Prozess vor dem Landgericht Augsburg

Hebamme missbraucht ihre eigenen Kinder (1 und 7)

Augsburg - Eine 37 Jahre alte Hebamme hat ihre ein und sieben Jahre alten Kinder mehrfach sexuell missbraucht und sie dabei gefilmt. Nun landete der haarsträubende Fall vor Gericht.

Immer wieder fassungsloses Kopfschütteln im Sitzungssaal 170 der Jugendkammer am Landgericht Augsburg. Angeklagt ist eine 37-Jährige, und die Vorwürfe rauben einem den Atem: Die Frau soll zwei ihrer drei eigenen Kinder sexuell missbraucht haben. Was einen dabei umso ratloser zurücklässt, ist die Tatsache, dass hier eine Hebamme vor Gericht steht. Eine Hebamme, deren Aufgabe es doch ist, werdende Mütter zu unterstützen, ihnen bei der Geburt und in den ersten Lebenswochen des Babys zu helfen und die Neugeborenen zu betreuen?

Dabei hat sie, so die ermittelnde Kriminalpolizei, ihre Kinder weder für Pornofilme zur Verfügung gestellt noch eigene sexuelle Motive gehabt. Sie wollte, so zitiert sie die "Augsburger Allgemeine", „meinen Kindern etwas Gutes tun.“ Sie habe ihnen zu einer selbstbestimmten Sexualität verhelfen wollen. Auslöser sei eine Facebook-Bekanntschaft gewesen, die sie animiert habe, ihre Kinder bei sexuellen Handlungen zu filmen und diese Aufnahmen übers Internet zu verschicken.

Aus Angst vor Erpressung ging sie schließlich selbst zur Polizei

Das tat sie bei ihrem einjährigen Sohn und bei ihrer siebenjährigen Tochter, die ältere, elfjährige Tochter verweigerte sich gegenüber der Mutter zum Thema Sexualität. Nach wenigen Wochen bemerkte die 37-Jährige aber, dass sie einem 26-Jährigen aufgesessen war, der sie unter einem erfundenen Namen zu den belastenden Aufnahmen animiert hatte. Der Mann, der mit seinen Eltern auf einem Bauernhof lebt, hatte gleich drei falsche Identitäten angegeben. Zwei der Identitäten waren weiblich.

Die Hebamme meldete sich bei der Polizei aus Angst, von dem Mann erpresst zu werden. Der war ihr jedoch zuvorgekommen und hatte sie bereits anonym angezeigt, der Fall kam ins Rollen. Das Urteil wird für den Freitag erwartet.

tz

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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