Vorzeitig aus Haft entlassen

Er verschuldete den Tod von zwölf Menschen: Fahrdienstleiter von Meridian-Unglück ist freier Mann

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Das schwere Zugunglück erschütterte ganz Deutschland: Zwölf Menschen starben. 

Das Unglück erschütterte ganz Bayern und Deutschland: Am 9. Februar 2016 kollidierten zwei Meridian-Personenzüge. Der Verantwortliche ist nicht mehr in Haft. 

Bad Aibling - Zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Zugunglück von Bad Aibling mit 12 Toten wurde der Fahrdienstleiter Michael P. nun bereits aus der Haft entlassen. Der Bayerische Rundfunk erfuhr von der zuständigen Traunsteiner Staatsanwaltschaft, dass das verbliebene Drittel der insgesamt dreieinhalbjährigen Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde. Schon kurz nach dem Unfall kam Michael P. in U-Haft. 

Bereits nach der Verurteilung gab es Kritik an der milden Strafe durch Überlebende der Meridian-Tragödie, schrieb Merkur.de. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe. Nun ist der zum Zeitpunkt der Verurteilung 40-Jährige wieder ein freier Mann, meldet der BR

Abgelenkt durch ein Smartphone-Spiel

Bei dem Unglück am 9. Februar 2016 starben zwölf Menschen, darunter auch die beiden Zugführer. Weitere 89 Personen wurden verletzt. Im Prozess stellte sich heraus, dass der Fahrdienstleiter abgelenkt war, da er während seiner Dienstzeit auf seinem Smartphone das Spiel "Dungeon Hunter 5" spielte. So gerieten beide Züge auf die eingleisige Strecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor, wodurch sie frontal zusammenprallten. 

Richter Erich Fuchs sprach in der Urteilsverkündung davon, dass P. durch das Spiel „gedanklich gefangen“ war. All die „unerklärlichen, unverständlichen“ Fehler, die er begangen habe, konnten nach Ansicht des Gerichts nur einen Grund haben: „Das hohe Ablenkungspotenzial durch das Computerspiel.“

Der Angeklagte im Prozess.

Michael P. wurde am 5. Dezember 2016 wegen fahrlässiger Tötung sowie fahrlässiger Körperverletzung durch das Traunsteiner Landgericht verurteilt. 

Opfer des Meridian-Zugunglücks kommen zu Wort: Zeugen erinnerten sich ein Jahr später an das Zugunglück von Bad Aibling. Yannik Elfers wurde als Letzter aus dem Zugwrack gerettet. So lebt er mit den Folgen (Merkur.de). Bernhard Gaßner überlebte den Horror von Bad Aibling ebenfalls. Er kämpfte sich Schritt für Schritt in die Normalität zurück, berichteten wir im Januar 2017.

Bernhard Gaßner überlebte den Horror von Bad Aibling.

Ein schwerer Zugunfall ereignete sich im Mai 2018 auch in Aichach. Erneut war ein Zug der Bayerischen Oberlandbahn betroffen, zu der auch der Meridian gehört. Zwei Menschen verloren ihr Leben.

mag

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