Tierschützer zeigen Transportfirma an

Aufregung um dieses Bullenfang-Video

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Einer der Beteiligten verpasst dem schweren Bullen von hinten einen Tritt, damit er sich zum Lkw bewegt.

Deggendorf - Ein 15-Zentner-Stier wird zum schweren Problem für ein Transportunternehmen. Das wurde verklagt, weil das Tier beim Verladen zum Schlachthof misshandelt wurde, wie ein Video beweist.

Stier ausgebüxt – mit dieser Meldung wurde am 25. November die Feuerwehr in Deggendorf alarmiert. Auf einem Bauernhof war beim Verladen zum Schlachthof ein Stier mit gut 15 Zentnern entkommen, das verschreckte Tier befand sich 800 Meter weit entfernt in einem Waldstück. Mit vereinten Kräften schafften es die Leute, den Bullen zurückzutreiben, doch nun haben sie ein Problem: Denn der Bulle, das beweist ein Video, wurde mindestens einmal getreten, mit einer Stange geschlagen, am Schwanz gezogen, mit dem Traktor bedrängt und schließlich per Frontlader auf die Ladefläche geschubst.

Die Aufnahmen erhielt die Tierschutzorganisation PETA und die habe inzwischen das betreffende Transportunternehmen angezeigt – wegen Tierquälerei. Der Leiter der PETA-Wissenschafts- und Rechtsabteilung, Dr. Edmund Haferbeck, sagte der PNP: „Die unsachgemäße und unangemessen brutale Behandlung des Stiers war auch für Laien so klar ersichtlich, dass sich Anwohner oder zufällig vorbeikommende Leute veranlasst sahen, das Geschehen im Video festzuhalten und an PETA zu senden.“

Nachdem der Bulle im Transporter war, hatte auch der Deggendorfer Kreisbrandmeister Josef Killinger(55) zwar selbst ein ungutes Gefühl beim Heimfahren, er verteidigt gegenüber der tz aber sein Verhalten und das seiner Kollegen. „Mit Tierquälerei hatte das nichts zu tun.“

Der Stier, nach seiner Ansicht gut 750 Kilo schwer und ein echtes Bummerl, war zunächst zwischen den Bäumen hin- und hergelaufen. „Den da herauszubekommen“, erinnert sich Killinger, „das war nicht so einfach wie man sich das woanders vorstellt.“ Man hätte zwar auch die Polizei holen können oder den Jäger, doch ein Erschießen des Tiers wollte man vermeiden.

Nun wird trotzdem in dem Fall ermittelt, die Feuerwehr wurde aber nach Wissen Killingers nicht angezeigt. PETA resümiert jedenfalls: „Der Stier hat alles gegeben und um seine Freiheit gekämpft. Leider hat er verloren.“

mc

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