Die Schlinge zieht sich zu

Erdrückende Beweise im Augsburger Polizistenmord

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Sie schweigen: Raimund M. (li) und Rudi R. stehen seit zweieinhalb Monaten vor Gericht.

München - Die Schlinge für die mutmaßlichen Täter Rudi R. und Raimund M. zieht sich zu. Beim Augsburger Polizistenmord gibt es immer mehr erdrückende Beweise.

Es war eine eiskalte Tat: Neunmal feuerten die Polizistenmörder auf Mathias Vieth (41). Immer wieder – sogar noch als der Familienvater schwer verletzt am Boden lag. Wehrlos! Letztendlich traf ihn eine Kugel im Hals. „Er wurde regelrecht hingerichtet“, so die Staatsanwältin.

Der schockierende Polizistenmord – seit zweieinhalb Monaten stehen die mutmaßlichen Täter Rudi R. und Raimund M. nun vor dem Augsburger Gericht. Sie schweigen eisern. Über ihre Anwälte lassen sie nur verlauten, dass sie mit der Tat nichts zu tun haben. Doch es wird eng für das Brüderpaar, die Schlinge zieht sich zu. Denn immer mehr erdrückende Beweise tauchen in dem Verfahren auf. Die tz erklärt die sieben Indizien, anhand derer die Brüder wohl überführt werden:

Rudis Versprecher: So wie es aussieht, hat Rudi R. im Gerichtsverfahren ohne es zu bemerken, Täterwissen preisgegeben. Als es um die Sichtverhältnisse in der Tatnacht vor Gericht ging, mischte sich der 58-Jährige ein und fragte den Gutachter nach einer brennenden Taschenlampe, die der Polizist Mathias Vieth in der Hand gehalten haben soll. Fakt ist aber: Weder im Verfahren noch in den Akten war je die Rede von einer Taschenlampe gewesen. Womöglich hat sich der Angeklagte verplappert.

Die Schuhspur: Eine Schuhspur vom Tatort passt zu Sportschuhen, die in der Wohnung von Rudi R. gefunden worden waren.

DNA am Tatort: Zwei Genspuren von Raimund M. wurden am Tatort im Augsburger Siebentischwald gefunden. DNA-Material befand sich an der Innenseite eines Motorradhelmvisiers, dass am Tatort zurückgeblieben war. Auch fanden sich Spuren des 60-Jährigen an einem Handschuh.

DNA an einer Waffe: Am Tatort entdeckten die Ermittler eine Pistole der Marke Tokarev. Jetzt kam heraus: Auch hier finden sich DNA-Spuren von Raimund M.

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Das Waffenlager: Bei Raimund M.s Tochter wurden im Verlauf der Ermittlungen mehrere Kalaschnikow-Gewehre in einer roten Stahlkiste gefunden. Auf diesen Gewehren entdeckte die Spurensicherung DNA-Spuren von Rudi R. Laut einem Gutachter wurden Mathias Vieth und seine Kollegin aus einem dieser Schnellfeuergewehre beschossen.

Der Seesack: Dieser Beweis ist der wohl erdrückenste im Prozess: An einem Seesack aus dem Besitz von Raimund M. und seinem Bruder Rudi R. fanden sich Blutspuren des verstorbenen Mathias Vieth. Gleichzeitig hafteten an dem Seesack Spuren von Rudi R. Auch ein Kaufbeleg für den Sack wurde bei ihm gefunden.

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Die Zeugin:Mathias Vieths Kollegin Diana K. machte in der Tatnacht wichtige Beobachtungen. Unter anderem konnte sie die Männer teils beschreiben. Diese Fakten passengenau auf das Brüderpaar.

aw

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