Prozess in Augsburg

Polizistenmord: 3D-Film soll Fall aufklären

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Matthias Vieth kam bei dem Vorfall ums Leben.

Augsburg - Im komplizierten Prozess um den Mord am Augsburger Polizisten Mathias Vieth hat das LKA eine Computerdarstellung des Tatorts gezeigt. Die Aufnahmen sollen klären, wie Vieth wirklich starb.

Nach dem Mord an einem Augsburger Polizisten hat das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) einen detaillierten Film über den Tatort erstellt. In der computeranimierten 3D-Darstellung wurden die Fundorte der Patronenhülsen und Projektile integriert, so dass eine relativ genaue Rekonstruktion der Schießerei möglich wurde. Nach dem am Dienstag in dem Prozess vor dem Landgericht Augsburg vorgeführten Film war der getötete Polizist Mathias Vieth in einen heftigen Schusswechsel verwickelt. Vieth war im Oktober 2011 nach einer Verfolgungsjagd getötet worden. Angeklagt wegen Mordes sind zwei Brüder. Die 57 und 59 Jahre alten Männer haben sich zu den Vorwürfen bisher nicht konkret geäußert, der Jüngere hatte bereits in den 1970er Jahren einen Polizisten ermordet.

Nach den Schüssen auf den 41 Jahre alten Vieth hatte ein Experte des LKA den Tatort mit einem 3D-Laser vermessen, als noch der Streifenwagen der Beamten und das umgestürzte Motorrad der zu Fuß geflüchteten Täter in dem Waldstück waren. Die Darstellung der durch den Laserscanner gewonnen Daten ermöglicht, dass jeder Ast im Umfeld des Tatorts exakt dargestellt werden kann. Die Animation zeigt, dass Vieth in einen regelrechten Kugelhagel geriet.

Die Täter hatten mit einem militärischen Schnellfeuergewehr und einer Pistole auf den Familienvater geschossen. Vieth wurde vom Kopf bis zu den Beinen von acht Kugeln getroffen, nur eine Patrone konnte die kugelsichere Weste des Beamten abfangen. Der Polizist schoss selbst ebenfalls 16 Mal in Richtung der Täter, seine zwei Magazine waren leer. Die Kollegin des 41-Jährigen, die durch einen Streifschuss verletzt wurde, schoss nicht so oft.

Augsburg trauert um den ermordeten Polizisten

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Den Ausführungen der Waffengutachter kommt in dem Prozess besondere Bedeutung zu, weil nach der Schießerei bei Durchsuchungsaktionen im Umfeld der Angeklagten zwar etliche Waffen sichergestellt wurden, die Zuordnung zur Tat aber schwierig war. Der Waffenexperte des LKA sagte aus, dass für eine weitergehende Untersuchung die Sachverständigen des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden eingeschaltet worden seien. Das BKA könne mit einem Rasterelektronenmikroskop die Waffen genauer analysieren. Ein Experte des BKA soll daher am kommenden Dienstag in dem Verfahren aussagen. Das Urteil in dem Mammutprozess wird erst im Dezember erwartet.

dpa

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