1. tz
  2. Bayern

Atomschmuggler auf der A8 verhaftet

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Piding - Nahe Piding haben Schleierfahnder einen Slowaken gestoppt, der angeblich ein nukleares Geschäft einfädeln wollte. Oder ist alles nur Geschwätz?

Die Schleierfahnder entlang der Autobahn A 8 zwischen Salzburg und München sind ja einiges an Kriminellen gewohnt – da sind die Schleuser, die Drogenkuriere oder auch die Autoschieber. Als sie aber in der ersten Maiwoche bei Piding (Kreis Berchtesgadener Land) ein aus Österreich einreisendes Auto checkten und die vier Insassen überprüften, fand sich bei einer der Personen ein Eintrag im Polizei-Computer, der zunächst mal verblüffte: Haftbefehl des Amtsgerichts München. Der Grund: Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Es ging dabei um die Anbahnung eines Nukleargeschäfts. Die Beamten nahmen den Mann sofort fest.

Der Slowake, von dem außer der Nationalität nichts weiter bekannt ist, soll bei einem Münchner Treffen im Februar 2009 radioaktives Material angeboten haben. Offenbar war er aber bei seinem Kunden an den Falschen geraten – der war vermutlich ein verdeckter Ermittler. Um welches radioaktive Element es bei dem Deal ging, dazu äußerte sich gestern die zuständige Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger nicht. Nur so viel: „Es kam nie zu einem Geschäft.“ Was danach kam – ob der Mann flüchtete oder einfach unbehelligt ausreiste, ist unklar.

Vielleicht war das Ganze auch nichts anderes als pures Geschwätz des Slowaken – frei nach dem Motto: „I ko fei des Zeig für Atombombn b’sorgn.“ Doch schon alleine bei einer solchen Ankündigung kennt das Gesetz keinen Spaß: Die Schleierfahnder nahmen den Mann sofort fest, er sitzt in Bad Reichenhall in U-Haft.

Sowohl im Salzburgerischen als auch im Chiemgau wird spekuliert, es könnte sich sogar bei dem angebotenen Material um atomwaffenfähiges Uran 235 gehandelt haben. Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger gestern dazu: „Von Uran 235 habe ich nie etwas gesagt.“

Bei diesem Isotop wäre jedenfalls ein hoher Preis zu erzielen: ein Kilo kostet auf dem Schwarzmarkt eine Million Euro. Die Salzburger Nachrichten zitieren einen Atomexperten der Uni Salzburg zum Atomschmuggel. Ihm zufolge wurde weltweit seit 1990 2500-mal jemand mit radioaktiven Substanzen von den Behörden entdeckt. 27-mal war kernwaffenfähiges Material dabei.

MC

Auch interessant

Kommentare