Wie sich Frührentner Peter P. (63) 600.000 Euro dazu verdiente

Aus Freude am Schmieren: Ex-BMW-Manager verurteilt

Weihmichl - Auf sein Luxusleben wollte der ehemalige BMW-Qualitätsmanager Peter P. (63) aus Weihmichl (Kreis Landshut) auch als Frührentner nicht verzichten.

So schloss er sich dem BMW-Beraterkreis an und machte ein Vermögen: mit Schmiergeldern von Zulieferfirmen! Nur dumm, dass der Frührentner sein „Zubrot“ bei seinen Steuererklärungen unterschlug. Denn wegen Steuerhinterziehung verurteilte ihn das Amtsgericht Landshut nun zu einer drastischen Geldstrafe: 700 Tagessätzen à 100 Euro (70 000 Euro).

Der in Tschechien geborene gelernte Maschinenschlosser machte nach dem Besuch der Technikerschule ab 1978 bei BMW schnell Karriere. Vor seiner Frühverrentung Ende der 90er Jahre arbeitete er an führender Position in der Qualitätssicherung. Gehalt: bis zu 9000 Euro im Monat. Und auch danach musste er nicht am Hungertuch nagen. Die 3000 Euro Rente wurden ihm von den Autobauern noch mit einer 150 000-Euro-Abfindung versüßt.

Davon lässt sich gut leben: Neben dem Haus in Weihmichl und teuren Autos legte sich der Peter P. auch eine 800 000 Euro teure Segeljacht in Italien zu. Dort engagierte er sich auch beim Aufbau der Charterboot-Firma seines Sohnes. Allerdings ohne Erfolg. „Ich habe für die Bootsanschaffung gebürgt und bei der Pleite 300 000 Euro verloren“, jammerte der 63-Jährige vor Gericht.

Allerdings konnte er diesen Verlust durchaus verschmerzen. Denn seit dem Jahr 2000 gehörte Peter P., dem so genannten BMW-Beraterkreis an und pflegte engen Kontakt zum ehemaligen BMW-Einkaufmanager Dr. Günther L.. Der wurde inzwischen wegen Schmiergeldzahlungen zu drei Jahren Haft verurteilt – und in diese Geschäfte war auch Peter P. involviert.

So vermittelte er Dr. Günther L. Kontakte zu einem in NordrheinWestfalen sitzenden Schließsystemhersteller und einem französischen Zulieferer für Autositze – und wurde reichlich entlohnt. Vom Schließsystemhersteller erhielt er – wie auch Günther L. – über Jahre hinweg vierteljährlich ein Kuvert mit 7500 Euro, insgesamt 90 000 Euro.

Noch lukrativer lief die Zusammenarbeit mit Bruno S. (75) aus Ismaning, der einen „Beratervertrag“ mit dem französischen Sitzehersteller hatte. Der ließ für Vermittlungsdienste monatlich zunächst 10 000 Euro, später sogar 14 000 Euro springen. Das Geld musste sich Peter P. allerdings mit Günther L. teilen.

In der Steuererklärung verschwieg P. seine Honorare schamhaft. Mit um die 20 000 Euro gab er in den Jahren 2000 bis 2004 sein Einkommen an.Tatsächlich kassierte er rund 600 000 Euro! Für die wären etwa 345 000 Euro an Einkommen-, Gewerbe- und Umsatzsteuer angefallen.

Wo das Geld geblieben ist, konnte oder wollte Peter P. vor Gericht nicht beantworten: „Alles was pfändbar war, ist gepfändet, das Haus bis unters Dach belastet, inzwischen habe ich den Offenbarungseid geleistet.“ Jetzt muss er wohl, wenn er nicht in den Knast will, seine geliebte Yacht verkaufen. „Das tut ihm mit Sicherheit in der Seele weh“, so Richter Bernhard Suttner. Der Oberstaatsanwalt hatte übrigens zwei Jahre und drei Monate Haft gefordert. Als Zeichen gegen „Schmierage und Korruption“.

WS

Quelle: tz

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