Die Menschenwürde ist in Gefahr

Asylbewerber: Bayerns Landräte schlagen Alarm

+
Asylbewerber müssen oft in provisorischen Unterkünften schlafen.

München - Bei der Tagung der Landräte am Mittwoch ging es vornehmlich um ein Thema: Was tun beim Thema Asyl? Die bayerischen Landkreise sind jedenfalls am Limit angelangt.

Täglich werden es mehr, sie kommen aus Syrien, Afghanistan, aus Ländern Afrikas. Inzwischen halten sich fast 23 000 Asylbewerber in Bayern auf. Und die, die den Zustrom von monatlich 2000 neuen Flüchtlingen bewältigen müssen, die die Unterkünfte bereitstellen, sind an der Grenze angelangt: die bayerischen Landkreise. Deswegen ging es bei der Tagung der Landräte am Mittwoch vornehmlich um eins: Was tun beim Thema Asyl? „Es fehlen in dramatischem Umfang Plätze in Erst­einrichtungen für Asylbewerber. Auch die Möglichkeiten der dezentralen Unterbringung durch die Landratsämter sind vielfach erschöpft“, erklärte der Präsident des Bayerischen Landkreistags Jakob Kreidl. „Wohnungen und selbst Notunterkünfte lassen sich nicht herbeizaubern!“

Der Landkreistag hat eine Resolution verabschiedet, die eher einem Hilferuf gleicht: In der Resolution heißt es: „Im Interesse einer menschenwürdigen Bewältigung des Asylbewerberzustroms sind die Anstrengungen der gesamten Gesellschaft, von Staat, Kommunen, aber auch von der Bevölkerung, notwendig. Wichtige Herausforderungen muss die Bayerische Staatsregierung lösen.“

Im Einzelnen wird von dieser gefordert:

Bund und Freistaat müssen kurzfristig dafür sorgen, dass leer stehende Immobilien – etwa Kasernen – als Gemeinschaftsunterkünfte genutzt werden können.

Kurzfristig mehr zentrale Erstaufnahme-Einrichtungen. Mit dem Ziel, die Aufnahmekapazität dauerhaft zu erhöhen.

Ausweitung der sozialen Betreuung für dezentral untergebrachte Asylbewerber.

Asylverfahren müssten zügiger behandelt werden. Hierfür müssten alle beteiligten Stellen umgehend mit ausreichend Personal ausgestattet werden.

Asylbewerber, die keine hinreichende Aussicht auf ein Bleiberecht haben, seien vorrangig in Erstaufnahme-Einrichtungen und nicht dezentral unterzubringen.

Auch interessant

Meistgelesen

Oberammergau und Umgebung: Drei Männer vermisst - und bislang keine einzige Spur
Oberammergau und Umgebung: Drei Männer vermisst - und bislang keine einzige Spur
Beißender Geruch: Polizisten kontrollieren Duo in Auto - dann öffnen sie den Kofferraum
Beißender Geruch: Polizisten kontrollieren Duo in Auto - dann öffnen sie den Kofferraum
Vergewaltigt und lebend im Wald verscharrt! Wird diese grausame Tat nun gesühnt?
Vergewaltigt und lebend im Wald verscharrt! Wird diese grausame Tat nun gesühnt?
Wetter in Bayern: Erst brodelt es - dann folgt die lange Hitze-Welle
Wetter in Bayern: Erst brodelt es - dann folgt die lange Hitze-Welle

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion