Schulleiter zeigen sich (noch) kulant

Auf die Straße gehen für bessere Luft: Schüler treten wieder in den Klimastreik

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Schüler schwänzen für den Klimaschutz

Greta Thunberg aus Schweden ist 16 und geht freitags nicht zur Schule – da streikt sie für den Klimaschutz. Mittlerweile ist die Aktivistin zu einer Ikone der Klimaschutzbewegung geworden – und immer mehr Schüler eifern ihr nach.

München – So auch in München, wo am Freitag zum zweiten Mal eine Demo unter dem Motto „Fridays for Future“ stattfinden soll. Angemeldet worden ist die Demo beim Münchner Kreisverwaltungsreferat offiziell zum Thema „Einhalten der Emissionsziele und eine effektivere Klimapolitik“ für Freitag ab 11 Uhr auf dem Marienplatz – und zwar für 750 Teilnehmer. Es könnten diesmal jedoch erheblich mehr werden. Allein das Direktorat des Fürstenfeldbrucker Viscardi-Gymnasiums hat 150 bis 200 Anträge auf Schulbefreiungen vorliegen, wie Direktor Walter Zellmeier sagt. Er kündigte eine wohlwollende Prüfung an, man werde nicht „brachial“ vorgehen. Schülersprecherin Lena Sabokat findet das „ziemlich kulant“.

Schüler brauchen eine Bestätigung der Eltern

Auch aus Olching und aus dem Landkreis Weilheim-Schongau gibt es Rückmeldungen. Bei Bernhard Kerscher, Direktor am Penzberger Gymnasium, hat ein Oberstufenschüler nachgefragt, wie die Schule die Befreiung handhabt. Der Direktor ist aufgeschlossen. „Wenn die Schüler von ihren Eltern eine Bestätigung bringen, dass sie dies gut heißen, freue ich mich als Schulleiter, dass sich die Schüler für ihre Zukunft politisch einsetzen.“ Auch weit entfernt von München ist der Klimastreik Thema. Die Schulleitung des Ruperti-Gymnasiums Mühldorf trifft sich heute mit Schülern, um das weitere Vorgehen abzusprechen. Schon vergangenen Freitag hatten 25 Schüler gefehlt.

Die Liberalität hat allerdings Grenzen. Walter Baier etwa, Direktor am Gymnasium Bruckmühl (Kreis Rosenheim), würde zwar eine Entschuldigung durch die Eltern akzeptieren. Wer unentschuldigt schwänze, bekomme aber einen Verweis. Das schreibe das Schulgesetz vor, da gebe es keinen Spielraum.

Bereits vergangenen Freitag hatten rund 750 Schüler vornehmlich aus München für das Klima während der Schulzeit demonstriert, obwohl die Schulbefreiung an einzelnen Gymnasien ausdrücklich nicht erteilt worden war. So muss nun eine Schülerin des Gymnasiums Puchheim beim nächsten „Ramadama“ der Stadt mithelfen.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands und Deggendorfer Gymnasial-Direktor Heinz-Peter Meidinger empfiehlt Gelassenheit. An seiner Schule müssen Schüler, die vergangenen Freitag streikten, nun eine Podiumsdiskussion zum Klimaschutz organisieren. So was gehe jedoch nicht endlos so weiter, meint Meidinger. „Spätestens beim zweiten oder dritten Streik werde ich wohl zu Ordnungsmaßnahmen greifen.“

dw/imu/seo/ha/bo

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