Anwohner am Tegernsee irritiert

Kein Fake! Hier wird ein Asylheim unter riesiger Deutschlandflagge begast

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Sorgt für Irritation: die Deutschland-Fahnen-Optik der Planen, die über die Asylunterkunft am Riedlerberg geworfen wurden.

Derzeit wird eine Asylunterkunft in Kreuth begast - unter einer riesigen Deutschlandflagge. Die Optik der Plane, die über das Haus geworfen wurde, irritiert nicht nur die Nachbarn.

Kreuth – Anwohner staunten nicht schlecht. Erst wurden ihre benachbarte Asylbewerberunterkunft evakuiert und unter Quarantäne gestellt, nun ist das Gebäude unter einer riesigen Plane in Deutschland-Optik verhüllt. Das wirft einige delikate Fragen auf. 

Zur Begasung: Nachdem vorige Woche die Asylbewerber die Unterkunft am Riedlerberg in Kreuth wegen einer Schaben-Plage hatten räumen müssen, begast eine Spezialfirma nun das Gebäude, um die Insekten abzutöten. Dafür wurde das Haus, in dem bis vergangenen Donnerstag vier Frauen und sieben Kinder aus Nigeria gelebt haben, mit einer Plane verhüllt.

Das Pikante daran: die Deutschland-Fahnen-Optik des sogenannten Begasungszeltes. Asylunterkunft, schwarz-rot-goldene Fahne – wer hinter der Farbwahl eine politische Provokation vermutet, irrt sich allerdings. Vielmehr handelt es sich bei der Planen-Optik um einen Marketing-Kniff, der diesmal, vor dem Hintergrund der Asyl-Thematik, zugegebenermaßen etwas unglücklich wirkt.

Die Schwarz-Rot-Gold-Planen kommen standardmäßig zum Einsatz. Das verrät ein Blick auf die Homepage der Firma Binker Materialschutz, die auch für die Schädlingsbekämpfung in der Kreuther Asylunterkunft zuständig ist. Bereits seit über 15 Jahren verhüllen die Begasungstechniker Gebäude mit derartig farbenfrohen Planen.

„Wir wussten, dass die Firma die Fahnenoptik verwendet“, sagt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamtes. Etwaige Rückschlüsse, weil es sich bei dem Haus um eine Asylunterkunft handelt, will er nicht zulassen. „Sie haben halt diese Planen. Ich sehe nicht, warum man das kritisieren sollte.“ Intern habe man vorab gescherzt, ob nicht gar eine bayerische oder nigerianische Fahne möglich wäre.

Drei Tage lang wird das Haus, das der Freistaat zur Unterbringung von Asylbewerbern angemietet hat, begast. Die Maßnahmen kosten laut Nemitz einen „mittleren fünfstelligen Betrag“. Am Donnerstag überprüft Gerhard Binker, der Geschäftsführer der zuständigen Firma, gemeinsam mit Vertretern des Landratsamtes den Erfolg der ersten Begasungsmaßnahmen. Je nachdem könnten ab kommender Woche wieder Asylbewerber in das Haus ziehe. Freilich erst, nachdem kräftig gelüftet wurde.

Ob allerdings wieder dieselben Flüchtlinge einziehen wie zuvor, sei noch nicht entschieden, sagt Sprecher Nemitz. Die vier Frauen sind derzeit mit ihren Kindern in anderen Unterkünften in Kreuth untergebracht. Dort werden sie in allgemeinen Hygienevorschriften geschult, insbesondere darin, wie man Lebensmittel sachgerecht unterbringt. Eine neuerliche Schaben-Plage will das Landratsamt tunlichst vermeiden. 

fp

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