Verfahren 

Anschlag auf Asylheim in Vorra: Staatsanwälte fordern Prozess

Nürnberg - Vor über zwei Jahren brannte ein Asylbewerberheim in Vorra. Es gibt zwei Verdächtige, doch das Verfahren wurde abgelehnt. Das will die Anklage nicht akzeptieren.

Nach der Brandstiftung in einem Asylbewerberheim im mittelfränkischen Vorra Ende 2014 strebt die Staatsanwaltschaft weiter einen Gerichtsprozess gegen zwei Mitarbeiter einer Baufirma an. Mitte Januar hatte das Landgericht Nürnberg-Fürth die Eröffnung des Hauptverfahrens wegen nicht ausreichender Indizien vor einer Woche abgelehnt. Gegen diese Entscheidung legte die Anklagebehörde Beschwerde ein, wie eine Sprecherin am Montag sagte. Zuerst hatten die Nürnberger Nachrichten darüber berichtet. Zur Begründung der Beschwerde äußerte sich die Sprecherin zunächst nicht.

Das Feuer im Dezember 2014 galt als erster großer Anschlag einer Serie von Brandstiftungen in Asylbewerberheimen in Deutschland. Wegen Hakenkreuzen und einer ausländerfeindlichen Parole auf dem Gebäude waren die Ermittler zunächst von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgegangen. Im vergangenen Sommer nahm die Polizei dann jedoch den Chef einer Baufirma und einen Mitarbeiter fest. Aus Sicht der Ankläger wollten sie mit dem Feuer die Baufirma vor dem Bankrott retten: Beim Brandschutz wären demnach Nachbesserungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro in kürzester Zeit nötig gewesen.

Rubriklistenbild: © dpa

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