Straubinger Tierpark bietet Führung an

Aufklärung für Schüler im Zoo: So machen Tiere Liebe

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Das Walross (l.) ist ein großes Tier - deswegen denken viele Schüler auch an einen Baseballschläger, wenn Michaela Gauderer vom Straubinger Zoo dessen Penisknochen dabei hat. Unter Adeliepinguinen (r.) ist unterdessen die Prostitution verbreitet. All das erfahren Schüler bei der Führung "Sex im Tierreich" im Straubinger Zoo.

Straubing - Wie machen eigentlich Tiere Liebe? Diese Frage wird im Zoo meist nicht beantwortet. Deswegen bietet der Zoo in Straubing eine ganz besondere Führung für ältere Schüler an. Thema: "Sex im Tierreich".

Tiger Claudius, Python Sammy und Bartgame Bert listet der Tiergarten Straubing als die wichtigsten Tierpersönlichkeiten auf. Damit kann man vielleicht Grundschüler beeindrucken, aber den coolen Jugendlichen höherer Klassen entlockt dies allenfalls ein müdes Gähnen. Darum sann der Zoo über neue Wege nach, um der Altersgruppe der 15-, 16-Jährigen einen Grund für einen Besuch zu bieten – und kam aufs Thema Sexualkunde.

„Das ist hochinteressant und spannend“, sagt Zoopädagogin Michaela Gauderer zur tz. „Damit kriegt man die Jugendlichen in den Zoo.“ Und stellt klar: „Ich habe nichts mit Aufklärung zu tun.“ Über die menschliche Sexualität wüssten die Jugendlichen längst Bescheid. Ihr geht es ums Tierreich, „ich rede nur über die biologischen Aspekte“.

Bei ihren Führungen präsentiert Michaela Gauderer beispielsweise einen langen Knochen, der einem Baseballschläger ähnelt. Kaum einer weiß, dass dies der Penisknochen eines Walrosses ist – die Schüler staunen, und das Interesse ist geweckt.

Allzu wissenschaftlich soll es bei den Führungen aber nicht sein, die Pädagogin macht’s lieber mit Humor. Und versucht, so oft wie möglich, den Bogen zum menschlichen Verhalten zu schlagen. „Ich erzähle, wie es die Tiere machen“, sagt sie, „und danach zeige ich auf, dass es dabei durchaus Parallelen zum Menschen gibt.“

Beispiel Prostitution. Da erzählt sie von den Adeliepinguinen, bei denen sich manche der Weibchen von anderen Männchen begatten lassen und dafür einen der kostbaren Steine für den Nestbau erhalten. Aber auch zu Themen wie Homosexualität und Masturbation spricht die Zoopädagogin, wie der BR berichtet. Diese seien nicht nur den Menschen vorbehalten, sondern kämen auch im Tierreich vor.

Michaela Gauderer hat die Führung „Sex im Tierreich“ seit mehreren Jahren im Repertoire. „Ich schicke die Flyer mit meinen Angeboten an die Schulen“, sagt sie. Doch während die Grundschüler gerne etwas über die heimische Tierwelt lernen und 5. und 6. Klassen sich die Wirbeltiere erklären lassen, haben noch nicht allzu viele 8. Klassen ihr Angebot zur Sexualkunde im Zoo gebucht. Zu wenig Zeit, kein Geld in der Klassenkasse oder anderer Stoff im Lehrplan werde als Grund genannt.

Volker Pfau

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