Mehr als 1000 Aufnahmen müssen gesichtet werden

Nach Krawallen in Augsburg: Polizei nimmt 19-jährigen Schüler fest - Ermittlungen dauern an

Die Polizei Augsburg vermeldet knapp eine Woche nach der Krawallnacht erste Ermittlungserfolge. Sie konnten einen 19-Jährigen identifizieren und festnehmen.

Augsburg - Zustände wie in einem Bürgerkriegsgebiet fasste ein Rettungssanitäter die Ausschreitungen vor rund einer Woche in Augsburg* zusammen. Etwa 200 Flaschen wurden in Richtung Einsatzkräfte geworfen. 15 Polizisten zogen sich Verletzungen zu. Nicht nur in Augsburg selbst war die Empörung über die Krawalle groß. Jetzt kann die Polizei bei ihren Ermittlungen erste Erfolge vermelden.

Krawalle in Augsburg: 170 Bilder und Videos müssen ausgewertet werden

Nach dem Aufruf der Augsburger Polizei*, dass Zeugen Aufnahmen des Krawall-Abends einschicken können, erhielten die Ordnungshüter rund 170 Fotos und Videos, sagte ein Sprecher. „Wir haben schon etliches gesichtet, aber es steht auch noch einiges aus.“ Es müssten auch noch die Aufnahmen der Bodycams der Polizisten vor Ort ausgewertet werden. „Das ist eine Menge im Tausender-Bereich“, so der Sprecher weiter. In der Ermittlungsgruppe arbeiteten 20 Beamte an dem Fall.

Nach den Ausschreitungen in Augsburg hat die Stadt nun ein Glasflaschenverbot erlassen.

Ein erster Ermittlungserfolg stellte sich auch schon ein. Die Polizei konnte einen 19-jährigen Schüler aus Augsburg identifizieren. Der Tatverdächtige befinde sich derzeit in Untersuchungshaft. Er wurde am Freitagmorgen in seiner Wohnung in der Stadt festgenommen, teilte die Polizei mit. Er soll auf der Maximilianstraße, der Feiermeile der Stadt, mehrfach Flaschen geworfen sowie später als Rädelsführer eine Menschenmenge angestachelt und Polizisten massiv beleidigt haben. 

Krawalle in Augsburg: Polizei hat neun weitere Verdächtige ermittelt

Weitere neun Verdächtige seien darüber hinaus von der Polizei ermittelt worden. Gemeinsamkeiten würden die Tatverdächtigen vorerst jedoch keine aufweisen, so der Sprecher. „Für eine solche Aussage ist es noch zu früh.“ Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) hatte nach den Krawallen gesagt, diese seien nicht von dem „üblichen und typischen Maxstraßen-Partyvolk“ ausgegangen, sondern von jungen Männern, die als Gang in die Stadt gekommen seien. (tel/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

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