Fieser Schütze geschnappt

Autobahn-Sniper sitzt in Würzburger U-Haft

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Am 16. August 2008 verletzte der 57-Jährige zwei Männer auf der A49 bei Kassel.

München - Der fiese Autobahn-Schütze versetzte fünf Jahre die Verkehrsteilnehmer in Angst und Schrecken. Jetzt wurde der 57-Jährige geschnappt und sitzt in Würzburg in Untersuchungshaft.

Also echt, da stimmt doch was nicht. Der Kastenwagen, der da in einer ruhigen Straße im Kall (Nordrhein-Westfalen) geparkt war, passte so gar nicht hierher. Abgedunkelte Scheiben, im Inneren Kameras. Eine Passantin alarmierte am Freitag die Polizei. Die unternahm erstmal – nichts.

Kein Wunder, denn so wie es heute danach aussieht, saß in dem Wagen die Polizei, ein Oberservierungskommando des Bundeskriminalamts, und das beobachtete einen der meistgesuchten Verbrecher Deutschlands, einen Heckenschützen, der seit fünf Jahren auf Autotransporter schoss und auch in Kauf nahm, Menschen zu verletzen. Eine Frau hatte der Autobahn-Sniper so fast getötet. Nun aber wurde er festgenommen  und am Montag in Würzburg vernommen – es handelt sich um einen 57-jährigen Mann, selbst ein Brummi-Fahrer.

Seit dem Jahr 2008 hielt der Schütze landauf, landab Polizeistationen in Atem. Er schoss dabei mit verschiedenen Waffen, anfangs mit Kleinkaliber (5,6 Millimeter), später sogar mit 9-mm-Patronen. Es war ihm dabei völlig egal, ob er bei seinen Anschlägen gerade eines seiner Ziele überholte oder einfach in den Gegenverkehr hineinballerte. Über 700 Schüsse wurden so registriert, meist traf es Karosserien von neuen Autos, doch in einigen Fällen wurden auch Menschen in gefärliche Situationen verwickelt. Bei Stuttgart wurde laut BR ein Lastwagenfahrer verletzt, der daraufhin einen Unfall verursachte. Am schlimmsten traf es jedoch eine Frau aus Bautzen (Sachsen). Die damals 40-Jährige wurde im Jahr 2009 auf Höhe der Raststätte Würzburg in ihrem Skoda am Hals getroffen. Fragmente des Projektils drangen in ihren Rücken ein. Das Auto krachte gegen die Leitplanke.

Was den Mann antrieb, hauptsächlich auf Kollegen zu feuern, wird nun bei der Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt, wohin der 57-Jährige überstellt ist. Davor war er schon in U-Haft genommen worden. Die Speditionsbranche reagierte sehr erleichtert. „Es ist auch ein Gefühl der Hilflosigkeit gewesen – über all die Jahre“, sagte ein Sprecher.

Das Bundeskriminalamt wird sich heute genau zur Festnahme äußern, auch wie es dazu kam: Denn am Sonntagfrüh, um 6 Uhr, war es in der Straße in Kall vorbei mit der Ruhe. Das SEK stürmte das Haus des Mannes. Anwohner hörten ein „auf den Boden! Tragen Sie Schusswaffen?“ Dann war der Spuk vorbei.

mc

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