnummer ist (0800) 5 56 51 01.

Erstmeldung vom 9. November, 16.07 Uhr: Aschau – Am 3. Oktober 2022 wurde die Leiche der 23-jährigen Hanna aus Aschau im Bereich des Flusses Prien gefunden. Am Vorabend war die junge Studentin im Aschauer Club „Eiskeller“ feiern, ging dann allein nach Hause. Am Tag darauf wurde sie von einem Spaziergänger gefunden – vom Täter fehlt bislang jede Spur. Seit mehr als vier Wochen unternimmt die Polizei nun schon umfassende Maßnahmen, um Licht ins Dunkel zu bringen – bisher jedoch ohne nennbaren Erfolg. Jetzt soll eine ZDF-Sendung helfen.

23-jährige Studentin tot: Umfassende Ermittlungen bisher erfolglos

Im Laufe der Ermittlungen traten nur wenige Hinweise ans Licht. Zunächst waren Gegenstände gefunden worden, darunter die Handtasche und Jacke des Opfers. Auch auf eine auffällige Uhr stießen die Beamten, sie war zu großen Teilen aus Holz gefertigt. Verbunden mit mehreren öffentlichen Zeugenaufrufen wurden Hinweise zu der Uhr und Zeugen im Allgemeinen gesucht, rund 200 Zeuginnen und Zeugen konnten einer Pressemitteilung der Polizei bisher ausfindig gemacht und befragt werden. Zu einem Ermittlungsdurchbruch führte jedoch nichts davon.

Die in einem Bach gefundene Uhr nahe dem Parkplatz der Kampenwandseilbahn. Die Polizei bittet um Hinweise zu dem Beweisstück.
Die in einem Bach gefundene Uhr nahe dem Parkplatz der Kampenwandseilbahn. Die Polizei bittet um Hinweise zu dem Beweisstück. © PP Oberbayern Süd / Merkur-Collage

Auch nach einem zunächst unbekannten Jogger wurde intensiv gesucht. Man fand ihn – doch auch diese Spur brachte nichts ein. Laut Pressemitteilung der Polizei arbeitet die Sonderkommission „Club“ mit rund 50 Mitarbeitern, zwischendurch sogar 60 Beamten, an dem Fall – vor allem die Sichtung der durch das speziell eingerichtete Medienportals eingereichten Hinweise sind zeitintensiv.

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Tötung in Aschau im Chiemgau: Wird der Fall noch aufgeklärt?

Tötungsdelikt an Hanna (23) bei „Aktenzeichen XY“: Kripo erhofft sich Hinweise

Mehrere öffentlichkeitswirksame Zeugenaufrufe brachten bisher nicht die erhofften Erkenntnisse – auch wurden noch nicht alle Gäste des Clubs „Eiskeller“ gefunden. Hier erhofft man sich neue Hinweise durch die bekannte ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. Die Polizei schreibt: „Soko-Leiter Hans-Peter Butz wird den Fall vorstellen und dabei insbesondere zur Herkunft der aufgefundenen und sichergestellten Armbanduhr um Hinweise bitten.“

Ausgestrahlt wird die Sendung am Mittwoch, 9. November, um 20.15 Uhr. Wegen der kurzen Zeit werde der Fall zwar nicht wie sonst für das Format üblich mit einem ausführlichen Kurzfilm vorgestellt, dafür aber im Studio live thematisiert. In der Pressemitteilung der Sendung zum aktuellen Studio-Fall heißt es zu dem Fall, der die Menschen in ganz Deutschland schockiere: „Es ist der Mord an einer jungen Frau, der 23 Jahre alten Hanna, Medizin-Studentin aus Aschau im Chiemgau, die mit äußerster Brutalität getötet und dann vermutlich in den nahen ‚Bärbach‘ geworfen wurde.“ Die Ermittler erhoffen sich durch die hohe Aufmerksamkeit, die die Sendung mit sich bringt, neue Hinweise oder Zeugen. (fhz)

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