1. tz
  2. Bayern

New York Times nennt Augsburg „Provinzstadt“ – Falsches Foto erkennt jeder Münchner sofort

Erstellt:

Kommentare

Altstadt Augsburg und New York Times Schild
Laut der New York Times ist Augsburg eine Provinzstadt. (Collage) © agefotostock/Yay Images/Imago

Die New York Times schreibt einen Artikel über die Energiekrise und die Rolle Augsburgs darin. Dabei bezeichnet sie die Metropole als Provinzstadt.

Augsburg - München, Nürnberg, Augsburg: Diese bayerischen Städte überzeugen nicht nur durch ihre Schönheit, nein, sie haben noch eine weitere Gemeinsamkeit. Sie alle gelten gemäß dem Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP) als Metropolen. Doch das ist offenbar in New York noch nicht angekommen.

Denn in einem Artikel vom 29. Juli, der den wunderbaren Namen „Dry Fountains, Cold Pools, Less Beer? Germans Tiptoe Up the Path to Energy Savings“ (zu Deutsch: „Trockene Brunnen, kalte Schwimmbäder, weniger Bier? Die Deutschen gehen den Weg des Energiesparens auf Zehenspitzen“) trägt, bezeichnen die beiden Autorinnen die schwäbische Bezirkshauptstadt als „Provincial City of Augsburg“.

New York Times schreibt wegen Energiekrise über Augsburg und bezeichnet Metropole als Provinzstadt

Mit immerhin rund 300.000 Einwohner verdient Augsburg den Namen Provinzstadt aber auf keinen Fall. Doch damit nicht genug. In dem Artikel der Times zeichnen die Verfasserinnen ein durchaus, sagen wir mal, klassisches beziehungsweise typisch amerikanisches Bild von Bayern. Um die eigentliche Thematik den Lesern zu vermitteln, lassen sie Wolfgang Hübschle, den Wirtschaftsreferenten der Schwaben-, Achtung, -metropole, zur aktuellen Energiekrise sprechen.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Er hatte laut dem Artikel eigentlich ein einfaches und entspanntes Leben erwartet, als er den Schritt in die Stadtverwaltung gegangen ist – beispielsweise mit dem Planen von Volksfesten, natürlich nur mit Lederhosen. Stattdessen kümmere er sich nun darum, welche Ampeln abgeschaltet werden, die Temperaturen in Büros und Schwimmbädern zu senken und unter Umständen sogar den Gasstecker für alle bei den Bayern beliebten Brauereien zu ziehen.

Augsburg in der New York Times: Foto aus Restaurant zeigt Münchner Ratskeller

Bebildert wird der Artikel unter anderem mit dem Foto einer Restaurantterrasse in einem Innenhof. Dort sitz ein älteres Ehepaar an einem Tisch, vor sich zwei Bier in für Bayern eher untypischen Tulpengläsern. Untertitelt wird das Bild mit dem Satz: „Wolfgang Hübschle, the economic adviser for the city of Augsburg, may ask his fellow beer-loving Bavarians to pull the plug on their favorite breweries.“ Übersetzt mutmaßen die beiden Autorinnen also, dass Hübschle seine „bierliebenden Mitbayern“ darum bitten könnte, die Stecker bei ihren Lieblingsbrauereien zu ziehen. Kleiner Schönheitsfehler: Das Bild zeigt aber kein Restaurant in Augsburg. Das Foto wurde im Ratskeller in München aufgenommen. Bitten kann Hübschle freilich alle Bayern auch, hören müssen die Münchner Brauereien aber nicht auf den Augsburger.

Immerhin: Die New York Times sieht die Schwabenmetropole als eine der federführenden deutschen Städte in Sachen Sparmaßnahmen in der Energiekrise. (ly)

Alle News und Geschichten aus Bayern sind nun auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Merkur Bayern zu finden.

Auch interessant

Kommentare